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Impfen und das Allergie-Risiko

Es folgt ein Text von Allergieberaterin Roswitha Stracke.

 

Wussten Sie schon, …

 

dass spezifische Standard-Impfungen und Durchimpfung allgemein nicht die allergische Sensibilisierung gegen Umweltallergene und auch nicht die Entwicklung von Neurodermitis, Asthma und Heuschnupfen fördern?  Das aktuelle Positionspapier (veröffentlicht in: Allergo Connect „Allergie und Impfen“) der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA) sowie das Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KIGGS) gibt somit Entwarnung. Das Risiko für schwere Neurodermitis sinkt demnach mit der Anzahl der Impfungen, Masern- und Keuchhustenimpfungen haben keinen Effekt auf atopische Manifestationen, aber durchgemachte Infekte sind mit einem erhöhten Allergierisiko assoziiert. Das Positionspapier gibt Ärzten eine Richtlinie an die Hand, wie bei Kindern mit einem deutlich erhöhten Allergierisiko oder bereits aufgetretenen allergischen Reaktionen im Rahmen von Impfungen zu verfahren ist.

 

Im Allgemeinen kann also geimpft werden. Je mehr Impfungen, desto weniger allergische Reaktionen treten auf. Deshalb sind Schutzimpfungen auch für Kinder mit Allergien oder erhöhtem Allergierisiko dringend zu empfehlen. Nach einer bundesweiten Studie ist auch für Kinder mit erhöhtem Risiko für Neurodermitis, Allergien und Asthma die vollständige Impfung zu empfehlen. Bei einer Studie mit 15.000 geimpften Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr hatten 14 % weniger Kinder Heuschnupfen und 7 % weniger eine Neurodermitis. Die Rate für Asthma lag um 10 % unter dem Vergleichswert. Die Empfehlungen sind an die Leitlinien des US-Advisory Committee on Immunization Practices angelehnt. In Australien wird darüber hinaus empfohlen, Impfstoffe mit geringen Spuren von Hühnereieiweiß bei Allergikern fraktioniert zu geben (auch und vor allem bei Kindern), d.h. zunächst 10 % der Impflösung, nach 30 Minuten dann den Rest und den Patienten weitere 30 Minuten beobachten.  

 

Generell sollten vor jeder Impfung (auch bei Erwachsenen) vorhergegangene Unverträglichkeiten abgefragt bzw. getestet werden, besonders bei Vorliegen von Asthma. Impfreaktionen umfassen eine Bandbreite von milden Reaktionen bis zu schwerem anaphylaktischen Schock. Die Typ I-Reaktion (IgE-vermittelt) ist die häufigste Reaktionsform. Eine Anaphylaxie (allergischer Schock mit systemischen Reaktionen) nach einer Impfung ist laut Untersuchungen des University Hospital Southhampton zwar selten, er kann aber verzögert auftreten. Keiner der Fälle trat nach Routine-Impfungen bei Säuglingen und Kleinkindern auf, obwohl es in diesem Alter die meisten Impfungen gab (5,5 Mio im Untersuchungszeitraum September 2008-Oktober 2009). Ein häufiger Auslöser für allergische Reaktionen ist Hühnereiweiß, das in Spuren in bestimmten Impflösungen auf Hühnereibasis enthalten sein kann.

 

Hühnerei (lat. Ovum): Der Inhaltsstoff Lysozym wirkt antibakteriell und wird deshalb z.B. in Frubienzym, Augentropfen, aber auch diversen Impfstoffen (z.B. Tamiflu, Grippeschutzimpfung, Masern/Mumps, Röteln, Tollwut, Gelbfieber) eingesetzt. Impfungen mit Hühnereieiweiß sind unter den Produktnamen Cadion Protein, Eubiola Verla, Grippeimpfstoff ratiopharm, Stada, Infector Vac, Infloxal, Influvac, Invivac, Mutagrip, Retterspitz zu erkennen. Alternativ werden vielfach Hunde-Nierenzellen (Chiron Vaccines), Netzhautzellen aus abgetriebenen Föten (Crucell) oder Zellen von Grüner Meerkatze (Baxter) als Basis gehandelt.

