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Herpes genitalis

Herpes genitalis (Genitalherpes) ist eine sexuell übertragbare Krankheit. In den meisten Fällen geschieht die Ansteckung durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Partner. Allerdings kann auch eine Schwangere, die sich mit dem Herpes-Virus infiziert, den Erreger bei der Geburt auf das Neugeborene übertragen. Für dieses kann die Infektion mitunter sehr gefährlich sein.

Herpes genitalis zeigt sich durch Juckreiz, Brennen und Kribbeln im Intimbereich – genauer: an der Vulva, am Penis und allgemein den äußeren Geschlechtsorganen – sowie durch verstärkten Ausfluss. Aus den anfangs geröteten Hautstellen entwickeln sich Bläschen, die sich erst mit Flüssigkeit füllen und anschließend verkrusten. Auch Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen können Symptome eines Herpes genitalis sein.

Herpes genitalis und Herpes labialis

In 50 bis 70 Prozent aller Infektionen ist der Herpes-Simplex-Virus vom Typ 2 (HSV 2) verantwortlich. Die Herpes-Simplex-Viren vom Typ 1 dagegen verursachen meist Lippenherpes (Herpes labialis). Von diesem Virus sind die meisten Menschen schon im Kindheitsalter infiziert. Der Herpes-Virus vom Typ 1 überträgt sich unbemerkt über Speicheltröpfchen oder als Schmierinfektion, wenn man mit virushaltiger Bläschenflüssigkeit anderer Erkrankter in Berührung kommt. Dabei gelangen die Viren über kleine Verletzungen von Haut oder Schleimhaut in den Organismus und verweilen dort, bis der Mensch stirbt.  Nach der Erstinfektion können auch Jahre später erneut Beschwerden auftreten, man spricht dann von einem rezidivierenden Herpes labialis.

Der Genitalherpes ist leicht zu diagnostizieren

Diagnostiziert werden kann der Genitalherpes durch Betrachtung der Hautveränderung und ein Patientengespräch. Der Arzt kann die Diagnose sichern und den Erreger nachweisen, indem er einen Abstrich entnimmt.

Herpes genitalis wird mit Medikamenten behandelt, die die Viren hemmen, mit sogenannten Virustatika. Die Medikamente basieren auf Wirkstoffen wie Aciclovir oder Valaciclovir.

Wird die Behandlung rechtzeitig begonnen, können die Beschwerden gelindert und das Risiko für spätere Rückfälle mit erneuter Blasenbildung verringert werden. Allerdings bleibt das Virus in jedem Fall im Körper

Herpes genitalis – Ansteckung

Die Herpes-genitalis-Ansteckung lässt sich in 50 bis 70 % der Fälle auf eine Infektion mit Herpes-Simplex-Viren vom Typ 2 (HSV 2) zurückführen, nur zu 20 bis 30 Prozent auf Herpes-Simplex-Viren vom Typ 1 (HSV 1). Die Ansteckung mit HSV 1 führt in den meisten Fällen nicht zu Herpes genitalis, sondern zum Lippenherpes.

Die Viren werden durch Sex übertragen. So kommt es zur Herpes-genitalis-Ansteckung, wenn beim Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Partner Körperflüssigkeiten ausgetauscht werden. Frauen tragen die Viren häufiger in sich als Männer. Während neun von zehn Menschen den HSV1-Virus in sich tragen, sind „nur“ etwa 15 Prozent der Bevölkerung mit HSV 2 infiziert – sehr oft, ohne es zu wissen.

Wichtig: man kann sich nur einmal mit den Viren anstecken. Sie bleiben von diesem Moment an für immer im Körper und können lebenslang immer wieder akute Beschwerden verursachen, etwa wenn das Immunsystem geschwächt ist, oder bei Stress, oder bei der Regelblutung. Die Herpes-Viren setzen sich nämlich in bestimmten Nervensystem-Zellen, den Ganglien fest – dort sind sie weder für das Immunsystem, noch für Medikamente erreichbar.

