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Mundpilz

Mundpilz ist eine Form der Pilzinfektion (Mykose), die sich im Mund zeigt und meist vom Hefepilz Candida albicans verursacht wird.

Andere Bezeichnungen für den Mundpilz sind:

  • Orale Mykose
  • Orale Pilzinfektionen

Ist die Erkrankung tatsächlich von Candida albicans hervorgerufen, wird sie zudem bezeichnet als:

  • Soor
  • Candidose

Mundpilz – Ursachen

In 80 Prozent aller Mundpilz-Erkrankungen ist der Spross- bzw. Hefepilz Candida albicans verantwortlich.  Die Pilzart ist häufig auch auf gesunder Haut und Schleimhäuten angesiedelt. Bei einer geschwächten Immunabwehr vermehrt sich der Pilz jedoch und führt zu Entzündung der Haut oder Schleimhaut.

Ursache dafür können sein:

  • Allgemeine Abwehrschwäche
  • Schwangerschaft
  • Antibiotika
  • Glukokortikoide (Cortison)
  • Diabetes mellitus
  • Mangelernährung
  • Drogenmissbrauch
  • Chemotherapie
  • Aids (siehe HIV Hautausschlag)
  • Organtransplantationen
  • Altersbedingte Immunschwäche

Eine Übertragung der Pilze ist über direkten Kontakt sowie indirekt über Handtücher und Hygieneartikel sowie Nahrungsmittel oder Geschirr / Besteck möglich.

Mundpilz – Symptome

Die orale Mykose zeigt sich durch weiße bis gelbliche Beläge auf den betroffenen Schleimhäuten im Mund. Die Beläge lassen sich zwar wegwischen, die Stellen können danach jedoch etwas bluten. Schmerzen, vor allem beim Essen und Schlucken und ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein kennzeichnen die Erkrankung ebenfalls.

Ist das Immunsystem stark geschwächt, kann der Pilz in tiefere Gewebsschichten bis hin ins Blutsystem vordringen, dann verbreiten sich die Krankheitserreger im gesamten Körper. Dies kann zu folgenden Beschwerden führen:

  • Lungenentzündung
  • Nierenentzündung
  • Gehirnentzündung
  • Entzündung der Herzklappen
  • Entzündung der Augen

Mundpilz – Diagnose

Die Mundpilz-Diagnose erfolgt mittels eines Abstrichs von der Schleimhaut, der mikroskopisch und kulturell auf Krankheitserreger untersucht wird.

Mundpilz – Behandlung

In der Behandlung der Infektion werden Mittel mit zum Beispiel Nystatin lokal angewendet, weiterhin können antiseptische und desinfizierende Arzneimittel wie Hexetidin oder Chlorhexidin zum Einsatz kommen. Die Medikamente werden als Mundwasser, Mundspray, Lutschpastillen, Gele oder Pinselungen zur Anwendung auf der Schleimhaut angeboten. Unterstützt werden kann die Therapie mit pflanzlichen Mitteln wie der ebenfalls antibakteriell und antientzündlich wirkenden Kamille.

Bei schwererem Krankheitsverlauf können auch Medikamente zur Einnahme infrage kommen, die systemisch – auf den gesamten Körper – wirken.

Daneben sollten Patienten ausreichend viel trinken. Sind Babys betroffen, sollten Gegenstände regelmäßig gereinigt werden, die diese in den Mund nehmen, etwa Schnuller oder Flaschensauger.

Bei der medikamentösen Behandlung müssen wir die mit rezeptfreien und die mit rezeptpflichtigen Mitteln unterscheiden.

Bei der Mundpilz-Behandlung mit rezeptfreien Medikamenten stehen Mittel mit den Wirkstoffen Nystatin, Miconazol, Hexetidin und Chlorhexidin im Vordergrund:

  • Nystatin: hemmt das Wachstum der Pilze, einsetzbar auf Haut und Schleimhäuten zur Therapie von Soor oder Windeldermatitis sowie Infektionen im Verdauungskanal, am After oder an den Geschlechtsorganen
  • Miconazol: hemmt das Wachstum von Pilzen und Bakterien auf Haut und Schleimhäuten sowie Nägeln und tötet die Krankheitserreger ab, lindert zudem Juckreiz und begünstigt die Heilung von infektionsbedingten Wunden an der Haut oder Schleimhaut
  • Hexetidin und Chlorhexidin: bekämpfen Keime auf der Mund- und Scheidenschleimhaut

Medikamente, die der Arzt verschreibt, enthalten ebenfalls Nystatin und Miconazol, zudem können Amphotericin B oder Fluconazol verordnet werden. Die Mittel können nicht nur in Salben-, Gel- oder Sprayform eingesetzt werden, sondern auch zur innerlichen Anwendung als Kapseln.

  • Nystatin und Miconazol: siehe oben
  • Fluconazol: hemmt das Pilzwachstum und kann zytostatische und immundrückende Behandlungen unterstützen
  • Amphotericin B: bei schwerem Mundpilz und anderen Pilzinfektionen im Mund- und Rachenbereich, Magen-Darm-Trakt, in Lungen oder Atemwegen, Harnwegen und Genitalbereich sowie beim Befall innerer Organe

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Besonders achtsam sollte man sein, wenn ein Baby oder Kleinkind vom Mundpilz betroffen ist. Dann sollte man einen Arzt aufsuchen wenn:

  • mehr als zwei normale Trinkmahlzeiten verweigert werden
  • weißliche Flecken auf der Zunge, Zahnfleisch, Gaumen, Gaumeninnenseiten oder Lippeninnenseiten entstehen, die sich abstreifen lassen, dabei aber blutige Stellen hinterlassen
  • hohes Fieber oder starke Krankheitsgefühle auftreten

… in diesen Fällen liegt nämlich unter Umständen eine Blutvergiftung, eine „Candida-Sepsis“ vor, die zwingend und schnellstmöglich behandelt werden muss.

Erwachsene sollten bei diesen Symptomen ebenfalls einen Arzt aufsuchen.
 


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