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Kleidungs-Allergie

Allergische Reaktionen, Ausschlag, Juckreiz. Das, was der Haut am nächsten ist, die Kleidung, hinterlässt bei immer mehr Menschen ein unangenehmes Gefühl. Schuld sind vor allem die Chemikalien, die eingesetzt werden, um bestimmte Trageeigenschaften zu verwirklichen.

Weich soll sie sein und pflegeleicht, nicht knittern und lange Zeit neu aussehen. Weil unbehandelte Naturfasern diese Eigenschaften nicht oder nur bedingt mitbringen können, werden sie mit Chemikalien, den Textilveredelungsstoffen sowie mit Farbstoffen behandelt. Die Liste ist lang: mehr als 7000 verschiedene chemische Inhaltsstoffe werden von der Textilindustrie verwendet, darunter auch Mittel gegen die Ablagerung von Bakterien und Pilzen, sogenannte “Bakterizide” bzw. “Fungizide”, ebenso wie bei der Produktion zurückbleibende Dispersionsfarbstoffe, Epoxidharz oder Formaldehyd.

Diese und andere Chemikalien können allergische Reaktionen vom vom Allergietyp IV – Kontaktallergie – hervorrufen, oder sogar Allergien erst neu entstehen lassen. Das gilt besonders für Menschen mit angeschlagener, zu Allergien neigender Haut wie bei Neurodermitis. Wichtig: die allergischen Reaktionen werden vergleichsweise selten von den natürlichen (Wolle, Seide, Leinen, Baumwolle) oder synthetischen (Nylon, Polyester, …) Textilfasern verursacht, sondern vielmehr von den Farb- und Textilveredelungsstoffe.

Die wichtigsten Kleidungsallergene im Überblick

Farbstoffe:

  • Dispersionsfarbmittel (Mono-, Diazo, Triazofarben, Nitrofarbstoffe, Chinoline, Indigotine): die häufigsten Allergien gibt es auf blaue und rote Azofarben und Anthrachinon-Farbmittel,
  • Farbstoffe lösen sich auf glatten synthetischen Fasern schneller als auf den natürlichen, rauheren Fasern
  • manchmal gibt es auch phototoxische Reaktionen, wenn der Inhaltsstoff durch Sonnenbestrahlung erst allergen wirkt

Textilveredlungsstoffe:

  • Bleichmittel
  • Weichmacher
  • antimikrobielle Substanzen
  • Formaldehydhaltige Harze
  • optische Appreturen zur Schaffung besonderer Oberflächenstrukturen (Geschmeidigkeit, Glätte, Glanz, Steifheit, Dichte, wasserabweisende / antistatische / flammhemmende Substanzen)

Freigesetzte Metalle und Gummimaterialien:

Symptome der Kleidungs-Allergie

Kontaktekzeme treten am häufigsten an den Stellen auf, an denen die Kleidung dauerhaft intensiven Kontakt mit der Haut hat und sich Schweiß ablagert: Hals (Hemdkragen), die Achseln, der Bundbereich, Kniekehlen sowie die Vorder- und Innenseiten der Oberschenkel. Und auch scharfe Textilbestandteile wie Etiketten etc. können problematisch werden, denn: die Reibung oder der Druck der Klamotten allein kann bei Atopikern ein Ekzem auslösen.

Nicht nur die Träger der Kleidung, sondern auch die Arbeiter in der Textilindustrie sind den Kleidungs-Allergien ausgesetzt – sowohl während der Herstellung von Stoffen (zum Beispiel bei der Färbung) als auch in der Weiter- und Aufarbeitung der Stoffe (Bügeln, Nähen, Schneiden). Die betroffenen Arbeitern leiden oft an Ekzemen auf den Handrücken, Unterarmen oder im Gesicht.

Textilunverträglichkeitsreaktionen lassen sich untergliedern in:

  • Allergisches Kontaktekzem: tritt in Körperregionen mit intensivem Kleidungskontakt auf (Hals, Achseln, Kniekehlen, Oberschenkel, Dekolleté, Streckseiten der Oberschenkel). Ursache: Farbstoffe (vor allem Azofarbstoffe), inzwischen seltener durch die Freisetzung von Formaldehyd (Hemden, knitterfreie Wäsche
  • Irritatives (toxisches) Kontaktekzem: findet sich häufiger als das allergische Kontaktekzem. Hier tritt eine unspezifische Schädigung der Haut durch Chemikalien, Stäube und Fasern auf, in erster Linie bei Hautarealen mit hoher Hautfeuchte, Reibung und engem Kleidungsstückkontakt. Kommt insbesondere vor bei tierischen Fasern (Wolle), Etiketten und Polyesterfasern.
  • Phototoxisches Ekzem: Das UV-Licht der Sonne aktiviert Chemikalien, die die Haut irritieren. Ist eher selten, am häufigsten jedoch noch bei Badetextilien.
  • Neurodermitis: sensorische Irritationen – die Hautunverträglichkeit entspringt der mechanischen Reizung der Haut und tritt vor allem auf bei Schafwolle, der Wolle nachgebauten Kunstfasern, hartem Leinen sowie (Wild-)Seide
  • Kontakturtikaria (Kontakt-Nesselsucht): Quaddeln bilden sich schon kurz nach dem Kontakt der Haut mit der Kleidung. Schafwolle, Seide, Nylon und Textil-Finish sind oft die Auslöser.
  • Pigmentierte Kontaktreaktion: nach Kontakt mit Farbstoffen treten, meistens an den Gliedmaßen, kleine, puselartige Hautveränderungen bis großflächige Hautschädigungen auf.
  • Lichen amyloidosus: durch die Freisetzung von Formaldehyd oder Formaldehyd-Harzen entstehen symmetrische, stark juckende Hautstörungen

