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Juckreiz / Jucken durch Neurodermitis

Juckreiz oder Pruritus ist eines der größten Probleme der Neurodermitis. Neben der trockenen Haut, der Entwicklung von Ekzemen und einer Veranlagung zu Unterschiedlichen Allergien zählt der Juckreiz zu den vier wichtigsten Symptomen der Neurodermitis. Die Entstehung des Juckreizes kann vielfältige Ursachen haben.

Auslöser des Juckreizes

  • Trockene Haut: Als Hauptfaktor wird die bei Neurodermitis sehr trockene Haut gesehen. Die Haut des Neurodermitikers, genauer gesagt die Haut-Lipid-Barriere, ist dabei in ihrer Abwehrfunktion gestört. Fremdkörper können leichter oder ungehindert in die Haut eindringen und rufen allergische Reaktionen und den für Neurodermitis typischen Juckreiz hervor. Daher muss die tägliche Pflege der Haut im Vordergrund jeder Neurodermitis-Behandlung stehen.
  • Schwitzen: Juckreiz wird auch durch übermäßiges und unkontrolliertes Schwitzen verursacht. Grundsätzlich schwitzt der Neurodermitiker weniger als ein gesunder Organismus. Nicht aber an den oftmals bei Neurodermitis mit Ekzemen befallenen Stellen wie Armbeugen, Kniekehlen und am Hals. Hier schwitzt der Neurodermitis-Patient stärker, was wiederum den Juckreiz begünstigt. Lest auch hier, ob Sport bei Neurodermitis sinnvoll ist.
  • Allergien: Viele Neurodermitiker sind gleichzeitig Allergiker. Schon ein flüchtiger Kontakt mit einem Allergen kann  zur Freisetzung von Botenstoffen führen, die den Juckreiz auslösen. Allergietests sollten durchgeführt werden, um das allergie- und juckreizauslösende Allergen zu identifizieren und zu meiden. Informiert Euch im Allergen-Navigator, welche Allergene es gibt und welche Allergiesymtome zu erwarten sind.
  • Stress und psychischer Druck: Als weitere Auslöser gelten Stresssituationen und Psyche. Denn beide wirken sich negativ auf das Immunsystem aus. Die Folge: Hautverschlechterung und Juckreizschübe.

Maßnahmen gegen den Juckreiz

  • Körperpflege: Die richtige Körperpflege ist das "A" und "O" bei Neurodermitis. Vom regelmäßigen eincremen mit den richtiges Cremes in Abhängigkeit des Hautzustands, über Ölbäder und Ölduschen (nicht zu lang und nicht zu heißt) bis hin zum Einsatz von feuchten Umschlägen bildet die Körper- oder Basispflege das zentrale Element der Maßnahmen, um den Juckreiz einzudämmen. Erfahrt unter Hautpflege bei Neurodermitis mehr zu diesem Thema.
  • Antihistaminika: Histamin wird vom Körper produziert und kann auch durch Nahrungsmittel aufgenommen werden. Histam gilt als DER Auslöser des Juckreizes. Mit der Einnahme von Antihistaminika kann die Ausschüttung des Histamins reduziert werden. Lest hier wie Antihistaminika genau wirken.
  • Kälte und Kühlung: Die Kühlung der Haut lindert den Juckreiz. Dies kann zum Beispiel durch leichtes Einreiben mit einem in kaltem Wasser getränkten Waschlappen erfolgen. Auch das Einreiben mit einem Eiswürfel kann helfen, den Juckreiz schnell zu reduzieren. In unserer Community wird oftmals auch der Einsatz von sehr heißem Wasser empfohlen. Dies führt allerdings nur sehr kurzfrist zu einer Juckreizlinderung. Denn heißes Wasser trocknet die Haut noch stärker aus. Folge: Der Juckreiz kehrt schnell zurück, dann meist mit erhöhter Intensität. Außerdem besteht Verletzungsgefahr. Ärzte raten daher sehr dringend von heißem Wasser zur Juckreiz-Bekämpfung ab.
  • Verzicht auf Allergene: Viele Neurodermitiker sind auch Allergiker. Die Einnahme von Stoffen, gegen die eine Allergie besteht, kann nicht nur den Hautzustand beeinflussen, sondern auch den Juckreiz verstärken. Erfahrt in unserem Allergie-Portal alles zum Thema Allergie. Und ganz wichtig: Unbedingt einen medizinischen Allergietest durchführen lassen.
  • Entspannungüberungen: Neurodermitis und Juckreiz wird oft durch Stress und psychischen Druck hervorgerufen. Dann kann es helfen, Entspannungsübungen durchzuführen, die den Gemütszustand ausgleichen und damit zu einer Linderung des Juckreiz-Symptoms führen. Erfahrt unter Neurodermitis und Stress mehr zu diesem Thema.
  • Richtig Kratzen: Sich bei Neurodermitis Juckreiz gar nicht zu kratzen, ist eine Empfehlung, die nicht immer eingehalten werden kann. Oftmals ist der Juckreiz so stark und quälend, dass der Drang sich zu kratzen Oberhand gewinnt. Denn der durch das Kratzen verursachte Schmerz ist für viele Neurodermitiker leichter zu ertragen. Wenn man kratzt, dann sollte man versuchen, dies mit feuchten und sauberen Waschlappen zu tun. Kratzen mit den Fingernägeln ist die schädlichste Form. Denn die Verunreinigungen unter den Nägeln werden beim Kratzen in die Hautstruktur "hereingearbeitet". Was wiederum in noch stärkerem Juckreiz resultiert.

Das Juckreiz-Tagebuch dient zur Dokumentation von Juckreiz-Schüben vor dem Besuch beim Hautarzt. Dokumentiert eine Woche lang, wann und wie stark Juckreiz aufgetreten ist und diskutiert die Ergebnisse mit Eurem Hautarzt. Zum Download geht’s hier.

Hier geht’s zur Übersicht weiterer Neurodermitis-Symptome.

Mehr zum Thema Juckreiz am After

 

"Der Schriftbeitrag wurde von mir in meiner Eigenschaft als ärztlicher Beirat auf seine medizinische Aussagen geprüft. Es bestehen keine Bedenken. Der Beitrag eignet sich sehr gut als Vorinformation der Leidtragenden, kann jedoch nicht die individuelle ärztliche Diagnose, Beratung und Therapie ersetzen. Ich empfehle deshalb ausdrücklich den persönlichen Arztbesuch." Dr. med. Regine Sticken, Meldorf, www.hautarzt-meldorf.de


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