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Metronidazol

Metronidazol (auch: Metronidazolum) ist ein Mittel gegen Bakterien und Parasiten aus der Gruppe der Nitroimidazole. Metronidazol gibt es als Creme, Gel und Lotion und wird vor allem in der Therapie von Rosacea (Gesichtsrose, Couperose) eingesetzt. Es wird morgens und abends oder nur einmal täglich auf die erkrankte Haut aufgetragen und bringt klinischen Studien entsprechend erste sichtbare Ergebnisse nach einigen Wochen der Anwendung. Seit 1987 gilt die Wirkung von Metronidazol als erwiesen. Metronidazol bekämpft Krankheitserreger und wirkt entzündungshemmend, wird aber nur sehr gering über die Haut absorbiert. Mögliche Nebenwirkungen der Mittel sind Hautreizungen, Trockenheit, Stechen und Brennen.

Wie wirkt Metronidazol, und welche Anwendungsgebiete gibt es? 

Der Wirkstoff kann Infektionen vorbeugen oder sie heilen und grundsätzlich immer dann eingesetzt werden, wenn es um Infektionen mit sogenannten anaeroben Bakterien geht, also um jene Bakterien, die für ihre Lebensfunktionen keinen Sauerstoff benötigen. Diese Bakterien treten u.a. im Magen und im Darm, in der Lunge sowie in der Scheide auf.

Metronidazol wirkt:

  • gegen Bakterien und Parasiten
  • antioxidativ
  • entzündungshemmend
  • immunsuppressiv

Gegen Pilze und Viren wirkt es nicht.

Resistenzen gegen das Mittel sind kaum verbreitet.

Anwendung

Vor kommt der Wirkstoff zum Beispiel in folgenden Cremes, Gelen und Lotionen zur Behandlung der Rosazea:

  • Cremes: Rosalox, Perilox
  • Creme getönt mit Eisenoxiden: Perilox color
  • Gele: Nidazea, Rozex
  • Gele und Cremes scheinen Studien entsprechend gleichermaßen wirksam zu sein. Die Präparate sollen ein- bis zweimal täglich dünn auf die zuvor gewaschene und abgetrocknete Haut aufgetragen werden. Üblicherweise dauert die Behandlung mehrere Wochen, da die ersten Wirkungen oft erst nach drei Wochen sichtbar sind.

Es kann auch in Tablettenform verabreicht werden, wobei Wirkungen und Nebenwirkungen deutlich stärker sind.

Anwendungsgebiete von Metronidazol sind:

  • Rosacea und anderen entzündlichen Hautkrankheiten, häufig kombiniert mit anderen Antibiotika
  • Lungenentzündungen und andere Infektionen der Atemwege wie chronische Bronchitis
  • Entzündungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich (z.B. Nasennebenhöhlenentzündung, entzündlicher Schnupfen)
  • Entzündungen von Beinvenen, Knochen oder Gelenken oder des Herzens sowie im Becken- und Bauchraum
  • Mageninfektionen, meist in Kombination mit anderen Antibiotika wie Amoxicillin, Clarithromycin oder Etracyclin und Protonenpumpenhemmern, die die Salzsäurebildung in der Magenschleimhaut mindern
  • Morbus Chron (eine chronische Entzündung des Darms)
  • Infektionen des Magen-Darm-Traktes (Ruhr, Parasitenbefall mit Drachenwurm Guinea)
  • Als Vaginalzäpfchen bei Scheideninfektionen

Nicht angewendet werden darf Metronidazol:

  • bei akuten oder zurückliegenden Blutbildungsstörungen (bzw. nur mit Vorsicht)
  • bei einer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff

Folgende Wechselwirkungen sind bekannt:

  • Kein Alkohol während der Einnahme in Tablettenform, sonst Übelkeit und Erbrechen sowie Kopfschmerzen
  • Wechselwirkung mit Vitamin-K-Antagonisten

Metronidazol – Nebenwirkungen

Zu den Nebenwirkungen von Metronidazol zählen:

  • Überempfindlichkeitsreaktionen auf der Haut: Rötungen, Hauttrockenheit, Brennen, Stechen
  • Verschlechterung von Hautläsionen
  • Bei oraler Einnahme: Übelkeit, Kribbeln oder Gefühllosigkeit an den Gliedmaßen
     

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