Kontaktallergien bei Naturkosmetika

Natürlich hergestellte Pflegeprodukte werden immer beliebter. Insbesondere für Allergiker müssen Naturkosmetika jedoch nicht unbedingt verträglicher sein. Denn auch auf die „chemiefreien“ Kosmetika reagieren fast 10% der Deutschen allergisch.

Verantwortlich dafür meist sind folgende Allergene in Naturkosmetik-Produkten:

  • Duftstoffe: Duftstoffe gelten als hauptverantwortlich für die Auslösung von Allergien bei Naturkosmetik-Produkten. Welche Substanz genau die Allergie auslöst, kann meist nicht identifiziert werden. Der Allergologe testet eine mögliche Allergie mit dem Duftstoff-Mix, der aus den 8 wichtigsten Duftstoffen besteht. Als wichtigste Auslöser allergischer Reaktionen gelten dabei die Duftstoffkomponenten Zimt und Isoeugenol. Duftstoffe lösen bei 10 bis 13 Prozent aller Kontaktallergiker allergische Reaktionen aus. Mehr zum Thema Duftstoff-Allergie.
  • Perubalsam: Perubalsam kommt aus El Salvador und wird aus der Rinde von dort wachsenden Bäumen gewonnen. Es hat einen angenehmen Duft nach Vanille und Zimt. Viele Inhaltsstoffe von Perubalsam können Allergien hervorrufen. So wird geschätzt, dass Perubalsam ca. 250 unterschiedliche Substanzen (z.B. Zimtsäure, Vanillin und Benzoesäure) enthält, von denen 30 allergen sind. In der Naturkosmetik kommt Perubalsam in Parfüms, Seifen, Shampoos und Lippenstiften vor. Perubalsam löst bei 8 bis 10 Prozent aller Kontaktallergiker allergische Reaktionen aus. Mehr zum Thema Perubalsam-Allergie.
  • Wollwachs/Lanolin: Lanolin besteht aus Wollfett, welches aus geschorener Schafwolle gewonnen wird. Weitere Bestandteile sind Paraffin und Wasser. Hauptsächlich betroffen von einer Lanolin-Allergie sind Patienten mit Beingeschwür (Ulcus Cruris). Auf gesunder Haut führt Lanolin in sehr seltenen Fällen zu allergischen Reaktionen. Lanolin wird von der Kosmetikindustrie vor allem in folgenden Produkten eingesetzt: Cremes, Salben, Emulsionen, Seifen, Rasierseife, Rasierschaum, Badeschaum, Lippenstiften, Sonnenschutzcremes. Wollwachs löst bei 4 bis 5 Prozent aller Kontaktallergiker allergische Reaktionen aus. Mehr zum Thema Wollwachs-Allergie.
  • Kolophonium: Kolophonium ist ein Harz, welches zum Beispiel aus Kiefern und Tannen gewonnen wird. Kolophonium kommt u.a. in Tagescremes, Rouge, Maskara und Parfüms vor. Kolophonium löst bei ca. 4 Prozent aller Kontaktallergiker allergische Reaktionen aus. Mehr zum Thema Kolophonium-Allergie.
  • Propolis: Propolis ist ein Kittharz, das von Bienen zum Abdichten und ausbessern ihrer Waben genutzt wird. Als Grundstoffe des Propolis dienen der Biene der Knospensaft von Blüten (bevorzugt werden Pappelknospen), der Speichel der Biene sowie Bienenwachs. In der Kosmetikindustrie kommt Propolis in Lippenstiften, Cremes und Zahnpasta vor. Auslöser einer Allergie sind meist die enthaltenen Kaffeesäuren. Propolis löst bei ca. 2 Prozent aller Kontaktallergiker allergische Reaktionen aus. Mehr zum Thema Propolis-Allergie hier.
  • Parabene: Parabene sind Konservierungsmittel, die bei Naturkosmetika in Seifen, Haarwaschmitteln, Lippenstiften, Rasierwässern, Zahnpasta, Deodorants und Make-ups vorkommen. Parabene lösen bei 1 Prozent aller Kontaktallergiker allergische Reaktionen aus. Mehr zum Thema Parabene-Allergie.
  • Terpentin wird aus dem Harz von Pinus-Arten gewonnen. Dieser Harz wiederum wird in Terpentinöl und Kolophonium aufgespalten. Auch Terpentin kommt in vielen Naturkosmetika vor. Viele Terpentin-Allergiker sind übrigens auch auf Teebaumöl allergisch. Siehe auch Teebaumöl-Allergie.

Allergiker sollten sich vor dem Kauf von Naturkosmetika über die Inhalte der Produkte informieren. Liegt ein Allergieverdacht vor, kann jedoch meist nur der Allergologe herausfinden, welche Substanz die Allergie tatsächlich auslöst.
 

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