});

Kommentar zum ZEIT-Artikel “Wehe! Wehe! Homöopathie, Akupunktur, Ayurveda – der Aberglaube frisst die moderne Medizin”

Im ZEIT Artikel "Wehe! Wehe! Homöopathie, Akupunktur, Ayurveda – der Aberglaube frisst die moderne Medizin" diskutieren die Autoren, wie in der Medizin "magisch-mystische Lehren, Konzepte der antiken Viersäftelehre und allerlei esoterische Therapieideen, die keiner Überprüfung standhalten" in der Unversitätslandschaft die Oberhand gewinnen und anerkannte schulmedizinische Erkenntnisse und Heilmethoden zurückfallen. Homöopathie, Akupunktur und Ayurveda werden in diesem Sinne als Mogelpackungen dargestellt, es wird von einer "Deprofessionalisierung und Entakademisierung der medizinischen Ausbildung" gesprochen.

So lasse sich inwischen an einem Drittel der 36 medizinischen Fakultäten  Homöopathie als Wahlpflichtfach studieren. Dies obwohl es der Homöopathie seit 150 Jahren nicht gelungen sei, den Nachweis zu erbringen, dass ihre Wirkung über Placeboeffekte hinausgehe. Und am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ist sogar vor kurzem das erste Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) eröffnet worden. Der Artikel vertritt den Standpunkt, dass die deutsche Hochschulmedizin mit dem Aufbau alternativ-medizinscher Lehrstühle ihre "Ideale verrate".

Diese Entwicklung lasse sich damit begründen, dass mehr und mehr Kranke alternative Therapieansätze bevorzugen, sich die Universitätsmedizin also dem "Wunsch des Publikums beuge". So fragen heute ca. 50% der Deutschen alternative Medizinangebote aktiv nach.

Der wissenschaftliche Weg, von belegbaren Studienergebnissen zur Praxisanwendung von Therapieansätzen zu kommen, wird also mehr und mehr über Bord geworfen. Oder anders: Der medizinische Erfolg sei zweitrangig solang die Kasse klingelt, und solvente Kundschaft für die Therapieansätze zahle, um so bei den klammen Unversitätskliniken den wirtschaftlichen Turnaround zu schaffen.

Aus Sicht der jucknix-Redaktion wird leider sehr undifferenziert jegliche Krankheit über einen Kamm geschert. Denn bei Krankheiten, für die es sehr wohl wissenschaftlich anerkannte Heilmethoden gibt, sei der Zweifel an einem Einsatz von alternativen Heilmethoden berechtigt. Was aber wenn, wie im Falle der Neurodermitis, keine zuverlässige Heilmethode existiert? Wenn die Schulmedizin sagt: "Neurodermitis ist nicht heilbar, sondern lediglich behandelbar", ist es da verwerflich, wenn die Patienten händeringend nach einer Therapie suchen, die Linderung herbeiführt? Den Patienten selbst interessiert nämlich recht wenig, in wie vielen Studien, auf Basis welcher Testgruppen und mit welcher Heilquote eine Therapie befürwortet werden sollte oder eben nicht. Ihn interessiert lediglich die ganz private, persönliche und individuelle Heilung seiner Neurodermitis. Und daher kann es eben im Falle der aus schulmedizinischer Sicht unheilbaren Neurodermitis nicht verwerflich sein, auch alternative und nicht schulmedizinisch anerkannte Heilverfahren in den Trial-und-Error-Prozess der Heilungsfindung einzubeziehen.

Der ZEIT-Artikel schließt mit dem Satz "die Hokuspokus-Welle rollt". Im Falle der Neurodermitis wird jucknix die sogenannten "Hokokuspokus-Therapien" Homöopathie und Akupunktur, für die es zahlreiche positive Erfolgsmeldungen im Rahmen der Neurodermitis-Behandlung  gibt, den schulmedizischen Ansätzen gegenüberstellen, bis die Schulmedizin ein Heilverfahren für die Krankheit gefunden hat.

Quelle: ZEIT, Ausgabe 37, 9. Sepetmber 2010

 


Das könnte Dich auch interessieren:

  1. Homöopathie – Natürliche Medizin Ähnliches mit Ähnlichem behandeln Die Homöopathie setzt darauf, bei Erkrankungen...
  2. Spiegel Leitartikel “Homöopathie – Die große Illusion” Behandlung der Neurodermitis Symptome durch Homöopathie? Diese Frage stellen sich...
  3. Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) Bereits um das Jahr 200 nach Christus wurde Neurodermitis in...
  4. Hilft Akupunktur bei Schuppenflechte? Bei Schuppenflechte gestaltet sich die Akupunktur oft schwierig: die verschuppte...
  5. Akupunktur Akupunktur ist die Therapiemethode der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin), die...

2 Antworten zu “Kommentar zum ZEIT-Artikel “Wehe! Wehe! Homöopathie, Akupunktur, Ayurveda – der Aberglaube frisst die moderne Medizin””

  1. Patrick sagt:

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir die Homöopathie helfen kann. Und egal, ob die Wirksamkeit dieser Therapie in wissenschaftlichen Studien bestätigt werden kann oder nicht – wer hilft, hat Recht. Für mich sind Globuli Kügelchen und Co zwar kein Allheilmittel, aber doch eine durchaus nützliche Ergänzung der Schulmedizin.

  2. Ein ausgesprochen sehenswerter Beitrag. Mich hat schon immer interessiert, ob Ayurveda auch tatsächlich gesund macht. Sogar das mit dem Lehrsatz von Ayurveda hat mich sehr interessiert. Nach dieser Lehrmeinung der Dosha währe ich ein Kapha. Leider konnte Stiftung Warentest nicht genau erzählen, ob diese Heilkunde Wunder bewirken kann. So oder so, ich werde mich nochmal auf dieser Interneteite informieren und danach überlege ich mir, ob ich eine Ayurveda-Therapie gegen meine Kopfschmerzen tun werde.

Dein Kommentar

*