Der richtige Allergietest

Wenn man feststellt, dass man ein bestimmtes Kleidungsstück schlecht verträgt, sollte geklärt werden, woran genau – an welchem Inhaltsstoff – das liegt, um unangenehme Hautirritationen und -reaktionen auf diese Bestandteile in Zukunft zu verhindern. Geeignet sind hier der Epikutantest, Hornschicht-Stripping oder eine Provokationstestung.

Um das Risiko allergischer Reaktionen auf Kleidung so gering wie möglich zu halten, können folgende Tipps helfen:

  • Kleidung unbedingt vor dem ersten Tragen waschen, vor allem, wenn sie im Ausland hergestellt wurde: Kleidungsstücke aus Asien zum Beispiel werden beim Import oft nur unzureichend auf Verträglichkeit kontrolliert. Beim Waschen werden jedoch bereits etliche Fremdstoffe und Produktionsreste entfernt.
  • “Separat waschen”: dieser Hinweis auf der Waschanleitung gibt deutliche Signale: hier wurden ungesunde, nicht farbechte Stoffe eingesetzt!
  • Wenn die Kleidung bereits im Laden stark chemisch riecht, dann besser ebenfalls verzichten.
  • Bügelfreie Produkte enthalten oft Harze, die Formaldehyd freisetzen.
  • Dispersionsblau und andere gehören zu den sauren Farben, die

jucknix stellt hier einen umfangreichen Bekleidungsleitfaden für Kontaktallergiker und Neurodermitis-Patienten vor.

Mehr zum Thema Allergene in unserem Allergen-Navigator.


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Eine Antwort zu “Kleidungs-Allergie”

  1. Liselotte Honigmann sagt:

    DUIch bin 89 Jahre alt und habe bisher nie etwas mit Allergien zu tun gehabt. Vor einer Woche erwachte ich mit über über mehrere Stunden sich hinziehendem Durchfall und Erbrechen sowie quälendem Ganzkörper-Hautjucken auf. Dies kommt in Schüben und hielt mich seither von jeglicher erhollsamer Nachtruhe ab. Meine Haut ist weder gerötet noch mit Blasen versetzt. Das akute quälende Jucken dämme ich mit nassen Tüchern ein. Die anfängliche Appetitlosigkeit und die Geschmacksveränderung mildern sich nach und nach ab. Es kommen auch Muskelzuckiungen in Rücken und den Extremitäten hinzu, allerdings seit 2 Tagen nicht mehr wahrgenommen. Mein erst seit Donnerstag wieder telefonisch erreichbarer Arzt sprach von möglicher Magen- und Darmgrippe, was ich aber bezweifle.

    An die einzige Veränderung in meinem Haushalt erinnerte ich mich erst gestern. Vor 2 1/2 Wochen habe ich auf meinen Fernsehsessel eine Schurwoll-Bequem-Auflage gelegt. Lt. Wellsana-Prospekt: Hochwertige Qualität aus 100 % reiner Schurwolle, Grundschicht 100 % Polyester. Muster Folklore in Beige- und Brauntönen. Ist es denkbar, daß dieses Produkt langsam etwas Unverträgliches ausdünstet? Auf jeden Fall habe ich es auf den Balkon verbannt, aber noch nicht gewaschen für evtl. Untersuchungen. Alles, was mit der Auflage in Berührung kam, ist bereits gewaschen und jetzt im Trockner.

    Die ganze Woche war ich weder zum Einkaufen noch Fußpflege etc. in der Lage. Ich war viel zu erschöpft. In der letzten Nacht hatte ich nach anfänglichem 2-stündigen Juckkampf 3 1/2 erholsamen Schlaf, der mich endlich wieder Haare waschen und duschen ließ. Jetzt nach dem Frühstück bin ich wieder erschöpft, möchte jedoch um Antwort bitten, ob irgendwo schon einmal bekannt wurde, daß o.g. Produkt Probleme bereitete.

    Dank und freundliche Grüße

    L. Honigmann

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