 

Influenzaviren werden in Hühnereiern vermehrt, deshalb sind immer geringe Mengen an Eiweiß im Impfstoff enthalten. Dies gilt auch für Totimpfstoffe, sie sollen allerdings bei einem Eiweißanteil von <0,12 µg/ml für Menschen mit Hühnereiweißallergie unbedenklich sein – sofern die Impfeinrichtung für die womöglich auftretende Anaphylaxie gerüstet ist. In einer britischen Studie wurde laut einer Meldung von Springer Medizin (14.12.2015) bei einer gezielten Impfung mit Lebendvakzinen (LAIV) bei 779 Ei-Allergikern aber kein solcher Notfall ausgelöst, nur bei 8 Patienten wurden leichte lokale Nebenwirkungen wie Rhinitis und Kontakturtikaria beobachtet. Das soll dazu führen, dass Impfungen mit Hühnereieiweißanteil generell als sicher gelten.

Der Grippe-Impfstoff Preflucel (Firma Baxter) ist zwar frei von Hühnereiweiß, Konservierungsmitteln, Antibiotika und Latex, aber nach Mitteilung des Paul-Ehrlich-Instituts wegen einer erhöhten Rate an schweren Nebenwirkungsverdächtigungen wieder vom Markt genommen. Auch der einstmals angepriesene Schweinegrippeimpfstoff Pandemrix – massiv beworben als wirksamer Schutz für chronisch Kranke – wird nicht mehr eingesetzt, nachdem gravierende Nebenwirkungen wie z.B. Narkolepsie auftraten.

 

Die britische Studie zeigte weiter, dass bei 221 Probanden innerhalb von 72 Stunden zwar keine schweren Nebenwirkungen auftraten, aber 62 Kinder Symptome der unteren Atemwege entwickelten, ca. 50% von ihnen waren schon vorher mit wiederkehrendem Giemen aufgefallen. Bei den 394 Probanden mit kontrolliertem Asthma bzw. rezidivierendem Giemen führte die Impfung nicht zu einer Verschlechterung, in der Fachinformation zu LAIV wird aber vor der Anwendung bei schwerem Asthma oder akutem Giemen gewarnt.

 

Weitere mögliche Auslöser für eine Impfreaktion sind z.B. Aluminiumsalze; diese als Adjuvantien (Wirkstoffverstärker) eingesetzten Stoffe können lokal begrenzte Hautreaktionen auslösen, z.B. als kleine Knötchen unter der Haut. Sie verschwinden manchmal erst nach mehreren Wochen. Hefen werden als  Kulturmedium eingesetzt und können ebenso wie Gelatine als Stabilisator Reaktionen hervorrufen (alternativ kann ein gelatinefreier Impfstoff bevorzugt werden). Konservierungsstoffe wie z.B. Neomycin, Thiomersal oder  Lysozym (Hühnerfibroblasten) können bedenklich sein, auch Latex (z.B. Verschlusspfropfen der Impfstoffgefäße) und sogenannte Hilfsstoffe (geschmacksgebende Zusätze wie Fenchel, Pfefferminz, Kümmel, Himbeere etc.). Bei bekannter Schockreaktion auf o.g. oder ein anderes Antibiotikum sollte dieses natürlich nicht im Impfstoff enthalten sein. Das betrifft z.B. auch die Kombi-Impfung gegen Masern-Mumps, Röteln und Windpocken. Das Mittel Priorix (freigegeben ab 9 Monate) von Glaxo-Smith-Kline enthält neben Hühnereiweiß auch Neomycin, laut Hersteller aber angeblich unbedenkliche Restmengen aus dem Herstellungsverfahren.

 

Pollenallergiker und Menschen mit Nahrungsmittel- oder Medikamentenallergie haben möglicherweise ein erhöhtes Risiko, nach Grippeschutzimpfungen allergisch zu reagieren. Zu diesem Schluss kommt die schwedische Arzneimittelbehörde Läkemedelsverket. Auffällig häufig wurden allergische Reaktionen bei diesem Personenkreis festgestellt. Die Behörde warnt: „Das mutmaßlich erhöhte Risiko für Allergiker muss vor der Impfung berücksichtigt werden.“ Insbesondere muss sichergestellt werden, dass für eine sofortige Notfallbehandlung gesorgt werden kann. Auch wichtig: Neurodermitis wird nicht durch eine Impfung ausgelöst, ein Neurodermitisschub kann aber durchaus nach einer Impfung auftreten.

