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Leitlinie S3 zur Allergieprävention

Bis 2009 war die Allergenvermeidung oberstes Gebot für Kinder mit vorhandener Neurodermitis oder Neurodermitis-Risiko. Mit der im März 2009 erschienenen Leitlinie AWMF-S3 zur primären Allergieprävention der allergologischen Fachgesellschaften wurde dieser hinfällige Grundsatz durch einen neue Sichtweise ersetzt.

Anlässlich der Überarbeitung der alten Leitlinie haben sich die Zuständigen mit einer Reihe von Studien der letzten Jahre befasst. Herauskamen neue evidenzbasierte, also auf wissenschaftlichen Befunden beruhende Grundsatzregeln.

Allergie beim Baby vorbeugen mit Ernährung

Die zentrale Aussage der Leitlinie S3 zur Vorbeugung von Allergien: Das Meiden bestimmter Nahrungsmittel mit potenziellen Allergenen hat keinen vorbeugenden Nutzen. Stattdessen birgt es die Gefahr zur unbegründeten Mangelernährung. Verboten sind daher aus allergologischer Sicht keinerlei Lebensmittel.

Ganz im Gegenteil gibt es sogar Studien, die belegen: ein Kind, das während der Schwangerschaft im Mutterleib mit Fisch in Berührung kommt, kann später sogar ein geringeres Risiko für Allergien haben. Ähnliche Effekte traten teilweise auch dann ein, wenn das Kind im Alter von etwa einem Jahr mit Fisch ernährt wurde.

Wichtig ist aber in jedem Fall das Stillen. Die Empfehlung der Experten lautet, die ersten vier Monate ausschließlich zu stillen, und erst dann die Beifütterung einzuführen. Die Beikost brauch keinen Beschränkungen unterworfen werden. Ist Stillen nicht möglich, sollten die ersten vier Lebensmonate sogenannte „partiell oder extensiv hydrolysierte Säuglingsnahrung“ verabreicht werden, die auch als hypoallergene Säuglingsnahrung bezeichnet wird.

Übergewicht macht allergisch

Da Übergewicht das Risiko für Allergien und vor allem für Asthma steigert, sollte es auch zur Allergieprävention tunlichst vermieden werden.

Haustiere verboten?

Weniger eindeutig sind die Ergebnisse bei den Haustieren. Während Katzen das Risiko für Allergien möglicherweise erhöhen könnten und damit zur Allergieprävention idealerweise vermieden werten sollten, können Hunde ohne bedenken gehalten werden. 

Allergie-Risiko durch Schimmel und Tabak

Schimmel, Tabakrauch und weitere Schadstoffe in der Raumluft sollten nach wie vor unbedingt vermieden werden, da sie das Allergie-Risiko nachweislich steigern.

Impfen und Allergien

Auch wenn es noch immer viele Verfechter der These gibt, dass Impfungen zu Allergien führen, entbehrt das laut Leitlinie S3 jeglicher wissenschaftlicher Basis. Impfungen können das Allergie-Risiko sogar senken.

 

Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), htp://awmf.org
 


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