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Homöopathische Behandlungsmöglichkeiten bei Heuschnupfen

Der Heuschnupfen, der auch unter den Begriffen Heufieber, Rhinitis allergica saisonalis oder Pollinosis bekannt ist, ist eine allergisch bedingte Entzündung der Nasenschleimhaut, die vorwiegend durch pflanzliche Pollen ausgelöst wird und demnach in der pflanzlichen Blütezeit von Frühling bis Herbst auftritt.[1]

Zu den klassischen Symptomen des Heuschnupfens werden gezählt:

  • Schnupfen mit Niesattacken (Rhinitis)
  • Entzündung der Augen (Konjunktivitis)
  • Jucken und Brennen im Mund- und Rachenbereich.

Mitunter leiden die Betroffenen auch unter Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Müdigkeit und bisweilen auch Schlafstörungen. Atembeschwerden wie Husten, anfallartige Atemnot und pfeifende Atmung können hingegen auf ein Asthma bronchiale (kurz Asthma genannt) hindeuten, das bei einem Drittel der Heuschnupfen-Patienten zusätzlich hinzutreten kann.

Im Rahmen der allergischen Reaktion beim Heuschnupfen werden für den Menschen ungefährliche Pflanzenpollen fälschlicherweise vom Abwehrsystem (Immunsystem) als bedrohlich erkannt, was dessen Überreaktion und die damit verbundenen Symptome zur Folge hat. Leiden bereits mehrere Mitglieder der Familie an Heuschnupfen (familiäre Belastung) muss mit einem höheren Risiko gerechnet werden, ebenfalls daran zu erkranken. Zudem scheinen Zigarettenrauch und übertriebene Hygiene im Elternhaus und sozialem Umfeld die allergische Bereitschaft eines kindlichen Organismus zu erhöhen. Die Zahl der Erkrankten steigt vor allem in den Industrienationen in den letzten Jahrzehnten sprunghaft an, was darauf hinweist, dass der dort praktizierte, sogenannte moderne Lebensstil das Auftreten von Heuschnupfen fördert.[2]

Die Möglichkeiten der Homöopathie bei Heuschnupfen

Der Heuschnupfen bringt oft wesentliche Einschränkungen für die Lebensqualität mit sich und viele Betroffene kommen auf ihrer Suche nach einer nebenwirkungsarmen und gut verträglichen Therapiemethode mit der Homöopathie in Kontakt. Die Behandlung mit potenzierten, homöopathischen Arzneien soll nicht nur Symptome dämpfen, sondern wird auch als tiefgreifende Regulationstherapie verstanden, die in die fehlgeleitete Immunantwort eingreifen soll. In Studien konnte gezeigt werden, dass die homöopathische Behandlung die Lebensqualität von Heuschnupfen-Patienten steigern kann und der schulmedizinischen Therapie teilweise ebenbürtig zu sein scheint.[3][4] Bei der homöopathischen Behandlung werden nicht nur die unterschiedlich ausgeprägten Symptome, sondern auch individuelle Charaktereigenschaften, Gemütssymptome und Reaktionsmuster (Modalitäten) berücksichtigt. Homöopathen verordnen meist schon rechtzeitig vor der Heuschnupfensaison die passende Arznei, die dem individuellen Gesamtbild des Patienten entspricht.[5]

Für die Selbstbehandlung im Akutfall besteht hingegen die Möglichkeit, auf bewährte Arzneien zurückzugreifen, die ein sehr breites Wirkungsspektrum aufweisen und sich in ihren jeweiligen Leitsymptomen voneinander unterscheiden. So wird zum Beispiel das Mittel Euphrasia (aus dem Augentrost, Euphrasia officinalis) vor allem bei mildem Schnupfen mit deutlichen Beschwerden am Auge und reichlichem Tränenfluss verordnet. Bei Tendenz zu verstopfter Nase mit trockenen, krustigen Absonderungen wird hingegen die Arznei Luffa (aus der Schwammgurke, Luffa operculata) oft angewendet, vor allem wenn der Patient während des Heuschnupfens unter Kopfschmerzen, Lustlosigkeit und Müdigkeit leidet. Galphimia glauca (aus Thyrallis glauca) wird die größte Breitenwirkung bei der Behandlung des Heuschnupfens zugesprochen.[6] In einer von der Carstens-Stiftung geförderten Analyse wurden 11 Studien mit diesem homöopathischen Einzelmittel an insgesamt 1038 Heuschnupfen-Patienten verglichen und ausgewertet. Die Behandlung mit Galphimia glauca zeigte sich hierbei gleich erfolgreich wie die schulmedizinische Therapie.[7] Eine gute Übersicht und weiterführende Informationen über die gängigsten Akutmittel bietet zum Beispiel der Artikel „Globuli bei Heuschnupfen“ von globuli.de.

