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Immunglobulin E (IgE)

Bei Immunglobulin E (IgE, „IgE-Antikörper“) handelt es sich um Eiweiß, das körperfremde Substanzen abwehrt gemeinsam mit speziellen Abwehrzellen und gemeinsam mit Immunglobin A, D, MG und G zur Familie der Immunglobuline zählt, die an vielen Körperfunktionen beteiligt sind. Die Immunglobuline E spielen eine große Rolle bei Allergien und Neurodermitis.

Das Immunglobulin E wird in den Plasmazellen, einer Art der weißen Blutkörperchen, hergestellt und kann sich unter anderem mit Mastzellen verbinden. Es kann sich aber auch an Antigene, also Fremdstoffe im Blut, binden und dazu führen, dass die Mastzellen Abwehrsubstanzen wie das Histamin freisetzen. Bei einer Allergie halten die Immunglobuline E einen an sich harmlosen Stoff aus dem Allergen (zum Beispiel Eiweiße einer Birkenpolle) für gefährlich und lösen dieselben Abwehrreaktionen aus, als würde es sich um einen feindlichen, gefährlichen Eindringling wie einen Parasiten halten. Die Folge: allergische Reaktionen.

Das Eiweiß kommt nur in sehr geringer Konzentration im Blut vor, nur eins von tausend Immunglobuline sind vom Typ IgE. Dennoch können sie eine Menge im Körper ausrichten: wenn sie dafür sorgen, dass der Körper mit Histamin überschwemmt wird, droht ein lebensgefährdender allergischer Schock.

Immunglobulin E (IgE)-Werte bei gesunden und kranken Menschen

Ein Gesunder Erwachsener hat bis zu 100 U/ml – „Units pro Milliliter“ im Blut, Kinder zwischen einem und drei Jahren bis zu 50 U/ml, im ersten Lebensjahr höchstens 10 U/ml. Mittels einer Blutuntersuchung (Enzymimmunoassays, EIA) können spezifische Immunglobuline E gemessen werden, etwa solche, die auf Pollen, Hausstaub oder Nahrungsmittel reagieren.

Die IgE-Werte können darauf hinweisen, dass eine Allergie oder ein Parasitenbefall vorliegt. Bei Neurodermitis und Allergien wie Heuschnupfen oder einer Nahrungsmittelallergie (siehe Atopie) sind die Werte oft – aber nicht immer – erhöht. Denn die Allergene wie bestimmte Blüten führen dazu, dass mehr passendes Immunglobulin E im Körper hergestellt wird. Allerdings sind die Ergebnisse deutlich weniger aussagekräftig als die eines Hauttests – als ergänzende Hinweise können sie jedoch durchaus dienen.

Auch bei einem Befall des Organismus mit Parasiten steigen die IgE-Werte, ebenso bei der seltenen, bösartigen Erkrankung IgE-Plasmozytom.
Niedrige Werte deuten darauf hin, dass weder Parasitenbefall noch Allergie vorliegen. Deutlich verringerte Werte hingegen können Anzeichen für einen Immundefekt oder eine Krebserkrankung des Knochenmarks sein – dann fehlen jedoch meist auch die Immunglobuline der anderen Klassen oder sind stark vermindert.

Eine einzelne Messung ist übrigens nur bedingt valide – je nach Tageszeit und Jahreszeit können die IgE-Werte stark voneinander abweichen. Besser ist es daher, mehrere Werte über einen Zeitraum zu entnehmen.

Im Folgenden noch eine Übersicht zur Einordnung der IgE-Werte (CAP-Klassen):

  • Klasse 0: 0 < 0,35 kU/l: kein spezifisches IgE im Blut vorhanden
  • Klasse 1: 0,35 – 0,69 geringe Mengen an spezifischem IgE vorhanden
  • Klasse 2: 0,7 – 3,4 mäßige Konzentration an spezifischem IgE wurde gefunden
  • Klasse 3: 3,5 – 17,4 spezifisches IgE ist in größeren Mengen nachweisbar
  • Klasse 4: 17,5 – 49 -“-
  • Klasse 5: 50 – 100 -“-
  • Klasse 6: > 100 -“-

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