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Keratose

Keratose ist ein Oberbegriff für verschiedene krankhafte oder abnorme Verhornungsstörungen der Haut.  Kera stammt aus dem Griechischen und steht für „Horn“.

Man unterscheidet die Hyperkeratose mit einer verdickten Hornschicht (Stratum corneum) und die Parakeratose mit irregulären Zellkernen in der Hornschicht. Es können auch beide Störungen gleichzeitig auftreten, dann handelt es sich um eine Hyperkeratose. Beispiele sind die Aktinische Keratose (durch UV-Strahlung verursacht, kann zum Hautkrebs werden) und die Seborrhoische Keratose.

Keratosen können angeboren oder erworben sein, zum Beispiel infolge einer chemischen Einwirkung auf die Haut oder den Gesamtorganismus. Früher traten Keratosen zum Beispiel häufig bei Straßenarbeitern oder Schornsteinfegern auf, die berufsbedingt viel und langfristig mit Teer in Berührung kamen („Teerkarzinom“). Heute spielen sie in der Arbeitswelt fast keine Rolle mehr. Zudem gab zur Zeit, in der viele Infektionen noch mit Arsen statt mit Antibiotika behandelt wurden, häufig Arsenkeratosen.

Eine gesunde, normale Verhornung wird als Orthokeratose bezeichnet.

Seborrhoische Keratose

Die Seborrhoische Keratose (auch: Seborrhoische Warze, Alterswarze oder Verruca seborrhoica) ist der häufigste gutartige Hauttumor. Die Keratose entartet in keinem Fall. Meist tritt diese Art der Keratosen in der zweiten Lebenshälfte auf und nimmt im Alter zu. Die meisten Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens eine oder mehrere dieser „Alterswarzen“, Männer und Frauen gleichermaßen.

Die Ursachen von Verruca seborrhoica sind sowohl altersbedingt, als auch genetisch, äußere Faktoren wie UV-Strahlung oder Chemikalien spielen dagegen keine Rolle.

Seborrhoische Keratosen treten vor allem auf:

  • Im Gesicht
  • Am Oberkörper
  • An den Vorderseiten der Arme
  • Am Handrücken

Ihr Erscheinungsbild ist vielfältig. Meist sind sie klein mit einem Durchmesser von höchstens einem Millimeter, sie können jedoch auch größer sein. Farblich bewegen sie sich zwischen hellem braun und schwarz. Ihre Oberfläche ist matt und später zerklüftet, sie fühlt sich talgig und fettig an. Stets sind die Alterswarzen scharf von der umliegenden gesunden Haut abgegrenzt. Ihr Wachstum verläuft nach außen (siehe auch Alterswarzen Bilder).

Nicht verwechselt werden dürfen die Warzen mit Basaliomen oder malignen Melanomen – die Diagnose wird dazu mittels Biopsie abgesichert.

Eine Behandlung braucht es nur, wenn die Patienten sich aus kosmetischen Gründen unwohl fühlen oder weil die Warzen an Stellen liegen, die ständig gescheuert werden. Dann können Laser, Vereisung (Kryotherapie) oder das Abtragen mittels scharfem Löffel oder elektrischer Klinge (Kauterisation) zum Einsatz kommen.

Aktinische Keratose

Die aktinische Keratose (auch: solare Keratose, Licht-Keratose) entsteht durch eine langjährige intensive Bestrahlung der Haut mit Sonnenlicht, die zu einer chronischen Schädigung der verhornten Oberhaut führt, welche nur langsam fortschreitet, jedoch in einen Hautkrebs übergehen kann (Spinalion oder Plattenepithel-Karzinom). Auch diese Keratose tritt vorwiegend in der zweiten Lebenshälfte auf – hier allerdings vor allem bei Menschen, die sich lange Jahre zu viel Sonne ausgesetzt haben (und / oder zu wenig Sonnenschutz verwendeten) sowie bei Menschen mit hellem Hauttyp.

Die Hautveränderungen zeigen sich vor allem an den Partien, die besonders stark der Sonne ausgesetzt waren:

  • Gesicht
  • Handrücken
  • Stirn
  • Kopfhaut
  • Nase
  • Ohr

Aktinische Keratosen können unterschiedlich aussehen. Meist sind sie zu Beginn nur wenige Millimeter groß, unscharf abgegrenzt und rau mit rötlichem Farbstich. Später können sie wachsen, dicker und weißlich werden und mitunter aussehen wie höckrige, warzenartige Wucherungen der Haut, die sich wie Sandpapier anfühlen und mit dem Untergrund verwachsen sind.

In der Diagnose muss die Erkrankung abgegrenzt werden von anderen Krebsvorstufen wie Morbus Bowen oder Hautkrebsarten wie dem Basalium. Verwechselt werden können die aktinischen Keratosen zudem mit Lupus erythematodes und dem Plattenepithelkarzinom (kann auch auf dem Boden einer Keratose entstehen).

Diese Form der Keratose kann spontan zurückgehen, bleibe aber meistens über Jahre bestehen. Das Risiko, das aus der Hautveränderung ein Plattenepithelkarzinom wird, liegt bei etwa 10 Prozent. Deswegen sollten die aktinischen Keratosen früh entfernt und feingeweblich untersucht werden, damit ein möglicherweise entstehender Hautkrebs rechtzeitig erkannt und behandelt werden kann. Wichtig ist in jedem Fall Sonnenschutz, zum Beispiel mit hochwirksamen UVB/UVA-Filtern.

Entfernt werden können die Hautveränderungen mit örtlicher Betäubung operativ oder mit flüssigem Stickstoff (Kryochirurgie), auch die Behandlung mit Podophyllin-Lösung oder 5-Fluoruracil-Creme ist möglich. Bei Podophyllin handelt es sich um ein Zellgift, das die in einer aktinischen Keratose befindlichen entarteten Zellen abtötet. Weiterhin angewendet werden kann eine photodynamische Therapie (PDT), bei der die Hautstellen erst mit einer Creme mit Aminolävulinsäure vorbehandelt und anschließend mit rotem Kaltlicht bestrahlt werden.
 


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