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Hefepilz-Infektion bei Säuglingen und Kleinkindern

Hefepilz-Infektionen bei Säuglingen und Kleinkindern sind keine Seltenheit. Sie führen zu den weit verbreiteten Krankheiten Mundsoor und Windelsoor und können zudem für Erkrankungen von Haut, Haaren, Nägeln und Verdauungskanal sorgen.

Was sind Pilze – und welche sind gefährlich?

Pilze sind eine Gruppe von Lebewesen. Neben den essbaren Speisepilzen gibt es eine Vielzahl kleiner Mikrolebewesen, die nur unter einem Mikroskop sichtbar sind. Einige von ihnen übernehmen wichige Aufgaben im Nährstoffkreislauf: sie ernähren sich von abgestorbenen Material von Tieren oder Pflanzen, bauen den organischen Teil ab und stellen die so entstehenden Nährstoffe wieder der Pflanzenwelt zur Verfügung. Andere Pilze wiederum ernähren sich von lebenden Geweben – sind also Parasiten. Hierzu zählen auch diejenigen Pilzarten, die für zahlreiche Krankheiten von Haut und Schleimhäuten beim Menschen verantwortlich sind, die Pilzerkrankungen (Mykosen).

Für solche Erkrankungen sind besonders Hefepilze der Gattung Candida von Bedeutung. Insgesamt gibt es etwa 200 verschiedene Candida-Pilze. Nicht alle sind krankheitserregend, so wird der Candida kefyr zum Beispiel zur Herstellung des Kefir-Getränks genutzt. Andere jedoch, wie der Candida albicans, befallen zum Beispiel die Schleimhäute des Menschen und überziehen sie mit einem weißen Belag.

Windelsoor

Die häufigste Pilzinfektion bei Säuglingen und Kleinkindern ist der Windelsoor, eine Infektion mit Hefepilzen im Windelbereich. Die Pilze kommen im Stuhl aus dem Verdauungsgang und können sich im feuchtwarmen Klima des Windelbereichs bestens vermehren. So können schnell großflächige Infektionen mit angegriffener, gereizter Haut entstehen, die durch irritierende Substanzen aus dem Urin teilweise weiter verstärkt werden.

Erkennbar ist der Windelsoor an entzündlich geröteter Haut und folgenden weiteren Symptomen:

  • Juckreiz
  • Schmerzen
  • Nässende Haut
  • Blasen
  • Knötchen
  • Pusteln
  • Schuppen

Vor allem betroffen sind dabei das Gesäß und die Geschlechtsorgane, sowie die Leistengegend und die Oberschenkel.

Mundsoor

Oft vom Candida-Pilz betroffen sind die Schleimhäute am und im Mund. Schließlich können über die Nahrung, durch Mund-zu-Mund- sowie durch Hand-zu-Mund-Übertrag schnell Pilze in den Mund gelangen.

Für Säuglinge, deren Immunsystem und damit Abwehrkraft noch nicht voll ausgebildet ist, bedeuten solche Infektionen, dass sich die Candida-Pilze im feuchtwarmen Mundklima weitgehend ungehindert vermehren können, es kommt zum Mundsoor mit weißlichen Belägen überwiegend auf der Zunge und an den Lippen.

Pilzinfektionen im Verdauungskanal

Werden Hefepilze verschluckt, können sie durch den gesamten Verdaungskanal transportiert werden und vor allem den Darmtrakt befallen, was sich in Blähungen, Verstopfung oder Durchfall äußern kann. Der Grund: anders als die meisten Bakterien werden die Candida-Pilze nicht von der Magensäure zerstört und gelangen daher ohne unschädlich gemacht worden zu sein in den Darm.

Bei Erwachsenen zeigen sich, sofern sie über ein intaktes Immunsystem verfügen, seltener Beschwerden als bei Babys und Kleinkindern.

Pilzinfektionen von anderen Hautstellen, Haaren und Nägeln

Hefepilze können auch die Haarwurzeln, andere Hautpartien befallen sowie die Haarwurzeln und Finger-/Fußnägel. Bei Säuglingen und Kleinkindern treten derartige Infektionen jedoch eher selten auf.

 


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