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Heilpraktikerin Ursula Gruber über ihre Neurodermitis und ihren Weg zur Linderung

Ursula Gräber ist selbst Langzeit-Betroffene der Neurodermitis. Wie sich die Krankheit entwickelt hat, worin sie ihre Ursachen sieht und wie sie letzlich ihren Weg zur Linderung gefunden hat, das verrät sie im jucknix-Interview.

Hallo Ursula, seit wann / wie lange hast Du Neurodermitis?

Als Kind war ich gesund. Einen Arzt habe ich nie gesehen. Meine Haupt-Neurodermitis-Zeit hatte ich im Alter zwischen 20 und 38 Jahren, später noch einmal mit 58 Jahren.

Wie fing die Krankheit an?

Es begann in der Pubertät in den Arm- und Kniebeugen.

Wie hat sie sich dann weiter entwickelt?

Mit Anfang 20 wurden die juckenden Bläschen immer schlimmer. Generalisierte Neurodermitis vom Gesicht bis zu den Knöcheln. Mir schwollen die Lymphknoten an Achseln und Hals, schlafen konnte ich nur morgens zwischen 6 und 8 Uhr. Ich verhüllte meinen Körper bis auf Gesicht und Fingerspitzen. Ich war reizbar, meine Nerven lagen blank. Hautärzte gaben mir Kortisonsalben, ich kremte meine trockene Haut später lange nur mit Linola-Fett. In der Uniklinik Steglitz (heutiges Benjamin Franklin) wies der Professor der Dermatologie mir die Tür mit den Worten "Sie haben eine generalisierte Neurodermitis, was wollen sie noch!"

Was glaubst Du, warum Deine Haut krank wurde?

Im Nachhinein gesehen wurde meine Haut mit jeder Amalgamfüllung schlimmer. Anfang 20 wurden meine Amalgamfüllungen erneuert. Ich mochte den Zahnarzt, weil er sehr rücksichtsvoll arbeitete. Einen Zusammenhang sah ich erst 15 Jahre später.

Mit 58 Jahren bekam ich einen Schub durch Desinfektionsmittel in Krankenhäusern.

Was ist für Dich das unangenehmste an der Neurodermitis?

Ich kam nie zur Ruhe. Mein Körper war innerlich immer in Bewegung und meine Hände kratzten ständig irgendwo.

Was war Deine schlimmste Situation mit dem “atopischen Ekzem”?

Nachdem ich zehn Tage im Neuköllner Krankenhaus untersucht worden war, ging es mir richtig schlecht. In der Klinik hatte ich Valium und Kortisontabletten bekommen, war friedlich und ruhig. Wieder draußen blühte die Neurodermitis auf, schlimmer als je zu vor. Ich bin wie eine Wahnsinnige schreiend umher gerannt, wollte nie wieder Kortison, die Fliege an der Wand machte mich irre. Es war Sommer, stickig warm, mitten in Berlin-Kreuzberg. Ich wollte nicht mehr leben.

Was hat dir geholfen?

Glücklicherweise reisten mein Freund und ich vier Wochen nach Dänemark an die Nordsee, wo sich meine Haut erholte. Ich nahm nie wieder Kortison, ging nie wieder zu einem Hautarzt, machte Schwitzpackungen, entgiftete über meine zwei Kinder, fuhr 10 Jahre lang alle 6 Monate an den Atlantik. Leider hielten die Erholungszeiten immer kürzer an. Als ich wieder sehr niedergeschlagen war, nahm mich eine Freundin an die Hand und vermittelte mir ihren Homöopathie-Heilpraktiker. Er gab mir ein Medikament, mit dem 70% meiner Beschwerden verschwanden.

Was hat Dir durch die Krankheit gefehlt, gibt es Dinge, auf die Du verzichten musst?

Mir hat die Ruhe für mein Studium und meinen Lehrerberuf gefehlt. Ich hatte Angst vor dem Leben und habe alles nur mit ach und krach geschafft. Es war grauenhaft.

Heute muss ich nur auf Schädliches verzichten, was aber kein Verzicht, sondern ein Gewinn ist.

Was waren die Ursachen bei mir?

Das Amalgam hat mich an den Rand meiner Kräfte gebracht.

Dazu kamen drei Abtreibungen, die ich auf einer Ebene weggesteckt habe, auf einer anderen Ebene haben sie an mir gezehrt, wie ich rückblickend weiß. Ich habe geraucht und in der schlimmsten Zeit habe ich sehr viel Schokolade gegessen und abends immer ein bis zwei Halbe in unserer Kiezkneipe getrunken. Das war damals so üblich. Eingekauft wurde bei Aldi.