Die Ansteckung kann daher auch Jahre zuvor erfolgt sein, ohne dass bereits Symptome aufgetreten sind. Dann sprechen Ärzte von einer latenten Infektion. Die latente – also symptomfreie Infektion – bleibt natürlich unbemerkt, kann sich beim Geschlechtsverkehr jedoch genauso auf den Partner übertragen.

Neben der Herpes-genitalis-Ansteckung beim Sex gibt es eine weitere, sehr seltene Möglichkeit: eine infizierte Mutter übertragt das Virus während der Schwangerschaft über die Gebärmutter (50% der Infektionen von Babys) oder bei der Geburt auf das Neugeborene  (ebenfalls 50%, Herpes neonatorum).

Beim Ungeborenen oder Neugeborenen sind die Folgen deutlich schwerwiegender als bei einem Erwachsenen: Haut, Schleimhäute, die Netzhaut der Augen und innere Organe können geschädigt werden.

Mittels Kaiserschnitt kann eine Übertragung der Viren auf das Kind bei der Geburt verhindert werden.

Herpes genitalis – Symptome

Die ersten Herpes-genitalis-Symptome treten innerhalb von zwei Wochen nach der Erstinfektion auf: unangenehme Gefühle im Intimbereich – Juckreiz und Brennen im Bereich der Scheide, Schamlippen oder des Penis. Auch die Hodenregion und der Analbereich sowie Gesäß, Oberschenkel können betroffen sein.

Sichtbar zeigen sich die Herpes-genitalis-Symptome durch typische Herpesbläschen, die sich aus Hautrötungen und leichten Schwellungen im Intimbereich entwickeln. Die Bläschen sind mit Flüssigkeit gefüllt und können brennen und jucken. Anschließend trübt sich der Inhalt der Bläschen. Ein bis zwei Tage später reißen sie ein und verkrusten.

Neben den unangenehmen Empfindungen und den Herpesbläschen kann der Genitalherpes noch weitere Symptome verursachen: so nimmt zum Beispiel der Ausfluss zu, oder es treten allgemeine Krankheitsgefühle und Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen auf. Im Leistenbereich können die Lymphknoten im Leistenbereich anschwellen.

Nach einigen Tagen klingen die Herpes-genitalis-Symptome in der Regel wieder ab.

Allerdings sind Personen mit eingeschränkter Immunabwehr gefährdet, weitere Komplikationen zu erleiden. Dazu zählen eine Infektion der Augennetzhaut durch das Herpes-Virus, die zur Erblindung führen kann, oder gar eine Herpes-Gehirnentzündung. Mit dem HSV 2 Infizierte sind zudem gefährdeter, sich mit HIV anzustecken.

In jedem Fall neigt der Herpes genitalis dazu, zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufzutreten – dabei spricht man von einem rezidivierenden Herpes. Begründet ist dies darin, dass sich die Viren auch nach dem Abklingen der Beschwerden im Körper festsetzen. Gewöhnlich sind die wiederkehrenden Symptome aber schwächer als die nach der Erstinfektion.

Siehe auch Herpes genitalis Bilder.

Herpes genitalis – Diagnose

Die Herpes-genitalis-Diagnose (Genitalherpes-Diagnose) ist aufgrund der typischen Beschwerden und Hautveränderungen des Patienten meist kein Problem für den Arzt: Juckreiz, Brennen und gerötete und geschwollene Haut / Schleimhaut sowie die charakteristischen mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen sprechen für die Herpes genitalis.

Allerdings können die Symptome denen einer anderen Infektion im Genitalbereich ähneln, wie denen einer Scheidenpilz-Infektion.

