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Kälte-Allergie

Kälte-Allergie – eine furchtbare Vorstellung. Und für Tausende Deutsche leider Realität, nicht nur im Winter. Kaum kommt Kälte an die Haut, reagiert diese mit roten Quaddeln, die brennen und stark jucken. Konkrete Auslöser für die Krankheit sind noch nicht bekannt.

Die Kälte-Allergie ist eine Form der chronischen Nesselsucht (Urtikaria). Etwa 45.000 bis 75.000 Menschen in Deutschland sind betroffen. Von den Nesselsucht-Betroffenenen, die etwa 3 bis 5 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, ist etwa jeder 50. Kälte-Allergiker. Wie sie entsteht, die Kälte-Urtikaria, ist noch nicht geklärt – möglicherweise spielen Infektionskrankheiten eine Rolle, wie Atemwegsinfektionen, das Pfeiffer’sche Drüsenfieber, HIV, Masern oder Windpocken. Ein Großteil der Betroffenen leidet gleichzeitig auch an anderen Formen von Nesselsucht und (Nahrungsmittel-)Allergien.

Im Winter müssen sich die Kälte-Allergiker besonders stark einpacken und können das Haus ohne Skimaske gar nicht verlassen. Nur die Augen sind durch zwei kleine Löcher in diesen Fällen noch sichtbar vom Patienten.

Doch selbst im Sommer müssen sie mit Schwierigkeiten rechnen, denn: wenn zum Beispiel kühle Getränke getrunken oder Eis gegessen wird, schwellen die Lippen. Außerdem ist Vorsicht geboten beim Öffnen von Gefrierschränken, beim Anfassen eines kalten Metallgegenstands, bei der Verdunstungskälte – wenn der Schweiß nach dem Sport verdunstet, und eben grundsätzlich bei allen Situationen, in denen man mit Kälte konfrontiert werden könnte.

Schlimmstenfalls können sogar zum Teil lebensbedrohliche Kreislaufschocks auftreten, die sogenannten anaphylaktischen Schocks, etwa dann, wenn ein Kälteallergiker ins kalte Wasser fällt. Und sich seine Gefäße im Körper ausweiten, dass der Blutdruck so stark abfällt, dass lebenswichtige Organe nicht mehr weiterversorgt werden können.

Genauso unbekannt wie die Auslöser der Erkrankung sind Maßnahmen zur Heilung. Behandelt werden Kälte-Allergiker meist mit Antihistaminika, um Brennen und Jucken zu lindern. Symptombekämpfung also, aber recht erfolgreich: laut Studien des Berliner Charités konnten die meisten Patienten, die mit hohen Dosen des Antihistamins Desloratadin behandelt wurden, sogar symptomfrei werden. In den anderen, den schweren Fällen gelingt das bisher nicht. Hier hofft man, in ein paar Jahren mit einer Antikörper-Therapie erfolgreich sein zu können. Erste Studien mit positiven Signalen gibt es zwar bereits, zugelassen ist die Therapieform jedoch noch nicht.

Bei den meisten Menschen vergeht die Krankheit nach ein paar Jahren wieder auf ähnlich unerklärliche Weise, wie sie gekommen ist. Im Durchschnitt bleibt sie fünf bis sieben Jahre bestehen, nur selten nur ein paar Wochen oder über Jahrzehnte.

 

 


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