Die richtige Behandlung mit einem Homöopathikum

Ist das entsprechende Mittel gewählt, wird es mehrmals täglich eingenommen, wofür sich niedrige Dosierungen wie D6 sehr gut eignen. Globuli können eine empfehlenswerte Darreichungsform sein, da sie aufgrund ihrer kleinen Größe schon bei Säuglingen und Kleinkindern angewendet werden können und im Gegensatz zu homöopathischen Tabletten frei von Milchzucker (Laktose) sind. Bei einer tiefen Potenz wie D6 werden bei akuten Beschwerden alle halbe bis ganze Stunde 5 Globuli bis zum Eintritt einer Besserung, jedoch höchstens 6-mal täglich verabreicht. Säuglinge erhalten ein Drittel, Kinder bis zum 6. Lebensjahr die Hälfte und Kinder vom 6. bis zum 12. Lebensjahr zwei Drittel dieser Dosis.[8] Die Behandlungsdauer wird im Akutfall so lange fortgesetzt, bis eine Besserung der Symptomatik auftritt. Tritt eine solche jedoch nicht auf, sollte auf ein Alternativmittel der gewählten Arznei ausgewichen und im Zweifelsfall der Rat eines erfahrenen Homöopathen eingeholt werden.

Grenzen der Homöopathie

Auch wenn die Homöopathie sowohl in Studien als auch in der praktischen Anwendung gute Resultate bei Heuschnupfen zu erzielen scheint, ist diese Therapiemethode in bestimmten Fällen nicht ausreichend und muss durch schulmedizinische Maßnahmen ergänzt oder ersetzt werden. Bei einem Drittel der Heuschnupfen-Patienten entsteht zusätzlich ein Asthma, bei welchem ärztlicher Rat eingeholt werden sollte. Häufig sind Betroffene zudem gegen mehrere Stoffe (Allergene) allergisch, zudem können Kreuzallergien auftreten, bei denen zum Beispiel auch Nahrungsmittel die Heuschnupfen-Symptome verstärken können. Da es bei Allergien und Kreuzallergien theoretisch zu einem anaphylaktischen Schock kommen kann, eine überaus heftige Reaktion des Abwehrsystems, die tödlich enden kann, sollten Allergiker einen Allergietest beim Arzt machen, welcher darüber Aufschluss gibt, gegen welche Stoffe Allergien bestehen. Eine Desensibilisierung, bei der sich der Körper sich schrittweise an den allergieauslösenden Stoff gewöhnen soll, ist vor allem dann eine sinnvolle Option, wenn sich der Kontakt mit dem Allergen nicht vermeiden lässt, oder der Betroffene trotz homöopathischer Behandlung unter starken Symptomen leidet.

 
 
Quellenangabe:
 
[1] Pschyrembel Willibald: Pschyrembel, klinisches Wörterbuch, de Gruyter Verlag, 259. Auflage, 2001, S. 695
[2] Bierbach Elvira (Hrsg.): Naturheilpraxis heute. Lehrbuch und Atlas, Elsevier, Urban & Fischer, 3. Auflage, 2006, S. 576 – 577
[3] Goossens M., Laekeman G., Aertgeerts B., Buntinx F.: Evaluation of the quality of life after individualized homeopathic treatment for seasonal allergic rhinitis. A prospective, open, non-comparative study, Homeopathy, Januar 2009, S. 11 – 16
[4] Bellavite P., Marzotto M., Chirumbolo S., Conforti A.: Advances in homeopathy and immunology: a review of clinical research. Frontiers in Bioscience, Juni 2011, S. 1363 – 1389 ​
[5] H. Pfeiffer, M. Drescher, M. Hirte (Hrsg.): Homöopathie in der Kinder- und Jugendmedizin. Elsevier, Urban & Fischer, 2007, S. 320 – 336 ​
[6] Eisele M., Friese K., Notter G., Schlumpberger A.: Homöopathie. Indikations- und Wirkstoffbezogene Beratungsempfehlungen. Deutscher Apotheker Verlag, 5. Auflage, 2009, S. 53 ​
[7] Lüdtke R., Wiesenauer M.: A meta-analysis of homeopathic treatment of pollinosis with Galphimia glauca, Wiener Medizinische Wochenschrift, Springer Verlag, 1997, S. 323 – 327
[8] Deutsche Homöopathie-Union (DHU): Homöopathisches Repetitorium, Verlag der DHU, 2007, S. 13

 


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