});

Miasmen

Die Bezeichnung Miasmen (Einzahl: Miasma) kommt aus dem Griechischen heißt übersetzt „übler Dunst“, „Befleckung“, „Ansteckung“. Gemeint ist sowohl die physische als auch geist-emotionale Krankheitsübertragung – die miasmatische Infektion. Miasmen spielen in der Homöopathie eine Rolle, in der Schulmedizin begegnet man dem Begriff kaum.

Was sind Miasmen?

Die Miasmen sind ein Teilgebiet der homöopathischen Lehre und teils sehr umstritten, das zudem als sehr schwierig und komplex gilt. Mit Miasmen sollen akute und chronische Krankheiten im Sinne Samuel Hahnemanns erklärt werden, der Schwerpunkt liegt auf chronischen Erkrankungen und Behinderungen.

Hahnemann sagte: nahezu alle Patienten mit chronischen Krankheiten haben in ihrer Vorgeschichte Krätze, Gonorrhö oder Syphilis. Ab dem Zeitpunkt der Infektion fühlen sie sich nicht mehr wohl. Der Homöopath bezeichnete die Infektionen und die aus ihr folgenden Neigungen zu Erkrankungen „Miasmen“.

Dabei unterschied er verschiedene Formen von Miasmen. Das aus der Krätze entstehende nannte er Psora (auch „nicht venerisches Miasma“), das aus Syphilis hervorgehende Syphilitisches Miasma und das aus Gonorrhö Sykotisches Miasma (beide „venerische Miasmen“).

Im 20. Jahrhundert fügte man zwei weitere Miasmen hinzu, allen voran das Tuberkulinische als Mischung aus Psora und Syphilitischem.

Hahnemann ging davon aus, dass die Miasmen auch an die nächsten Generationen vererbt werden. Die Krankheitsneigungen können aber auch erworben werden.

Damit ein Homöopath gut mit dem Thema arbeiten kann, braucht er möglichst viele Informationen über Erkrankungen in der Vorgeschichte des Patienten sowie in dessen Familie.

Schauen wir uns die wichtigsten Miasmen an (alle Angaben aus Sicht eines Homöopathen – wir sind da skeptisch, was diese Theorie angeht).

Psora (grundlegendes Miasma)

Das griechische Wort „Psora“ steht für Juckreiz.

Bei Psora ist die Grundschwäche die Basis aller weiteren Miasmen. Häufig treten funktionale Störungen auf, ohne organische Veränderungen und ohne Gefahr – aber mitunter dennoch sehr lästig, denn dieses Miasma steht für Hauterkrankungen mit Juckreiz, zu vermehrtem Schwitzen und Durchfall.

Ausgelöst werden kann Psora durch emotionale Faktoren und psychische Probleme.

Unterdrückt der Patient die Belastungen, können weitere Erkrankungen entstehen, auch auf Basis anderer Miasmen.

Sykotisches Miasma

Dieses Miasma ist durch langsam entstehende, jahrelang bleibende Erkrankungen gekennzeichnet. Zu Beginn äußert es sich in folgenden Symptomen:

  • Fest sitzender Schleim
  • Zäher Ausfluss
  • Entzündungen im Genitalbereich

Später können auftreten:

  • Myome
  • Warzen
  • Zysten
  • Rheuma
  • Psychische Krankheiten
  • Pilzerkrankungen
  • Tumore
  • Entzündungen mit gelbgrünem Sekret

Auch hier gilt: werden die Krankheiten unterdrückt, so soll sich das Miasma verstärken und zu schwereren Krankheiten führen.

Syphilitisches Miasma

Das syphilitische Miasma soll die Lebenskraft und den Körper insgesamt stören.

Die Erkrankungen sind plötzlich da, entwickeln sich schnell und zerstörerisch. Laut Hahnemann sind sie anfangs schmerzlos, deshalb werden sie oft erst erkannt, wenn sie schon weit fortgeschritten sind.

Die Zerstörungskraft des Miasmas soll sich in folgender Form zeigen:

  • Angeborene Missbildungen, Geburtsschäden
  • Psychische Probleme: Gewalttätigkeit, Selbstzerstörung, Süchte

Unterdrückungen – und auch Eingriffe (hier verstärkt sich unsere Skepsis ins Unermessliche) – sollen fatale Folgen mit sich bringen, die vorhandene Krankheit verschlimmern und neue Erkrankungen rasch entstehen lassen.

Tuberkulinisches Miasma

Bei dieser Miasmen-Art handelt es sich um eine Mischung aus Psora und dem Syphilitischen Miasma. Es zeigt sich in Nervosität, Unruhe und destruktiven Gedanken und körperlichen Erscheinungen.

Anzeichen:

  • Allergien
  • Chronische Atemwegserkrankungen
  • Chronische Entzündungen, z.B. Mittelohrentzündungen
  • Hyperaktivität
  • Schwäche und Erschöpfung
  • Schlechtes Vertragen von Impfungen
     

Das könnte Dich auch interessieren:

  1. Chronisch / chronische Chronisch ist ein Ausdruck, mit dem ein Krankheitsverlauf beschrieben wird....
  2. ELISA/ACT-Test zur Allergie Diagnose Der ELISA/ACT-Allergietest gehört zu den wissenschaftlich nicht geprüften Methoden zur...
  3. Homöopathie – Natürliche Medizin Ähnliches mit Ähnlichem behandeln Die Homöopathie setzt darauf, bei Erkrankungen...
  4. Was macht ein Hautarzt – und wann muss ich hin? Der Hautarzt (Dermatologe) ist der richtige Ansprechpartner für alle Hauterkrankungen...
  5. Nickelallergie – Diagnose Die Nickelallergie-Diagnose erfolgt zunächst anhand der Symptome auf der Haut...

Kommentare sind geschlossen.