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Hyposensibilisierung

Medikamente zur Allergiebehandlung können eine Sensibilisierung gegen einen bestimmten Stoff nicht heilen, sondern lediglich die Symptome unterdrücken. Bei einer Hyposensibilisierung (auch als spezifische Immuntherapie, SIT, bezeichnet), wird versucht, das Immunsystem an die allergieauslösenden Stoffe zu gewöhnen.

Ein beim Betroffenen bekanntes Allergen wird über zwei bis drei Jahre immer stärker dosiert verabreicht. So soll sich der Körper an das Allergen gewöhnen und die Beschwerden verschwinden. jucknix erklärt im weiteren die wichtigesten Fragen zur Hyposensibilisierung:

Wann ist eine Hyposensibilisierung sinnvoll?

Zunächst muss einwandfrei festgestellt werden, gegen welche Allergene man sensibilisiert ist. Dies erfolgt durch einen umfassenden Allergietest beim Arzt. Die Therapieform der Hyposensibilisierung wirkt vor allem bei Heuschnupfenallergikern, erzielt aber auch bei anderen Allergenen Erfolge. Dies sind u.a. Hausstaubmilben, Tierhaare und Schimmelpilze.

Bei Neurodermitikern, die gleichzeitig unter einer Allergie leiden, können sich zwar positive Erfolge hinsichtlich der Sensibilisierung ergeben, jedoch kann es zu einer Verschlechterung des Hautbilds führen, da es sich bei einer Hyposensibilisierung um einen massiven Eingriff ins Immunsystem handelt.

 Nicht durchgeführt werden sollte eine Hyposensibilisierung bei Kindern jünger als 5 Jahre sowie bei Schwangeren, bei Menschen mit schweren Erkrankungen des Immunsystems sowie während der Einnahme von Betablockern, bei einer bestehenden Krebserkrankung und / oder einer laufenden Chemotherapie.

Wie läuft eine Hyposensibilisierung ab?

Die Hyposensibilisierung wird über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren durchgeführt. Bei Pollenallergikern bieten sich als Startdatum die herbstlichen Monate nach der Pollenflugsaison an.

Wie wird eine Hyposensibilisierung verabreicht?

Am Anfang der Behandlungszeit werden Präparate, meist als Spritze, wöchentlich verabreicht.

Die Dosis wird nach und nach gesteigert. Im späteren Verlauf verlängern sich die Behandlungspausen auf 4 bis 6 Wochen. Darüber hinaus gibt es für Pollenallergiker eine Kurzzeittherapie, die vor der Pollenflugsaison über 6 Wochen erfolgt mit wöchentlichen Injektionen. Auch diese Therapie sollte über drei Jahre fortgesetzt werden.

Mittlerweile gibt es auch Hyposensibilisierungs-Therapien, die in Tropfenform verabreicht werden. Diese Therapien werden als "Sublinguale Immuntherapie" bezeichnet. Der Patient tropft sich die Pollenlösung unter die Zunge, Arzttermine sind dann weniger häufig. Somit ist die Hyposensibilisierung im Alltag besser zu organisieren. Für einige wenige Allergene existieren auch Präparate in Tablettenform, die ähnlich der Hyposensibilisierungs-Tropfen verabreicht werden. Für die Hyposensibilisierung in Tropfen- oder Tablettenform existerien weniger Studien, die die erfolreiche Behandlung belegen. Daher werden von Medizinern oftmals Injektionen bevorzugt.

Hilft eine Hyposensibilisierung immer?

Die Erfolgsquote ist abhängig vom Allergen, gegen das hyposensibilisiert werden soll. Bei Pollenallergikern liegt sie um 80%. Bei Erwachsenen, die sich bereits im Kindheitsalter gegen Pollen hyposensibilisiert haben, liegt die Quote sogar bei 90%. Eine frühzeitige Behandlung in Form einer Hyposensibilisierung erscheint damit sinnvoll. Zumal der Etagenwechsel von Heuschnupfen oder Neurodermitis hin zum Asthma unterbunden werden kann.

Bei Allergikern gegen Hausstaubmilben, Schimmelpilzen und Tierhaaren liegt die Erfolgsquote leider deutlich geringer

Welche Risiken bringt eine Hyposensibilisierung mit sich?

Die Behandlung gilt als sehr sicher. Kurz nach der Injektion oder Einnahme kann es vereinzelt zu Rötungen, Schwellungen oder Schwindel und Atemnot kommen. Daher muss der Patient nach der Behandlung sich Ruhe gönnen. Im Falle einer Injektion empfiehlt der Mediziner in der Regel, noch für 30 Minuten in der Praxis zu bleiben. Fälle, die einen anaphylaktischen Schock hervorrufen, sind sehr selten. 

Mehr zu: Hyposensibilisierung – Nebenwirkungen.

 

 

 

"Der Schriftbeitrag wurde von mir in meiner Eigenschaft als ärztlicher Beirat auf seine medizinische Aussagen geprüft. Es bestehen keine Bedenken. Der Beitrag eignet sich sehr gut als Vorinformation der Leidtragenden, kann jedoch nicht die individuelle ärztliche Diagnose, Beratung und Therapie ersetzen. Ich empfehle deshalb ausdrücklich den persönlichen Arztbesuch." Dr. med. Regine Sticken, Meldorf, www.hautarzt-meldorf.de


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