Um die Diagnose zu bestätigen, entnimmt der Arzt einen Abstrich der Bläschenflüssigkeit. So lässt sich auch herausfinden, ob eine Infektion mit dem Herpes-Simplex-Virus vom Typ 1 (HSV 1) oder vom Typ 2 (HSV 2) vorliegt. Dafür auch werden moderne Diagnose-Verfahren wie PCR (Polymerasekettenreaktion) eingesetzt, daneben sind Tests auf bestimmte Antikörper im Blut möglich.

Herpes genitalis – Behandlung

Bei der Herpes-genitalis-Behandlung setzt man vor allem auf virushemmende Medikamente, sogenannte Virustatika. Damit lässt sich der Genitalherpes in der Regel sehr gut therapieren.

Die Virustatika enthalten einen der folgenden Wirkstoffe:

  • Aciclovir
  • Famiclovir
  • Valaciclovir

Die Wirkstoffe hindern die Herpes-Simplex-Viren daran, sich weiter auszubreiten und mildern damit den Krankheitsverlauf. Die Mittel werden für fünf bis zehn Tage in Tablettenform eingenommen.

Wird die Herpes-genitalis-Behandlung rechtzeitig eingeleitet, so sinkt das Risiko wiederkehrender Infektionen, weil die Viren sich dann oft noch nicht von den Nervenbahnen aus ausgebreitet haben.

Während die Erkrankung üblicherweise nur sehr bedingt gefährlich ist, kann sie bei Ungeborenen oder Neugeborenen ernste Komplikationen verursachen. Wenn eine Schwangere mit Herpes genitalis infiziert ist, kann sie das Kind während der Schwangerschaft oder bei der Geburt anstecken. In diesen Fällen werden Virustatika auch ohne akute Symptome verordnet.

Die äußerliche Behandlung des Genitalherpes spielt kaum eine Rolle – anders als beim Lippenherpes, bei dem häufig Cremes und Salben zum Einsatz kommen.

Herpes genitalis vorbeugen

Einem Herpes genitalis vorbeugen – das geht zumindest teilweise. Kondome verringern das Ansteckungs-Risiko.

Während vom Herpes-Simplex-Virus vom Typ 1 etwa 90 Prozent der Bevölkerung betroffen sind, sind deutlich weniger Menschen mit dem Virus vom Typ 2 infiziert. Man schätzt, dass bei rund 90 Prozent aller Erstinfektionen mit dem Herpes-Virus keine Beschwerden auftreten – und die Infektion somit lange unerkannt bleibt. Wo die Krankheit unerkannt bleibt, schützt man den Partner auch nicht bewusst vor einer Ansteckung.

Weiß man um die eigene Infektion, sollte der Partner vor allem im ersten Monat nach dem Abklingen der Herpes-genitalis-Erkrankung mit einem Kondom geschützt werden – in diesem Zeitraum ist die Ansteckungsgefahr nämlich besonders hoch, auch wenn die Symptome bereits wieder verschwunden sind. Treten beim Partner Symptome auf, sollte dieser baldmöglichst einen Arzt aufsuchen, da eine schnelle Behandlung die Gefahr wiederkehrender Beschwerden senkt.

Nicht-Infizierte sollten nicht die Hautbläschen von Erkrankten berühren oder sich danach jedes Mal sehr gründlich die Hände waschen. Geschlechtsverkehr sollte in der Zeit akuter Symptome (Bläschen, Juckreiz, Brennen, Fieber) nicht stattfinden.

Da Herpes genitalis oft dann erneut auftritt, wenn das Immunsystem geschwächt ist, kann eine gesunde Lebensweise ohne Zigaretten und übermäßigen Stress und mit viel Obst und Gemüse dazu beitragen, einem wiederaufblühenden Herpes genitales vorzubeugen.

Ist eine Frau in der Schwangerschaft erstmals mit dem Herpes-Simplex-Virus infiziert, kann eine Geburt mit dem Kaiserschnitt ratsam sein, um die Ansteckungsgefahr für das Neugeborene zu senken.
 


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