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Katzen und Kühe gegen Neurodermitis?

Mütter, die auf dem Bauernhof leben, sollen seltener Kinder mit Neurodermitis haben. Das fand die Universität Zürich heraus.

Untersucht wurden vorgeburtliche Einflüsse sowie die Rolle der Gene bei der Entstehung und Entwicklung der Neurodermitis bei Kindern in den ersten zwei Lebensjahren. Über eintausend Kinder wurden dabei untersucht in ländlichen Gebieten verschiedener Länder Nord- und Zentraleuropas. Die Hälfte der Kinder stammte dabei aus Bauernfamilien, die andere aus Nicht-Bauernfamilien.

Die Forschenden haben dabei nachgewiesen, dass Kinder ein geringeres Risiko haben, in den ersten beiden Lebensjahren an Neurodermitis zu erkranken, wenn ihre Mütter in der Schwangerschaft von Nutztieren oder Katzen umgeben waren, also auf einem Bauernhof leben und / oder arbeiten.

Bei diesen Kindern wurden zwei Gene gefunden, die mit der sogenannten angeborenenen Immunität zusammenhängen, also mit der Wahrscheinlichkeit einer allergischen Krankheit.

Die Studie liefert damit einen weiterer Hinweis dafür, wie groß die Wechselwirkungen zwischen Genen und Umwelt sind, und wie wichtig beides für die Entwicklung des Immunsystems von Kindern ist.

Schon lange gilt die Neurodermitis, die auch atopisches Ekzem genannt wird, als Zivilisationskrankheit. Eine der Thesen besagte etwa, dass in den Industriestaaten mit verhältnismäßig hohem Wohlstand die Hautkrankheit gedeiht, weil sich die Menschen dort immer mehr von ihrem natürlichen Lebensraum entfernen. Weniger Bewegung an der frischen Luft, beheizte Räume, einseitige “künstliche” Ernährung, Umweltverschmutzung … all das soll dazu beitragen, dass die Kinder mehr Allergien entwickeln, die wiederum einen Nährboden für den Ausbruch der Neurodermitis bieten.

Auf den Bauernhöfen hingegen ist das Leben “natürlicher”. Mehr Bewegung an der frischen Luft durch die Arbeit auf dem Hof und der selbstverständliche Kontakt mit Tieren scheinen sich auszuzahlen. Dass sich die Lebensumstände der Mütter klar auf die Entstehung vom atopischen Ekzem bei ihren Kindern auswirken, das wurde mit der Studie erstmals wissenschaftlich bewiesen.

Wir gehen aber davon aus, dass es vor allem die Kombination aller Umstände ist, nicht die Tiere allein. Nutztiere als Neurodermitis-Vorbeugung während der Schwangerschaft in der Stadtwohnung zu halten, das wird also wohl nicht ausreichen. Ebenso wenig wie die Anschaffung einer Katze. Vorstellbar ist hingegen, dass regelmäßige Aufenthalte schwangerer Frauen auf einem Bauernhof durchaus helfen können, die Gefahr für das ungeborene Kind zu senken.

Quellen: Journal of Allergy & Clinical Immunology

 

 


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