});

Lichttherapie gegen Neurodermitis

Sonnenlicht hat bei vielen Menschen mit Neurodermitis einen positiven Einfluss auf die ekzembefallenen Hautpartien. Jedoch bringt die Sonne ein gewisses Hautkrebsrisiko mit sich. Daher gilt: Sonnenbaden ja, aber immer mit dem richtigen Sonnenschutz.

Bei der UV-Lichttherapie erfolgt eine medizinisch kontrollierte Bestrahlung in speziellen Kabinen, die der Sonnenlichttherapie vorzuziehen ist und generell auch in den sonnenarmen Herbst- und Wintermonaten zum Einsatz kommt. Die UV-Bestrahlungen wirken dabei immunmodulierend, das heisst sie unterdrücken die Reaktion des Immunsystems und führen so zu einer Abheilung der Haut.

EINORDNUNG DES UV-LICHTS

Das für den Menschen sichtbare Lichtspektrum bewegt sich zwischen den Wellenlängen von ca. 380-750 Nanometern (nm).

Im kurzwelligen Bereich von ca. 200-380 nm, der zur Behandlung der Neurodermitis eingesetzt wird, liegt der Anteil des unsichtbaren Ultraviolett-Lichts (UV-Licht). Darüber liegt der langwellige, ebenfalls unsichtbare Infrarotbereich, der zur Wärmebestrahlung genutzt wird.

 

ARTEN DER UV-THERAPIE

Unterschiedliche UV-Bestrahlungsmethoden werden heute angewandt. Dabei ist die Auswahl der Methode zum einen vom Schweregrad der Neurodermitis abhängig. Zum anderen aber auch vom jeweiligen Hauttyp des Patienten.

UVA-Therapie
UVA-Licht regt die Haut zur Pigmentierung an, führt also eine Bräunung der Haut herbei und kommt somit auch in Solarien zum Einsatz. Aber auch bei Neurodermitis werden UVA-Bestrahlungen durchgeführt. Reine UVA-Therapien erfordern meist längere Behandlungszeiten als UVB- und PUVA-Therapien, da sie schwächer wirken als letztere.

PUVA-Therapie
Die PUVA-Therapie ist eine Kombination aus UVA-Bestrahlung mit sogenannten Psoralenen (Psolaren+UVA). Psoralene sind Stoffe, die die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen und in Tablettenform eingenommen oder als Creme aufgetragen werden. Dadurch verkürzen sich die erforderlichen Bestrahlungszeiten.

UVB-Therapie
UVB-Licht ist energiereicher als reines UVA-Licht, führt aber zu geringerer Pigmentierung (Bräunung). Um Nebenwirkungen zu vermeiden, sind die verwendeten Lichtdosen deutlich geringer und die Behandlungszeiten kürzer. UVB-Therapien können nicht in Verbindung mit Psoralenen eingesetzt werden, da die Gefahr von Nebenwirkungen zu hoch ist.

UVA-UVB-Kombinationstherapie
Die kombinierte Therapie von UVA- und UVB-Bestrahlung wird ebenfalls zur Behandlung der Neurodermitis eingesetzt. Aufgrund des sich verstärkenden Effekts müssen die UVA- und UVB-Dosen jedoch niedriger angesetzt und vorsichtiger gesteigert werden.

Über die reinen Lichttherapien hinaus werden Kombinationen aus Bade- und Lichttherapien seit kruzem angeboten. Weitere Informationen dazu findet Ihr unter dem Stichwort Balneophototherapie.

DIE DURCHFÜHRUNG DER BEHANDLUNG BEIM HAUTARZT

UV-Bestrahlungen erfolgen in der Regel in speziellen Kabinen beim Hautarzt. Vor Durchführung einer UV-Lichttherapie erfolgt eine umfangreiche Untersuchung und Hautinspektion durch den Mediziner. Die Therapie muss dabei dem jeweiligen Hauttyp angepasst sein. Hauttypen werden je nach Empfindlichkeit in 6 Klassen eingeteilt und die jeweiligen Dosen darauf abgestimmt.

Ganzkörperbestrahlungen erfolgen in unbekleidetem Zustand in einer Lichtkabine. Gesicht und Genitalbereich werden abgedeckt, die Augen durch spezielle UV-filternde Schutzbrillen geschützt. Anfangs erfolgen 4 Bestrahlungen pro Woche, danach sinkt die Frequenz auf 2 bis 3 wöchentliche Bestrahlungstermine.

UV-GERÄTE FÜR DEN HAUSGEBRAUCH

Inzwischen sind dermatologische UV-Geräte sogar für die Heimtherapie erhältlich. So bieten führende Hersteller wie Waldmann Medizintechnik oder Davita neben professionellen Produktlinien für Dermatologen in Klinik und Praxis auch für den “Hausgebrauch” Bestrahlungsgeräte an. In Abhängigkeit der zu behandelnden Hautbereiche kommen dabei UV-Kamm, UV-Stab-Geräte (für kleinerer Hautpartien) oder UV-Fluter zur Ganzkörperbestrahlung zum Einsatz.

Die Geräte sind nicht ganz billig, kleine Kamm- oder Stabgeräte liegen bei mehr als € 200. Krankenkassen übernehmen die Kosten zur Anschaffung der UV-Geräte nur teilweise. Weitere Produktinformationen gibt es bei Davita oder Waldmann Medizintechnik.

Generell sollte die Nutzungsintensität der Geräte mit dem Hautarzt abgesprochen werden. Die Beschleunigung der Hautalterung sowie ein gewisses Hautkrebsrisiko sollten nicht unterschätzt werden. 

Mehr zur Lichttherapie und Klimatherapie auf der Seite mit Therapien.

Zurück zum Neurodermitis Lexikon

Quellen:
M. Hoerner 2009 (www.hautarzt-hoerner.at)
Röcken M, Kerscher M, Volkenandt M, Plewig G: Balneophototherapie. Hautarzt 1995; 46: 437-450 (Review)
Krutmann J: Dermatologische Phototherapie. Hautarzt 1991; 42: 407-414
www.aerzteblatt.de

Bildquellen: Davita, Waldmann Medizintechnik, jucknix GmbH


Das könnte Dich auch interessieren:

  1. Wie funktioniert die UV-Lichttherapie? – Kostenloser Infofilm Waldmann Medizintechnik, Hersteller von Systemen für UV-Lichttherapie und Philips, die...
  2. Lichttherapie gegen Schuppenflechte UVA- und UVB-Bestrahlung unterstützt den Heilungsprozess der befallenen Hautstellen. Während...
  3. Lichttherapie und Klimabehandlung bei Neurodermitis Die heilende Wirkung des Sonnenlichts auf die ekzembefallenen Hautpartien ist...
  4. Lichttherapie gegen Ekzeme Sowohl natürliches Sonnenlicht, als auch das künstliche Licht der Phototherapie...
  5. UV-Licht Dem UV-Licht der Sonne wird eine positive Wirkung auf das...

Eine Antwort zu “Lichttherapie gegen Neurodermitis”

  1. Meier sagt:

    Das funktioniert schon ganz gut, hält aber leider nicht lange an. Nach drei Wochen Urlaub (des Arztes) kamen die Ekzeme wieder. Insgesamt ist die Bestrahlung aber nicht unangenehm. Probieren!

Dein Kommentar

*