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Milben im Bett

Milben im Bett sind äußerst weit verbreitet und ein großes Problem für Menschen mit einer Milbenallergie, allergischem Asthma oder Neurodermitis.

Dabei handelt es sich in der Regel um Milben vom Typ der Hausstaubmilben (Dermatophagoides). Milben sind Spinnentiere. Ursprünglich lebten sie in Vogelnestern in den Topen, bis sie in menschliche Behausungen übergegangen sind und in die ganze Welt verschleppt wurden.

Am häufigsten finden sich im Bett Milben der folgenden Arten:

  • Dermatophagoides pteronyssinus
  • Dermatophagoides farinae
  • Dermatophagoides microceras

Milben im Bett – So tickt der Feind

Die Hausstaubmilben sind zwischen 0,1 und 0,5 mm groß und weiß. Am Körper haben sie haarförmige Borsten, ihre Körperhülle ist glatt, plattig oder fein gestreift.

Der wissenschaftliche Name für die Milben, „Dermatophagoides“, lautet übersetzt: „Hautfresser“. Denn die Tiere ernähren sich von abgefallenen Hautschuppen, von denen Menschen ca. 0,5 bis 1 Gramm täglich verlieren. Dabei bevorzugen die Milben ältere, feuchte Hautschuppen. Unklar ist noch, ob sie lieber mit Schimmelpilzen befallene Schuppen fressen oder nicht, der Pilz verkürzt jedoch die Lebensdauer der Spinnentiere – doch ganz ohne Pilzkontakt können sie auf Dauer nicht überleben, weil die Pilze ihnen lebenswichtige Nährstoffe bereitstellen.

Die Männchen sind deutlich kleiner als die Weibchen, die Weibchen legen nach der Paarung über einen längeren Zeitraum Eier ab und überleben je nach Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit ca. 30 bis 100 Tage – in dieser Zeit legen sie 40 bis 80 Eier ab, aus denen Larven schlüpfen, die sich zum Geschlechtstier entwickeln, was 30 bis 120 Tage dauern kann.

Hausstaubmilben kommen fast ausschließlich in menschlichen Wohnungen vor, neue Wohnungen besiedeln sie, indem sie über die Kleidung dorthin verschleppt werden. Die meisten Milben befinden sich im Bett – Matratze, Bettdecke und Kopfkissen sind gleichermaßen befallen. Weiterhin können sich die Tiere in Polstermöbeln und auf Teppichen ansiedeln.

Dass die Spinnentiere am liebsten im Bett leben, hat einen Grund: dort fallen jede Nacht Hautschuppen ab, zudem scheiden schlafende Menschen pro Stunde ca. 40 Gramm Wasser mit der Atemluft und als Schweiß aus – feucht und warm ist es daher auch.

Wird nur der Bezug, nicht aber das Kissen gewaschen, können sich nach einigen Jahren 400.000 Milben oder mehr darin ansammeln. Selbst gereinigte Kissen enthalten jedoch mehrere 10.000 Milben.
Milben dienen weiterhin als Futter für andere Lebewesen, wie Silberfische oder Bücherskorpione, die sich ebenfalls im Bett aufhalten können, diese sind jedoch viel seltener als die Hausstaubmilben.

Für die allergischen Reaktionen verantwortlich sind nicht die Milben selbst, sondern ihr Kot, der in der Nacht eingeatmet wird. Täglich produziert eine Milbe etwa 20 Kotkügelchen. Innerhalb ihrer Lebenserwartung von 6 Wochen produzieren sie das Zweihundertfache ihres Eigengewichts an Kot.

In Deutschland ist ca. jeder Zehnte Mensch von einer Hausstaubmilbenallergie betroffen.

Gibt es in meinem Bett Milben?

Milben im Bett kann man einerseits an möglichen allergischen Reaktionen erkennen – Allergiker haben nachts und am Morgen Niesreiz, Juckreiz, Husten und Schnupfen, teils auch tränende Augen.

In der Apotheke gibt es zudem Tests, mit denen ihr die Milbenkonzentration in eurem Schlafzimmer selbst messen könnt.

Daneben sind Allergietests beim Allergologen auf Milbenallergie möglich.

Was hilft wirklich gegen Milben im Bett?

Gegen die unerwünschten Mitbewohner könnt ihr einiges tun.

Grundsätzlich gilt: langfristig könnt ihr euer Schlafzimmer nicht milbenfrei halten, ihre Anzahl könnt ihr jedoch durchaus beeinflussen.

Die wichtigsten Maßnahmen gegen Milben im Bett sind:

  • Regelmäßig Staub saugen und wischen
  • Bettdecken und Kissen morgens am offenen Fenster aufschütteln
  • Komplette Bettwäsche inkl. Matratzenbezüge alle 1 bis 2 Wochen bei mindestens 60 Grad waschen
  • Matratze beim Bettwäsche-Wechsel absaugen
  • Kissen und Decken mindestens zweimal jährlich waschen
  • Matratzenauflage (Molton) verwenden
  • Abstand der Matratze zum Boden (nicht direkt auf den Fußboden legen, mindestens 25 Zentimeter Abstand durch Lattenrost und Bett)
  • Matratze einmal monatlich aufstellen und auslüften lassen
  • Wichtig: Der Allergiker selbst sollte diese Maßnahmen nicht durchführen, da dabei besonders viele Allergene aufgewirbelt und eingeatmet werden. Hier sollte man einen Nichtbetroffenen um Hilfe bitten.

Allergiker können zudem besondere Schutzmaßnahmen ergreifen – und sogenannte Encasings benutzen:

  • Encasings sind von Dermatologen als absolut sinnvoll eingestufte Schutzbezüge für Matratzen, Kissen und Bettdecken, die den Milbenkot abhalten und auf der anderen Seite weniger Hautschuppen durchlassen, sodass die Milben immer weniger Nahrung finden
  • Es gibt zahlreiche Hersteller dieser Schutzbezüge, gute Produkte sind TÜV-geprüft und halten Teilchen zurück, die kleiner sind als 0,5 Mikrometer – so klein kann der Milbenkot nämlich sein, zudem sollten die Produkte atmungsaktiv bzw. luftdurchlässig und mit einem Reißverschluss versehen sein
  • Die Kosten (oft weit über 100 Euro) werden teilweise von den Krankenkassen übernommen
  • Bei Doppelbetten oder zwei Betten in einem Zimmer müssen immer sämtliche Matratzen und Betttextilien mit Encasings ausgerüstet sein – sonst bringt es nichts
  • Die Encasings sollten nicht zu oft gewaschen werden, 3 bis 4 mal jährlich reicht aus
  • Nach zwei bis drei Jahren ist ein neuer Schutzbezug zu empfehlen

Milbenallergiker sollten vor dem Urlaub in der Unterkunft nachfragen, ob die Zimmer für Allergiker geeignet sind und ob Schutzbezüge vorhanden sind.

Ansonsten könnt ihr natürlich auch das eigene Encasing mitnehmen.
 


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