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Histamin

Histamin ist ein sogenanntes biogenes Amin. Es entsteht, wenn Kohlendioxid von Aminosäuren im Körper abgespalten wird. Histamin befindet sich im Gewebe des pflanzlichen, tierischen und menschlichen Organismus. Es gibt sowohl körpereigenes Histamin als auch welches, das als Bestandteil von Nahrungsmitteln aufgenommen wird.

Histamin – Aufgaben und Probleme

Der Stoff ist an zahlreichen Funktionen im Körper beteiligt, unter anderem am Zellwachstum und bei der Bildung von Magensaft. Der Organismus lagert das Histamin Blutzellen und Gewebszellen ein. Dort wartet es darauf, freigesetzt zu werden.

Freigesetzt wird es zum Beispiel dann, wenn Entzündungsreize auf den Körper einwirken. Das kann Teil einer gesunden Reaktion, oder aber auch unnötig im Rahmen einer allergischen Reaktion geschehen.

Histamin kann, wenn der Körper davon überlastet wird, Probleme auf fünf verschiedene Weisen verursachen:

  • Auf der Haut können sich verschiedene Symptome zeigen
  • Das Bronchialsystem kann belastet werden
  • Es beeinträchtigt den Magen-Darm-Trakt
  • Die Gefäße des Herz-Kreislauf-Systems können erweitert werden
  • Das zentrale Nervensystem kann beeinflusst werden

Hinweis: eine "Histamin-Allergie" gibt es nicht.

Histamin, Haut und Bronchien

Histamin bildet die Grundlage von allergischen Erkrankungen indem es die Blutgefäße erweitert, deren Durchlässigkeit steigert, mehr Blutpasma ins Hautgewebe strömen lässt und den quälenden Juckreiz auslöst. Da Gefäßwände durch die Histamausschüttung durchlässiger werden, schwellen Haut und Schleimhäute an.

Nichts anderes passiert bei Betroffenen in den Bronchien. Auch hier werden durch das Histamin die Gefäße erweitert, mehr Blutpasma strömt in die Schleimhäute und lässt diese anschwellen. Schleimhäute befinden sich auch in der Nase und in den Lungenflügeln. Die Atemwege schwellen an, das Atmen wird schwerer. Dass sich durch das Histamin zusätzlich auch die glatte Muskulatur an den Bronchen zusammenzieht, verschlimmert die Probleme.

Histamin im Magen-Darm-Trakt

Histamin wird im Darm abgebaut, und zwar vom Enzym Diaminoxidase, kurz DAO. Befindet sich zu wenig DAO im Körper, kann das aufgenommene Histamin nicht verarbeitet werden, es kommt zu einer Überlastung, weil die unverarbeiteten Histamine über die Darmwände ins Blut und von dort aus durch den ganzen Organismus transportiert werden.

Verdauungsbeschwerden sind die häufigsten Histaminintoleranz-Symptome.

Auch das Herz-Kreislauf-System wird beeinflusst

Die erweiterten Gefäße können zu einem Blutdruckabfall, zu Herzrasen oder zu Herzrhythmusstörungen führen.

Histamin und das zentrale Nervensystem

Von den erweiterten Blutgefäßen ist auch das zentrale Nervensystem betroffen. Migräneanfälle und Kopfschmerzen sind ein häufiges Symptom einer Unverträglichkeit gegenüber Histamin.

Auf Histamin verzichten?

Empfohlen wird daher bei Histaminintoleranz, Allergien, Nesselsucht, Asthma und Neurodermitis eine Ernährung mit Lebensmitteln, die histaminarm sind bzw. die Ausschüttung des körpereigenen Histams nicht unterstützen. Dies kann helfen, allergische Reaktionen, Hautausschlag und Juckreiz deutlich zu reduzieren.

Lebensmittel mit Histamin

Histamin kommt naturgemäß in zahlreichen Lebensmitteln vor.

In der Lebensmittelindustrie entsteht Histamin zudem bei Gärungsprozessen. Aufgrund des messbaren Histamins können Hersteller und Händler von Nahrungsmitteln auf die Frische deren rückschließen.  

Die Bandbreite des Histamingehalts in Nahrungsmitteln ist sehr weit, sie beträgt zwischen 0,0005% – 0,25%. Daher kommt der Auswahl der "richtigen" Nahrungsmittel eine hohe Bedeutung zu.

Obwohl Nahrungsmittelempfehlungen nicht generell ausgesprochen werden können, da jeder unterschiedlich reagiert, sollte man bei einer möglichen Histaminintoleranz vor allem bei folgenden Nahrungsmitteln vorsichtig sein:

  • Generell frische, ungespritzte Nahrungsmittel kaufen und verzehren
  • Früchte und Gemüse: Früchte und Gemüse mit hohem Histamgehalt sollten gemieden werden. Dies sind u.a. Banane, Tomate, Erdbeere und Spinat.
  • Fisch: Fischsorten wie Makrele, Sardelle, Hering, Blaubarsch und Thunfisch einschränken/meiden. Frischen oder tiefgekühlten Fisch gegenüber geräuchertem, getrocknetem oder gesalzenem vorziehen. Fisch vor der Zubereitung wässern, da Histamin wasserlöslich ist.
  • Wein und Bier: Weißwein ist besser als Rotwein: Besonders hohen Histamingehalt haben französische Rotweine, Chianti und Muskat. Einige Hersteller bieten inzwischen histaminarmen oder histaminfreien Wein an. Auch Bier enthält Histamin, der Konsum sollte daher eingeschränkt werden.
  • Käse: Generell weisen Käsesorten, die eine lange Reifezeit haben, einen höheren Histamingehalt auf. Daher Streichkäse und Butterkäse anstelle von Hartkäse verwenden. Jungen Käse gegenüber altem, lange gereiftem Käse vorziehen. Der höchste Gehalt an biogenen Aminen befindet sich im Rindenbereich.
  • Wurstwaren: Fleischwurst (gekocht) oder gekochter Schinken anstelle von Rohwurst (z.B. Salami) verzehren.
  • Schokolade: Schokolade kann größere Mengen an Histamin enthalten. Daher den Verzehr von Süßigkeiten einschränken. Auslöser einer allergischen Reaktion muss aber nicht zwangsläufig das Histamin sein. Auch andere Inhaltsstoffe der Schokolade, wie die verwendete Milch oder Nusszutaten können für die allergische Reaktion verantwortlich sein.

Mehr dazu unter histaminarme Lebensmittel.

Was sind Antihistaminika?

Antihistaminika hindern das körpereigene Histamin daran, sich an andere Zellen zu heften, was dann den Juckreiz bei Neurodermitis, die Atembeschwerden bei Asthma oder die Quaddeln bei Nesselsucht lindert.

 


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