});

Kontaktallergien bei Babys

Auch Babys können schon unter Kontaktallergien leiden. Wie viele Babys tatsächlich betroffen sind und welche Allergien am häufigsten vorkommen, zeigt eine aktuelle Studie.

Wenn Babys oder Kleinkinder eine entzündliche Hautreaktion, also ein Ekzem aufweisen, das entweder für lange Zeit nicht abheilen will oder aber stets erneut auftritt, könnte es sich um eine Kontaktallergie handeln. Bis vor kurzem gingen Ärzte und Wissenschaftler davon aus, dass diese Altersklasse von Kontaktallergien auf chemische Substanzen oder Metalle verschont bleibt. Die Studie dreier italienischen Forscher beweist nun das Gegenteil: Babys können sogar bereits von Geburt an unter einer Kontaktallergie leiden, und auch bei Kleinkindern im Alter unter drei Jahren kommen die Ekzeme häufig vor.

Begleitet wurden im Rahmen der Studie 321 Kinder unter drei Jahren über einen Zeitraum von sechs Jahren. Mittels Pflaster-Allergietests (Patch-Tests) wurde die Haut aller teilnehmende Babys und Kleinkinder auf 30 häufige Allergene getestet. Das Ergebnis überraschte die Wissenschaftler: ganze 62,3 Prozent war mindestens gegenüber einem der Chemikalien oder Metale sensibilisiert. Kinder mit Neurodermitis (61,3 Prozent) und Kinder ohne (63 Prozent) waren ungefähr gleichhäufig von einer Kontaktallergie betroffen. Fast jedes dritte Kind reagierte auf mehr als eine Substanz.

Die Hautreaktionen traten dabei am häufigsten nach dem Kontakt folgender Substanzen auf:

  • Nickel / Nickelsulfat (26,8 Prozent)
  • Kaliumdichromat (9 Prozent)
  • Cocamido-propylbetain (7,2 Prozent)
  • Kobaltchlorid (6,2 Prozent)
  • Neomycinsulfat (5 Prozent)
  • Methylchloroisothiazolinon / Methylisothiazolinon (4,4 Prozent)
  • Dispersionsfarben: blau (3,1 Prozent), rot (2,8 Prozent), gelb (1,9%)

Wo die Allergene meistens auftreten:

  • Nickel: Reißverschlüsse, Reinigungsprodukte, Druckknöpfe
  • Cocamidopropylbetain / Isothiazolinone: Pflegeprodukte für Babys (Shampoos, Feuchttücher, Cremes)

Wie eingangs erwähnt sollte der Kinderarzt oder Hautarzt einen Allergietest durchführen, wenn der kleine Patient unter einem hartnäckigen Ekzem leidet.


Quelle:
“Contact sensitization in very young children”, A. B. Fortina, I. Romano, A. Peserico, J Am Acad Derm 2011, 65(4): Seite 772-779

 


Das könnte Dich auch interessieren:

  1. Kontaktallergien – Ursachen und Entstehung (neue Studie) Was hinter Kontaktallergien steht, welche Ursachen sie haben wie sie...
  2. Allergien bei Babys Allergien sind auf dem Vormarsch – leider auch bei Babys....
  3. „Zement-Ekzem“ und andere Allergien im Baugewerbe Schätzungen zufolge sind 15 bis 20 Prozent aller Deutschen von...
  4. Kontaktallergien bei Naturkosmetika Natürlich hergestellte Pflegeprodukte werden immer beliebter. Insbesondere für Allergiker müssen...
  5. Bleichlauge gegen Neurodermitis Bleichlauge hat sich in den letzten Jahren als „Geheimtipp“ gegen...

Dein Kommentar

*