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Heilpilze

Heilpilze (Vitalpilze) sind Teil der Mykotherapie, also der Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen. Vorzugsweise werden Großpilze und die daraus gewonnen Extrakte verwendet. In Deutschland sind Heilpilze nicht als Arzneimittel zugelassen, auch, weil es bisher nicht ausreichend zuverlässige Studien gibt, die die Wirksamkeit der Methode wissenschaftlich belegen.

Heilpilze als Mittelpunkt der Mykotherapie

Die Bezeichnung „Mykotherapie“ verdankt die Behandlungsform wahrscheinlich dem Mykologen Jan Ivan Lelly, der ihn aus dem bekannten Begriff „Phytotherapie“ abgeleitet haben soll. Er definiert die Mykotherapie als „Wissenschaft des Einsatzes von Großpilzen mit Heilwirkung“.

In China werden die Heilpilze, auch als Vitalpilze, seltener als Medizinalpilze bezeichnet, bereits seit Jahrhunderten verwendet. Dort sind sie ein Teil der Traditionellen Chinesischen Medinzin“. In Europa fanden sie in den bekannten Kräuterbüchern von Hieronymus Bock, Peter Melius oder Adam Lonitzer Verwendung.  So wurden zum Beispiel empfohlen: 

  • Echter Zunderschwamm (Fomes fomentarius) zur Blutstillung
  • Hallmasch (Armillaria mellea) als Abführmittel
  • Stinkmorchel (Phallus impudicus) bei Gicht
  • Holunderschwamm (Auricularia auricula-judae) zur Unterstützung des Blutkreislaufs und der Gesundheit allgemein

Verabreicht werden die Pilze meist als konzentrierter Extrakt. Die Befürworter der Mykotherapie führen die propagierten heilenden Wirkungen auf Inhaltsstoffe wie Vitamine oder Mineralstoffe zurück.

Allerdings sind die Vitalpilze in Deutschland nicht als Arzneimittel, sondern nur als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen – daher dürfen sie nach der Health-Claims-Verordnung nicht in Verbindung mit der Heilung bestimmter Beschwerden oder Symptome beworben werden (zum Beispiel: „Unsere Heilpilze helfen bei Neurodermitis“). Alle anderen gesundheitsbezogenen Aussagen wie das Versprechen einer vorbeugenden Wirkung bedürfen einer ausdrücklichen Genehmigung.

Heilpilze werden in unseren Gefilden vor allem von Heilpraktikern und TCM-Therapeuten empfohlen.

Die wichtigsten Heilpilze und ihre Wirkung

In Asien als Teil der Traditionellen Chinesischen Therapien seit mehreren tausend Jahren eingesetzt, erfreuen sich die Mittel hierzulande erst seit wenigen Jahrzehnten zunehmender Beliebtheit. Vor allem sollen die Heilpilze antioxidativ und entgiftend wirken, das Anwendungsspektrum ist jedoch wie die Artenvielfalt der Pilze sehr breit.

Pilze sind oft reich an:

  • Essentielle Fettsäuren
  • B-Vitamine
  • Vitamin D
  • Spurenelemente
  • Ballaststoffe
  • Polysaccharide

Vereinzelte Studien deuten darauf hin, dass die Pilze durchaus das Immunsystem stärken und gegen Krebs wirken könnten – in Japan werden sie nach unserem Wissen sogar sehr häufig unterstützend zur Chemotherapie eingesetzt. Shiitake soll dort offiziell zur Behandlung von Magenkrebs und Darmkrebs zugelassen sein.

Mehr noch: Penicillin, das Antibiotikum, das die Welt veränderte basiert auf Schimmelpilzen. Auch die Immunsuppressiva Tacrolimus, die zur Behandlung von schwerer Neurodermitis und Schuppenflechte eingesetzt werden, werden mithilfe von Pilzkulturen gewonnen. 

Schauen wir uns ein paar der wichtigsten Heilpilze genauer an – und wie sie nach Aussage von TCM und Mykotherapie wirken:

  • Eichhase (Polyporus): stärkt das Lymphsystem, wirkt harntreibend und beugt Wassereinlagerungen und Ödemen vor, stärkt Herz und Durchblutung, außerdem Wirkung bei Hautkrankheiten, die mit einer Überlastung des lymphatischen Systems zusammenhängen, zudem bei Heuschnupfen und strapazierten Haaren
  • Glänzender Lackporling (Reishi): höhere Sauerstoffaufnahme im Blut, Stärkung der Leber, verbesserte Entgiftung, ausgleichende Wirkung, hilfreich auch bei Allergien, Entzündungen und schwachem Immunsystem, Linderung von Herpes-Symptomen und chronischer Hepatitis
  • Igelstachelbart (Hericum): bei Unruhe, Schlafstörungen und Verstimmungen, bei Problemen im Magen-Darm-Bereich, zur Krebstherapie und zur Stärkung des Immunsystems, Hemmung bakterieller Entzündungen und Linderung entzündlicher Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
  • Judasohr / Holunderschwamm (Auricularia): verdünnt Blut, stabilisiert das Immunsystem, verbessert Blutfluss, stärkt Schleimhäute, reguliert den Milchsäurehaushalt, beugt Muskelkater vor
  • Klapperschwamm (Maitake): bei Tumoren, Beeinflussung von Fettstoffwechsel und Bluthochdruck, zur Gewichtsabnahme und gegen die Einlagerung von Fett in der Leber, fördert die Aufnahme von Kalzium, beugt Osteoporose und Rachitis vor
  • Mandelpilz (Agaricus blazei murrill): Stärkung des Immunsystems, Eignung zur unterstützenden Behandlung von Krebs, regt die Blutbildung im Knochenmark an, hilft der Leber beim Entgiften und der Milz bei der Blutreinigung, Senkung von Cholesterinspiel und Blutzuckerspiegel, Anwendung bei Allergien, Asthma und Hautkrankheiten
  • Raupenpilz (Cordyceps): unterstütz Niere, liefert dem Körper Energie, Beschleunigung der Erholung, wirkt anregend und stimulierend, Linderung von Depressionen, bei Ausdauerschwäche und Stress
  • Reishi / Ling Zhi: bei Bronchitis und Allergien, Neurodermitis, Autoimmunerkrankungen, Bluthochdruck, Gelenkschmerzen, Schlafstörungen und zur Stärkung der Leber
  • Schmetterlingsporling (Coriolus): senkt Blutdruck und Blutzucker, hemmt Bildung von Tumoren, stärkt das Immunsystem, wirkt antiviral und schützt so u.a. gegen Grippeviren, auch geeignet bei HIV, Herpes und Zytomegalie, zudem antibakterielle und antifungale Wirkung
  • Schopftintling (Coprinus comatus): bei Diabetes mellitus, zur Senkung der Blutzuckerwerte, Minderung des Risikos von Arteriosklerose und Krebs, Behandlung von Verdauungsstörungen und Hämorrhoiden
  • Shiitake-Pilz: gegen hohen Cholesterinspiegel, Gefäßschäden und für ein festes Bindegewebe, Stabilisierung des Immunsystems, in Japan unterstützende Behandlung von Magenkrebs, Wirksamkeit bei Tinnitus, Grippeviren und Migräne, Rheuma, Gicht und Allergien

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