Den Kontakt zu meiner Mutter hatte ich mit 20 Jahren abgebrochen, mein Vater war gestorben als ich 7 Jahre alt war. Ich identifizierte mich mit allen Opfern der Welt und war sehr wütend wenn es um Unterdrückung ging.

Wie geht’s Dir heute?

Heute geht es mir sehr gut, weil ich viel gelernt habe:

  • 1. Auf Ärzte ist kein Verlass, ich muss meinen eigenen Weg suchen und finden.
  • 2. Auf die Krankenkasse ist kein Verlass (damals Barmer. Ich hatte auf Erstattung der Heilpraktiker-Kosten geklagt. Ich hatte Recht, es gab nachweislich keinen homöopathischen Arzt weit und breit, der dazu in der Lage gewesen wäre, aber ich durfte kein Recht bekommen, weil sonst ein Präzedenzfall daraus geworden wäre.)
  • 3. Homöopathie kann auch bei Neurodermitis eine Menge bewirken, wenn sie wirklich sachgerecht nach dem Ähnlichkeitsprinzip mit Einzelmitteln ausgeführt wird.
  • 4. Gifte, voran Quecksilber, sind Gifte, wirken als Gifte und dürfen nicht verharmlost werden.
  • 5. Vergiftete Menschen müssen sachgemäß entgiften, sofern sie gesünder werden wollen. Ich entgifte heute noch.
  • 6. Unsere moderne gedankenlose Lebensweise macht uns und unsere Kinder krank.
  • 7. Wir müssen wieder lernen, unseren Körper als das perfekte Wunderwerk der Schöpfung zu begreifen, das er ist, ihm zuhören, achtsam und respektvoll mit ihm umgehen. Denn der Körper merkt es  und leidet, wenn wir Schrott in ihn hinein stopfen. Er versucht ständig sein Bestes, um den Müll zu bewältigen. Symptome zeigen, dass er Alarm schlägt.
  • 8. Neurodermitis ist eine Überforderung (Müll, psychischer Stress, …) des Organismus, ein Übersäuerungs- und ein Ausscheidungsproblem. Der Körper braucht natürliche Vital- und Mineralstoffe, eine Darmsanierung, ……
  • 9. Neurodermitis-Selbsthilfegruppen helfen der Neurodermitis ….., nicht den Kranken.

Weißt Du, woher die Linderung kommt?

Ich weiß heute genau, woher die Linderung kommt. Wenn ich meinen Organismus reinige und rein halte, geht es ihm gut. Wenn ich aufrichtig bin und gute Gedanken pflege, geht es mir gut. Ich habe auch auf der seelischen Ebene an meinen Problemen gearbeitet (nicht mit herkömmlicher Psychotherapie), auch das entschlackt und erleichtert das Leben. Ich höre auf meinen Körper.

Welche Tips hast Du für Neurodermitiker, welche für Eltern von Kindern mit Neurodermitis?

Rastet nicht in dem Wort Neurodermitis ein.

Sucht die Ursachen, bis ihr Lösungen findet. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass es für alle Probleme Lösungen gibt, dass es sogar unsere Lebensaufgabe ist, Probleme nicht zuzuschmieren sondern zu lösen.

Geht mit der Natur. Vollwertige Ernährung mit viel frischen Kräutern, Salat, Gemüse, Sprossen, Nüssen  und Obst statt Fertig-Industrienahrung. Meidet Pestizide, synthetisierte Medikamente, ……

Der Haut kann durch etwas "Kaiser-Natron" oder "Meine Base" im Wasch- oder Badewasser geholfen werden. Zu wunde Stellen nicht waschen/baden, dafür die noch gesunden regelmäßig. Basische Fußbäder entspannen sofort.

Es gibt ein hilfreiches Buch von Peter Jentschura und Josef Lohkämper: "Zivilisatoselos"

Wie können sich Leser an Dich wenden, wenn Sie noch Fragen haben?

Auf meiner web-Seite stehen Dinge, die mir geholfen haben. Zu erreichen bin ich per e-Mail und telefonisch.

Ursula Gruber 
Telefon 030 | 802 2057
kontakt@heilpraxisug.de
www.heilpraxisug.de

Herzlichen Dank für das offene und hilfreiche Interview und Deine Unterstützung!
 


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