 

Den Forschern des Paul-Ehrlich-Instituts ist es gelungen, durch modifizierte Impfviren die Entstehung einer Lebensmittelallergie auf Hühnereiweiß zu verhindern. Hierbei handelt es sich um modifiziertes Vacciniavirus Ankara (MVA), durch das der Körper sich an die genetische Information des Allergens – hier Hühnereiweiß- gewöhnen soll. Durch diese Impfmethode wird die genetische Information des Allergens zuerst in die Antigen präsentierenden Zellen des Körpers transportiert und erst dort zum Protein (Allergieauslösendes Eiweiß) umgebaut. Hierbei kommt das Immunsystem nur in Fragmenten mit dem Allergen in Berührung, wodurch schwere allergische Reaktionen wie beim Direktkontakt ausbleiben.

 

Impfen während einer Hyposensibilisierung ist kein Problem. Allerdings sollte die Hypo frühestens eine Woche nach der Impfung begonnen werden, wenn die Impfung subkutan (unter die Haut) gegeben wird.

 

Impftermine bei Kindern richten sich der Einfachheit halber nach den Terminen der U-Untersuchungen, so ist meist kein zweiter Termin notwendig. Nicht impfen sollte man bei akutem Neurodermitis-Schub, Erkältungen, starkes Unwohlsein o.ä. Manche Ärzte empfehlen auch, Impftermine eher in die kühlere Jahreszeit (früher Frühling, Herbst/Winter) zu legen. Eine anstehende U-Untersuchung ist jedenfalls kein zwingender Impfgrund, diese kann jederzeit nachgeholt oder im Bedarfsfall (z.B. Tetanus) wahrgenommen werden.

 

Eine Untersuchung zeigte, dass Kinder, die antroposophisch ernährt werden (natürliche Lebensmittel, keine Fertigkost, wenig Zusatzstoffe) kaum allergische Reaktionen aufweisen, sie vertragen auch wegen des meist allergenarmen Umfelds und Ernährung Impfungen viel besser.

 

Im Einzelfall empfehlen sich statt einmaligen 5- oder 6fach-Impfung lieber Einzelimpftermine, da können eventuelle Reaktionen besser zugeordnet werden. Dr. Grüber, Klinik für Pädiatrie, Pneumologie, Immunologie an der Charite` Berlin, rät aber zu besonderer Vorsicht bei stark bzw. aktuell auf Hühnerei reagierenden Kindern. Die Gesellschaft Pädiatrische Allergologie (GPA) hat ein Positionspapier entwickelt, das Ärzten konkrete Infos gibt, welche Optionen es bei Kindern gibt, die ein deutlich erhöhtes Risiko zu Impfreaktionen oder bei denen in der Vergangenheit im Rahmen einer Impfung zu allergischen Reaktionen gekommen ist. Hier ist z.B. sinnvoll, mit halbierter Impfdosis oder entsprechend langer Beobachtungszeit zu impfen. Nach einer Impfreaktion empfiehlt das Positionspapier grundsätzlich Hauttests mit dem Impfstoff bzw. den einzelnen Komponenten der Impflösung, um künftig Reaktionen zu vermeiden.

 

 

Die Impfexperten von www.impfbrief.de und des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg empfehlen:

·       Patienten mit Hühnereiallergie können geimpft werden, wenn sie Rührei vertragen (siehe auch www.gesundheitsplattform.brandenburg.de ). Auch Patienten, die nach Hühnerei Urtikaria bekommen, können geimpft werden. Bei ihnen ist jedoch eine Nachbeobachtungszeit von mindestens 30 Minuten erforderlich.

·       Patienten mit schweren allergischen Reaktionen auf Hühnerei wird von einer Impfung mit hühnereiweißhaltigen Impfstoffen abgeraten.

