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Mastozytose-Behandlung

Die Mastozytose-Behandlung konzentriert sich darauf, die Symptome zu lindern. Ursächlich therapierbar und damit heilbar ist die Krankheit nicht.

Betroffene Kinder werden die Erkrankung jedoch sehr häufig bis zum Erreichen des Erwachsenenalters wieder los. Doch auch Erwachsene können ihre Symptome meist gut kontrollieren und behandeln lassen. Bei einer guten Behandlung kann die Mastozytose derart in Schach gehalten werden dass sie den Alltag nicht oder kaum beeinträchtigt.

Die genaue Therapie hängt vom Einzelfall ab.

Unterschieden werden drei Arten der Therapie:

  • Allgemeine Maßnahmen
  • Medikamente gegen Mastozytose-Beschwerden
  • Sonstige Methoden

Mastozytose-Therapie: Allgemeine Maßnahmen

Der wichtigste Teil der Therapie ist es, die individuellen Auslöser der Beschwerden zu kennen und zu meiden.

Insbesondere also:

  • Bestimmte Nahrungsmittel sowie Nahrungsmittelzusatzstoffe
  • Scharfe Gewürze
  • Alkohol
  • Allergien
  • Stress
  • Infektionskrankheiten
  • Physikalische Faktoren: Kälte, Wärme, Reibung, Sonnenlicht, Anstrengung
  • Medikamente: Morphine, Narkosemittel, Kodein, Mittel zur Lokalanästhesie, Chinin, Acetylsalicylsäure, Amphotericin B, …

Menschen mit Mastozytose sollten zudem vor einer Operation den Narkosearzt und vor der Einnahme von Röntgenkontrastmitteln den Radiologen informieren, damit dieser Reaktionen vorbeugen ggfs. schnell behandeln kann.

Betroffene mit schwerer Mastozytose sollten ein Notfallset bei sich tragen, da unter umständen anaphylaktische Reaktionen auftreten können – dann muss auf jeden Fall auch ein Notarzt gerufen werden, ganz ähnlich wie bei allergischen Schocks. Weiterhin sollten die Risikopatienten einen Notfallausweis einstecken.

Notfallsets bei sich führen sollten:

  • Erwachsene mit Mastozytose
  • Kinder mit Anaphylaxien in der Vorgeschichte
  • Kinder mit bullösen Hautveränderungen
  • Kinder mit diffuser kutaner Mastozytose

Ein Mastozytose-Notfallset besteht aus:

  • Als Basismaßnahmen bei schockartigen Symptomen wie Übelkeit, Schwindel, Durchfall, Kopfschmerzen, starken Hautschwellungen: Fenistil-Tropfen (1/3 einer N1-Flasche trinken, Kleinkinder 2 Tropfen pro Kilogramm Körpergewicht); Celestamine 0,5 N liquidum N1: Flasche austrinken, Kleinkinder 1 InfectoCortiKrupp Supp. Rectal
  • Bei Atemnot und Kreislaufproblemen zusätzlich: Anapen/Fastjekt-Injektor nach Hersteller-Angaben einnehmen
  • Oder alternativ bei Atemnot: Fenoterol oder Adrenalin inhalieren, 2-4 Hübe, alle 10-15 Minuten wiederholbar

In jedem Fall aber: NOTARZT RUFEN!

Mögliche allergene Auslöser müssen mittels Allergietest abgeklärt werden, bei manchen Allergien wie der Insektengift-Allergie sind Hyposensibilisierungen möglich und ratsam.

Medikamente bei Mastozytose

Ursächliche Mastozytose-Therapien gibt es nicht, allerdings mehrere Gruppen von Medikamenten, die bei akuten Beschwerden helfen können.
Zu diesen zählen: Antihistaminika, Mastzelldegranulationshemmer und Kortikosteroide (Cortison):

Antihistaminika: H1-Antihistaminika oral eingenommen vor allem gegen den Juckreiz, kann bei neueren Präparaten auch niedrig dosiert täglich eingenommen werden (wie beim Heuschnupfen), helfen diese nicht, können sedierende Mittel älterer Generationen eingenommen werden. Möglich ist bei auch nächtlichem Juckreiz die Kombination: neues Präparat morgens, älteres abends. Möglich ist weiterhin die Kombination aus H1- und H2-Antihistaminikum.

Mastzelldegranulationshemmer Ketofin (inzwischen nicht mehr erhältlich), wirkt nicht besser als die Antihistaminika, ist teurer und muss besonders häufig und regelmäßig eingenommen werden

Kortision-Präparate: lindern Hautveränderungen, sollen aufgrund der möglichen starken Nebenwirkungen jedoch nur zeitlich und örtlich begrenzt als Creme oder Salbe aufgetragen werden, v.a. blasenbildenden Formen. Nur bei sehr schweren Fällen auch innerliche Einnahme.

Schwere Verlaufsformen werden manchmal mit Interferon therapiert, das gespritzt wird, sehr schwere Formen auch mit Chemotherapien, die meist jedoch auch nur vorrübergehend helfen.

Schmerzen in Knochen oder Muskeln können mit Schmerzmitteln behandelt werden, Vorsicht ist jedoch u.a. bei Acetylsalicylsäure geboten, da diese von vielen Mastozytose-Patienten nicht vertragen wird.

Liegt gleichzeitig eine Osteoporose vor, sollte diese ebenfalls behandelt werden, meist mit Präparaten mit Kalzium oder Vitamin D sowie mit Biphosphonaten.

Weitere Behandlungsformen

Neben der Vermeidung der individuellen Auslöser und der Gabe von Medikamenten bei akuten Beschwerden kann die Mastozytose auch behandelt werden mit:

Lichttherapie: bei vielen Patienten bessert sich die Erkrankung bei Sonne, die Beschwerden kommen meist aber rasch wieder in alter Form zurück. Besser ist eine UVA1-Therapie oder PUVA, bei der die Haut vor der UV-Bestrahlung mit bestimmten Substanzen lichtempfindlicher gemacht wird. Gerade der Juckreiz kann mit diesen Methoden mittelfristig gelindert werden.
Behandlung der Blasen: sterile Entfernung des Blaseninhalts
 


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