});

Kopfgneis

Kopfgneis (infantiles sborrhoisches Ekzem, seborrhoische Säuglingsdermatitis) ist ein Symptom einer seborrhoischen Dermatitis auf der Kopfhaut – einer Entzündung der Haut, die mit einer gesteigerten Talgdrüsen-Aktivität einhergeht. Bei Kopfgneis handelt es sich um eine ungefährliche und vorübergehende Hautveränderung, die besonders Säuglinge betrifft. Kopfgneis ist eine veraltete Bezeichnung, häufig verwechselt mit dem Milchschorf, der zwar auch bei Säuglingen auftritt und ähnlich aussehen kann, aber andere Ursachen hat.

 

Erkennbar ist die seborrhoische Dermatitis der Kopfhaut an einer fettigen, fest haftenden, gelb-bräunlichen Schuppenkruste auf der Kopfhaut – dem „Gneis“.

 

Kopfgneis tritt bei etwa drei bis vier Prozent aller Säuglinge auf, meist in den ersten Lebenswochen. Doch auch bei älteren Kinder und Erwachsenen kann die Hautveränderung auftreten.

Zu Beginn ist die Kruste noch gelblich oder milchig, später wird sie zunehmend dunkler bis hin zum Bräunlichen. Der Kopfgneis verschwindet bei Säuglingen in der Regel ohne Behandlung innerhalb von ein paar Monaten.

Wie entsteht Kopfgneis?

Die Entstehung von Kopfgneis und ihre Ursachen sind noch immer nicht genau geklärt. Fest steht: die Talgdrüsen weisen eine gesteigerte Aktivität auf, zudem könnte eine entzündliche Reaktion auf einen Hautpilz (Dermatomykose, siehe auch Hautpilz im Gesicht) bei angeborener Veranlagung einen Einfluss haben. Daneben sind es auch die männlichen Geschlechtshormone, die die Entstehung von Kopfgneis begünstigen, was sich unter anderem daran zeigt, dass er Erwachsene zumeist in den Wechseljahren betrifft. Menschen mit fettigen Haaren und / oder fettiger Haut sind zudem häufiger betroffen.

Wahrscheinlich spielen auch Stress und Klima eine Rolle. Im Sommer scheinen die Beschwerden zurückzugehen, ebenfalls im Gebirge sowie im Reizklima am Meer.

Symptome und Beschwerden

Kopfgneis macht dem Baby meist kein Unbehagen, auch ist das Allgemeinbefinden nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Allerdings leiden manche Kinder unter einem leichten Juckreiz. Die Ekzeme verschlechtern sich bei Wärme, manchmal auch bei Feuchtigkeit oder Trockenheit. Daher wehren sich manche Babys, wenn man ihnen eine Kopfbedeckung aufsetzen möchte.

Neben der Kopfhaut sind bei etwa jedem Zehnten auch Gesicht, Leistengegend, Achseln oder Genitalbereich befallen.

Unter Umständen können dem Kopfgneis Pilz- oder Bakterieninfektionen folgen, dann auch in Begleitung von Fieber. Sehr selten rötet und schuppt sich die Haut am gesamten Körper.

Kopfgneis-Behandlung

Kopfgneis muss grundsätzlich nicht behandelt werden. Er verschwindet meist von selbst. Mit Hausmitteln wie Weizenkleie-Bädern oder dem Einreiben der betroffenen Kopfhaut mit Olivenöl oder Babyöl und dem Ablösen der Kopfschuppen am nächsten Morgen kann man die Genesung mitunter beschleunigen. Die Haare sollten mit mildem Babyshampoo gewaschen werden. Weiche Bürsten oder Schwämme helfen dabei, die Schuppen sanft abzutragen.

Ein Antischuppenshampoo hingegen ist die falsche Wahl, da dies die ohnehin empfindliche Kopfhaut weiter reizt. Fettreiche Cremes wie Vaseline sollten ebenfalls nicht aufgetragen werden. Auch kratzen sollte man nicht, da dann Narben zurückbleiben können.

Sind die Entzündungen schwerer, können Cremes mit Cortison und Antimykotika zum Einsatz kommen.
 


Das könnte Dich auch interessieren:

  1. Milchschorf oder Kopfgneis? Milchschorf und Kopfgneis werden aufgrund ihrer teils ähnlichen Symptome regelmäßig...
  2. Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte) – Symptome Die typischen Pityriasis-versicolor-Symptome (Kleinpilzflechte-Symptome) sind kreisförmige über- oder unterpigmentierte Flecken...
  3. Milchschorf (Baby) Milchschorf beim Baby ist ein häufig auftretendes Ekzem mit Krusten...
  4. Kopfhaut juckt Wenn die Kopfhaut juckt, kann das zahlreiche Ursachen haben. In...
  5. Tipps gegen fettige Haare   Bei fettiger Kopfhaut können die Haare sehr schnell,...

Kommentare sind geschlossen.