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Hydrophile Salbe

Hydrophile Salben („wasserliebende Salben“) sind eine Form der Arzneimittelzubereitung. Sie bestehen aus festen und flüssigen Macrogolen (Polyethylenglycolen, PEG) und sind entweder schon im Wasser enthalten oder gut in jedem Verhältnis damit mischbar, auch in kaltem Wasser.

Eine hydrophile Salbe (Unguentum emulsificans) ist eine wasseraufnehmende Salbe, die schwach riecht und Vaselin, dickflüssiges Paraffin sowie Cetylstearylalkohol enthält.

Bei Salben (Unguentum, kurz: Ungt.) handelt es sich um homogen aussehende, halbfeste Zubereitungen zur Anwendung auf der Haut oder auf den Schleimhäuten. Mittels Salbe wird ein Wirkstoff oder Pflegestoff lokal angewendet. Salben bestehen aus hydrophoben oder hydrophilen Grundlagen. Die Grundlage wiederum setzt sich zusammen aus natürlichen oder synthetischen Substanzen und kann entweder einphasig sein wie Vaseline oder mehrphasig als Wasser-in-Öl-Mischung. Arzneistoffe können gelöst, suspendiert oder emulgiert in die Salbengrundlage eingearbeitet werden. Andere halbfeste Zubereitungen sind Cremes, Pasten und Gele.

Neben der hydrophilen Salbe sind vor allem folgende Arten der Zubereitung von Salben von Bedeutung:

  • Wasserhaltige hydrophile Salbe (Unguentum emulsificans aquosum): eigentlich eine Creme, die zu 70% aus Wasser besteht und dadurch weniger fettet
  • Weiche Salbe (Unguentum molle): aus Vaselin und Wollwachs, ist stark fettend und geschmeidig
  • Wasserhaltige Cetylsalbe (Unguentum cetylicum cum aqua): Salbe mit hohem Wasseranteil und Cetylalkohol
  • Kühlsalbe (Unguentum leniens): schwach nach Bienenwachs riechende Zubereitung aus gelbem Wachs, Cetylpalmitat, Erdnussöl und Wasser. Enthält keinen Emulgator, stattdessen wird das Wasser mechanisch in der Salbengrundlage fixiert und beim Auftragen auf die Haut freigesetzt – das Wasser verdunstet, es tritt ein kühlender Effekt auf
  • Wollwachsalkoholsalbe (Unguentum Alcoholum Lanae / Unguentum adeps lanae): mit Wollwachsalkoholen und Vaselin
  • Lanolin DAB: wasseraufnahmefähige Grundlage mit 20% Wasser, 15% dickflüssigem Paraffin und 65% Wollwachs
  • Lanolin Ph. Helv.: ebenfalls wasseraufnahmefähig und zu 20% aus Wasser, jedoch 10% natives Olivenöl und 70% Wollwachs
  • Cetomacrogol-Salbe (Unguentum cetomacrogolis)
  • Zinksalbe (Unguentum Zinci): Wundsalbe mit Zinkoxid
  • Suspensionssalben und Lösungssalben

Nach der Art der Herstellung unterscheidet man die Lösungssalbe und die Suspensionssalbe.

Für die Lösungssalben sind lipophile Substanzen nötig, die sich in hydrophober Grundlage bei Raumtemperatur gut lösen. Dies ist jedoch seltener der Fall, weshalb es sich bei Salben meist um Suspensionssalben handelt.

Bei Suspensionssalben zerkleinert und siebt man den abgewogenen Wirkstoff, reibt ihn an und verarbeitet ihn mit dem gleichen Anteil eines Rezepturbestandteils möglichst homogen.

Hydrophile Salbe oder hydrophile Creme?

Anders als Salben bestehen Cremes aus zwei Phasen – einer hydrophilen und einer lipophilen, die lipophile ist eine wasseraufnehmende Phase. Für Cremes sind immer Emulgatoren notwendig. Die hydrophhile Creme besteht aus einer wässrigen, hydrophilen Phase im Äußeren, im Inneren liegt eine wasseraufnehmende Salbe mit einem Öl-in-Wasser-Emulgator oder einem Komplexemulgator. Bei lipophilen Cremes sind die Phasen vertauscht.
Hergestellt werden hydrophile Cremes, indem beide Phasen getrennt auf 60-70°C erhitzt werden, anschließend rührt man die abgekühlte hydrophile in die lipophile Phase ein.
 


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