});

Lebensmittel und Medikamente – Wechselwirkungen möglich

Nicht nur Medikamente können sich gegenseitig in ihrer Wirkung beeinflussen, sondern auch Lebensmittel und Arzneimittel. So kann sowohl die Wirkung des Medikaments verändert als auch die Aufnahme des Wirkstoffs oder bestimmter Nährstoffe vermindert werden.

Schuld an den Wechselwirkungen ist der Umstand, dass oral eingenommene Medikamente und Lebensmittel oft dieselben Transportwege im Darm nutzen und über dieselben Enzymsysteme abgebaut werden. Bei gleichzeitiger Aufnahme verwundert es daher wenig, dass sich die Wirk- und Nährstoffe beeinflussen können.

Veränderte Wirkung von Medikamenten durch Nahrungsmittel

Beispiel Alkohol: wer Medikamente mit alkoholhaltigen Getränken „herunterspült“, läuft Gefahr, dass sich dadurch die Wirkung des Arzneimittels drastisch erhöht, unter Umständen sogar in gesundheitsschädigendem Ausmaß. Denn während die Enzyme in der Leber noch mit dem Alkohol beschäftigt sind, wird das Medikament nicht oder weniger abgebaut und wirkt länger als beabsichtigt.

Beispiel Grapefruitsaft: die Grapefruit blockiert ebenfalls die abbauenden Enzymsysteme und können so zu einer Art Überdosierung gleichzeitig eingenommener Medikamente führen. Beeinflusst werden davon vor allem:

  • Antiallergika / Antihistaminika
  • Blutdrucksenkende Mittel
  • Statine

Beispiel kalziumreiche Nahrungsmittel: kalziumreiche Nahrungsmittel wie Milch, Käse, Joghurt oder stark kalziumreiche Mineralwasser können Antibiotika (z.B. Tetracycline) oder Gyrasehemmer in ihrer Wirkung deutlich herabsetzen. Zusammen mit dem Antibiotikum bilden das Kalzium komplexe Moleküle, die der Körper nicht aufnehmen kann – daher werden weniger Bakterien abgetötet. Auch Nährstoffpräparate mit Kalzium, Eisen oder Magnesium sollten nicht eingenommen werden, da sie unter anderem die Wirkung von Schilddrüsen-Hormonen vermindern. Zwischen dem Verzehr und der Einnahme der Medikamente sollten daher einige Stunden liegen.

Nährstoffmangel durch Medikamente

Medikamente können die Aufnahme von Nährstoffen blockieren und die unverarbeitete Ausscheidung dieser fördern. Dies ist etwa bei Hydrocortison und Kalzium sowie Vitamin D der Fall. Der Körper reagiert darauf, indem er sich das notwendige Kalzium aus den Knochen holt – wenn dies dauerhaft geschieht, kann es zu Knochenerkrankungen wie Osteoporose kommen. Wer Hydrocortison anwendet, sollte daher ausreichend Kalzium und Vitamin D einnehmen.

Vitamin B12 hingegen wird durch Protonenpumpenhemmer (z.B. Omeprazol) blockiert, ein Mittel, das gegen Helicobacter pylori, Sodbrennen oder Magen-Darmgeschwüre verordnet wird. Eine langfristige Unterversorgung mit Vitamin B12 kann zu Durchblutungsstörungen oder verminderten Gedächtnisleistungen führen. Wer die genannten Medikamente einnimmt, sollte besonders auf einen ausreichenden Konsum von tierischen oder milchsauer vergorenen Nahrungsmitteln achten, die viel Vitamin B12 enthalten.

Weitere Wechselwirkungen stehen im Beipackzettel oder sind beim Apotheker erfragbar.

Quelle: 
Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.
 


Das könnte Dich auch interessieren:

  1. Medikamente gegen Histaminintoleranz Wer unter Histaminintoleranz leidet, hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten: entweder er...
  2. Histaminarme Lebensmittel Histaminarme Lebensmittel sollten den größten Anteil des Speiseplans von Menschen...
  3. Laktosefreie Lebensmittel – Liste Die folgende Liste laktosefreier Lebensmittel kann euch dabei helfen, geeignete...
  4. Glutenfreie Lebensmittel – ALDI Glutenfreie Lebensmittel gibt es auch beim Discounter ALDI. Solche Lebensmittel...
  5. Milchprodukte – gesund oder gefährlich? – Interview mit Frau Dr. Jürgens (3/7) Wie stehen Sie zu den längst nicht mehr unumstrittenen Milchprodukten?...

Eine Antwort zu “Lebensmittel und Medikamente – Wechselwirkungen möglich”

  1. Dr. Anders sagt:

    Als Arzt nutze ich zur Erkennung von Wechselwirkungen zwischen Wirk- und auch Nährstoffen Diagnosia Check: https://www.diagnosia.com/at/produkte/check

Dein Kommentar

*