 

Welche möglichen Gefahren sind bei den Impfungen zu beachten? Diphterie/Tetanus; Geimpfte Kinder entwickeln Antikörper, Atopiker generell etwas mehr als „gesunde“, in der Gesamtwirkung kaum Unterschied. Die sogenannte „azelluläre“ Impfung wirkt stärker. Pertussis (Keuchhusten); Die IgE-Antwort (Reaktionen) ist dosisabhängig. Die ganzzelluläre Impfung unterdrückt die Bildung von IgE, das IgG ist aber immer vorhanden. Diese Impfung spielt für Atopiker keine Rolle, Immunreaktionen sind unwahrscheinlich. Polio; die Polio-Impfung spielt für Allergiker auch keine Rolle, da das Affennebennierenrindenhormon als Basisstoff nicht als Allergen wirkt. Impfungen gegen Atemwegserkrankungen; die Impfung scheint laut aktuellen Studien entgegen der Erwartungen nicht generell vor Asthma/Allergien zu schützen, senkt aber grundsätzlich das Risiko. MMR; geimpfte Kinder zeigen häufiger allergische Reaktionen. Im Einzelnen ist zu beachten, dass die Impfung gegen Röteln im Gegensatz zu Jungen bei Mädchen ein Muss ist! Jungen sollten aber unbedingt gegen Mumps geimpft werden, hier gibt es einen synthetischen Wirkstoff als Ersatz zu hühnereihaltigen Impflösungen, die Wirkung ist aber nicht besonders ausgeprägt. Masern; für alle gleich wichtig wegen der eventuellen Folgen (Hirnhautentzündung, Herzmuskelerkrankungen). Grippe- und Gelbfieberimpfung; empfiehlt sich nicht bei Asthma und Allergien, da hier höhere Konzentrationen von Hühnereiproteinen gemessen wurden. Unter stationären Bedingungen kann eine Impfung probiert werden. Für die Grippeimpfung steht ein Ersatzstoff aus reinen Zellkulturen (ohne Eiweiß) zur Verfügung (Fa. Novartis). Zeckenimpfung (FSME); der Wirkstoff wird aus Bindegewebskulturen embryonaler Hühnerzellen, z.T. menschlichen Kulturen, gezüchtet (auch für die MMR-Impfung geeignet). Hühnereiallergiker mit Sofort- oder Kreislaufreaktionen sollen diese Impfung auch nur stationär durchführen lassen. „Normale“ Reaktionen mit Hautausschlag, Magen-Darm-Beschwerden sind i.d.R. mit der Beobachtungsphase beim Arzt abgedeckt. Schweinegrippe; der handelsübliche Impfstoff  wird aus angebrüteten Hühnereiern hergestellt und enthält Eiweiß in relevanter Menge. Hochsensible Allergiker (z.B. chronische Nesselsucht, Asthma, IgE-vermittelte Allergien, Allergien auf Medikamentenbestandteile) können Probleme damit bekommen. Bei solchen vorhersehbaren schweren Reaktionen die Impfung immer stationär durchführen!

Impflösungen auf Hühnereifibroblasten-Protein-Basis mit mikroskopisch kleinen Eiweißbestandteilen soll dem  Patienten laut DAAB e.V. „so gut wie keine Probleme“ mehr bei der Impfung bereiten, der Patient sollte danach möglichst aber 90 Minuten in der Praxis bleiben! Der Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA) empfiehlt sogar 2 Stunden Verweildauer mit ständig griffbereitem Notfallset. Als synthetischer Impfstoff steht Triviraten (auch Gelatinefrei) zur Verfügung. Das Schweizer Präparat ist auch hier zugelassen, allerdings besteht keine Rechtssicherheit bei eventuellen Impfschäden.

