});

Lederhaut

Die Lederhaut (Dermis) bezeichnet die Hautschicht, die unter der sichtbaren äußeren „Oberhaut“ (Epidermis) liegt. Die Lederhaut verankert und ernährt die gefäßfreie Epidermis. Hier spielen sich die meisten Entzündungsreaktionen und die Aktionen der Abwehrzellen ab. Deshalb kommt dieser Hautschicht die größte Bedeutung im Rahmen der Neurodermitis zu.

Die Lederhaut ist sehr elastisch und je nach Ort unterschiedlich dick, an den Handsohlen und Fußsohlen etwa bis zu 2,4mm, an den Augenlidern nur 0,3mm. Sie besteht zu einem großen Teil aus locker verwobenem Bindegewebe.

Der Begriff „Lederhaut“ weist schon darauf hin, dass aus dieser Hautschicht Leder durch Gerben von Tierhaut hergestellt wird.

Die Lederhaut besteht aus einem dichten Netz aus kollagenen und elastischen Fasern, die der Haut ihre elastische Formbarkeit – und ihre Reißfestigkeit – verleihen. Auf Wikipedia findet ihr eine anschauliche Grafik zu den Hautschichten.

Enthalten sind in dieser Hautschicht Nerven, Zellen zur Immunabwehr (Mastzellen), Blutgefäße, Lymphgefäße, Haarwurzeln, Hautdrüsen und Rezeptoren für den Tastsinn.

Unterteilt ist die Lederhaut in zwei Schichten:

  • Papillarschicht oder Zapfenschicht (stratum papillare): liegt direkt an der Epidermis, ragt zapfenförmig in sie hinein. Teile der Papillarschicht: Blutgefäße, Melanozyten, Mastzellen
  • Geflechtschicht oder Netzschicht (stratum reticulare): folgt auf die Papillarschicht und grenz an die Unterhaut an. Besteht überwiegend aus festen Bündeln aus Kollagenfasern.

Die Papillenschicht der Lederhaut

Die Papillenschicht der Lederhaut ist über die Papillen – leistenartige Fortsätze – mit der Basalschicht der Oberhaut verbunden. Die Papillen dienen der Vergrößerung der Kontaktfläche zwischen diesen beiden Schichten. So entsteht ihre starke Reißfestigkeit.

Durchzogen sind die Papillen von Kapillaren – feinen Blutgefäßen, die sowohl Oberhaut als auch Lederhaut mit Nährstoffen versorgen und zudem die Temperatur des Körpers regulieren: sie erweitern sich bei Hitze abgegeben wird, und verengen sich bei Kälte, wodurch die Wärme im Körper konserviert wird.

Zudem beginnen die Lymphgefäße im Papillen-Bereich. Die Lymphe sammelt sich in den Lymphgefäßen und entsteht, wenn Blutplasma aus den Blutgefäßen tritt. Die Lymphzufuhr erhöht sich, wenn der Kapillardruck der Blutgefäße steigt. Das Lymphsystem sammelt diese Lymphe, die in den Lymphknoten zurück in das Blutsystem eingebracht wird.

Weiterhin finden sich in dieser Schicht der Lederhaut wichtige Rezeptoren der Haut – nämlich die für Wärme, Kälte und Tastsinn.

Im freien Bindegewebe finden sich zudem:

  • Fibroblasten
  • Granulozyten
  • Lymphozyten
  • Makrophagen
  • Mastzellen
  • Monozyten
  • Plasmazellen

Freien Raum gibt es zwischen den einzelnen Zellen in Form des Interstitiums, das für die Immunabwehr wichtige Zellen enthält. Es ist gefüllt mit der geleeartigen Interzellularsubstanz, in dem sich die Zellen frei bewegen können, die bei der Wundheilung und bei Entzündungen zum Einsatz kommen.

Die Netzschicht der Lederhaut

Weniger freie Zellen befinden sich in dieser Schicht der Lederhaut. Stattdessen besteht sie aus einem dichten Netz von Kollagenfasern, das gefüllt ist mit elastischem Bindegewebe, das für Festigkeit und Elastizität der Haut sorgt.

Bindegewebe und Kollagenfasern richten sich dabei speziell aus als Langersche Spaltlinien – sie zeigen die Richtung der geringsten Dehnbarkeit der Haut.

Bei Operationen werden die Schnitte, sofern möglich, entlang dieser Linien durchgesetzt, da die elastischen Fasern die Haut dann weniger auseinander ziehen als bei Schnitten gegen die Langerschen Spaltlinien. So sollen stark klaffende Wunden sowie Narbenbildungen vermieden werden.

Weitere Bestandteile der Lederhaut: verschiedene Hautdrüsen

Neben Papillarschicht und Netzschicht enthält die Lederhaut Haarbläschen sowie Schweißdrüsen, Duftdrüsen und Talgdrüsen.

Die Duftdrüsen (apokrine Schweißdrüsen) enden in den Haarfollikeln und befinden sich in den Achselhöhlen, im Bereich der Brustwarzen sowie in der Schamregion. Duftstoffe werden erst mit Beginn der Pubertät produziert, die Produktion unterliegt dabei u.a. psychisch bedingten Schwankungen. Vor allem im sexuellen Bereich von Säugetieren spielen sie eine große Rolle, bei Menschen eher weniger.

Die Talgdrüsen sind mit Haarfollikeln verbunden, bis auf die folgenden Ausnahmen: Augen und Augenlider, Lippen, Eichel und Penis, sowie kleine Schamlippen. Über gar keine Talgdrüsen verfügen die Fußsohlen und die Handinnenflächen. Die Talgproduktion macht die Haut geschmeidig und schützt sie vorm Austrocknen. Talg enthält Fette, Proteine, Cholesterin und Elektrolyten und überzieht die Haut als dünner Film.

Auch die Schweißdrüsen sind fast überall am Körper zu finden, mit Ausnahme von: Lippenrand, Trommelfell, Nagelbett, kleinen Schamlippen, Klitoris sowie Eichel. Die Haut verfügt über etwa 3 Millionen Schweißdrüsen, die aneinandergereiht eine Länge von 48 Kilometern hätten. Der von den Schweißdrüsen hergestellte Schweiß ist mit einem pH-Wert von 4,5 sauer. Schweiß besteht aus:

  • Wasser
  • Salz
  • Ammoniak
  • Zucker
  • Aminosäuren
  • Harnstoff und Harnsäure
  • Milchsäure
  • Vitamin C
     

 


Das könnte Dich auch interessieren:

  1. Epidermis Epidermis ist der Fachbegriff für die Oberhaut, die oberste der...
  2. Haut Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers. Sie...
  3. Verbrennung (Verbrühung) Eine Verbrennung (Verbrühung) schädigt durch eine Hitzeeinwirkung von mehr als...
  4. Das Organ Haut Die Haut ist das größte Organ bzw. Sinnesorgan des menschlichen...
  5. Staphylococcus epidermidis Staphylococcus epidermis ist ein Bakterium aus der Gattung der Staphylokokken,...

Dein Kommentar

*