Zu Thema  Masernimpfungen gibt es einen interessanten Beitrag der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP): Demnach hat das „Goldene Brett 2015“ der Masernvirus-Leugner Stefan Lanka (Molekularbiologe) erhalten. Lanka bestreitet, dass Viren Krankheiten auslösen können. Er ist nicht nur ein prominenter Impfgegner, sondern auch Anhänger der „Neuen Germanischen Medizin“ (siehe u.a. vorherige Kolumne) und provoziert mit wissenschaftlich unhaltbaren Thesen. So sieht er z.B. die Maserninfektion als Folge einer „innerpsychischen Ursache“. Lanka hat im November 2011 einen Preis von 100.000 € für jene Personen ausgelobt, die ihm anhand eines wissenschaftlichen Beitrags Existenz und Größe von Masernviren mit wissenschaftlichen Methoden belegen können. Der deutsche Mediziner David Bardens glaubte zunächst an einen Scherz, legte dann aber nicht nur eine, sondern sechs Publikationen vor, die das Virus eindeutig belegten, das von Lanka aber weiter geleugnet wurde. Am Ende eines langen Rechtsstreits musste das Oberlandesgericht Stuttgart (Urteil vom 16.2.2016) dann aus formaljuristischen Gründen Lanka insofern Recht geben, als er nicht zur Zahlung des Preisgeldes verpflichtet ist. Der Grund für diese obskure Entscheidung: anders als gefordert hat Bardens nicht eine, sondern sechs Publikationen vorgelegt, somit nicht die geforderte Voraussetzung eines einzigen wissenschaftlichen Beitrags erfüllt! Unbestritten ist laut Gericht die Existenz des Masernvirus und führt damit die Behauptungen Lankas ad absurdum, aber um das ausgelobte Geld zu erhalten, musste dem Wortlaut der Auslobung genau gefolgt werden.

Fragt der Kinderarzt: „Hatte Ihr Sohn schon die Masern?“ „Nein“, antwortet die Mutter alamiert, „aber sagen Sie nichts davon, er will immer alles sofort haben!“

Wie oben schon erwähnt, bergen Impfungen nicht generell, aber je nach Impflösung für (kleine) Allergiker größere Risiken einer allergischen Reaktion, so auch in diesem Fall: zwei Kinder einer mit Allergien vorbelasteten Familie reagierten auf Kuhmilch IgE-vermittelt mit anaphylaktischen Reaktionen und massiven Quaddeln, dazu kamen diverse andere Allergien, auch Heuschnupfen und Asthma sowie bei einem der Jungs fototoxische Reaktionen auf Sonnen- bzw. Lichteinstrahlung. Laut der naturheilkundlich geprägten Ärztin (Homöopathin) entsprang das aber alles der Fantasie der Mutter, statt Allergie vermutete sie einen Leberschaden bzw. die Begleitfolgen des Zahnens. Die „Erkältungen“ (Asthma) wollte sie mit spasmuslösenden Säften behandeln. Eine Bruker-Jüngerin wurde hinzugezogen und empfahl die „vitalstoffreiche Vollwertkost“, wonach die Neurodermitis extrem aufblühte (Nickel!). Außerdem wurde Quark gefüttert, weil nach Bruker solche Produkte auch bei einer Milcheiweißallergie bekömmlich sind, eine weitere Anaphylaxie belehrte die Eltern eines Besseren. Trotz der gravierenden Vorerkrankungen (ob Allergie oder „Einbildung“) wurde den Kindern die „Segnung“ einer Mehrfachimpfung (MMR) zuteil. Als unmittelbare Impffolge traten bei beiden Kindern synchron systemische Reaktionen wie hohes Fieber, Erbrechen und massiver Durchfall auf, die eine Notfallbehandlung in einer Kinderklinik erforderlich machten. Dort konnten die Folgen der Impfreaktion rasch aufgefangen werden, doch hätte sich bei sorgfältiger Anamnese durch den Kinderarzt und dem medizinischen Wissen um die möglichen Impfreaktionen sicher eine – für die Kinder schonende – Möglichkeit gefunden, die notwendige Impfung verträglicher zu gestalten. Nach dieser anschaulichen Lektion in Sachen allergischer Reaktionen wurden die Kinder dann, auch auf Drängen der Kinderklinik, endlich einem Allergologen vorgestellt (und in der Folge mir zur praktischen Umsetzung der nun erforderlichen Karenzen).

 

Text von und herzlichen Dank an:

Roswitha Stracke – Allergieberaterin
www.allergieberatung-stracke.de

 


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