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Hautpilz-Behandlung

Eine Hautpilz-Behandlung (Behandlung einer Dermatomykose) ist zwar nicht immer nötig – bei Menschen mit einem intakten Immunsystem heilen sie oft auch ohne Therapie ab – wird aber dennoch in der Regel empfohlen. Erstens besteht nämlich die Gefahr einer chronifizierten, also bleibenden Infektion. Hautpilze sind ohnehin sehr hartnäckig. Zweitens sind die für den Hautpilz verantwortlichen Erreger hoch ansteckend, sodass sich der Pilz schnell an anderen Körperstellen oder auf Mitmenschen ausbreiten kann. Bei Verdacht auf eine solche Erkrankung empfehlen wir daher den Gang zum Arzt.

Die Hautpilz-Behandlung basiert auf der Gabe von sogenannten Antimykota, also pilzhemmenden oder pilzabtötenden Medikamenten. Zur Gruppe dieser Medikamente zählen diverse Arzneistoffe, die verschiedene  Pilz-Infektionen therapieren. Welches Mittel zum Einsatz kommt, hängt daher vom vorliegenden Krankheitserreger ab.

Die Antimykotika werden erst lokal behandelt, also per Creme oder Salbe auf die betroffenen Hautpartien aufgetragen. Sollte diese Behandlung nicht erfolgreich sein, dann kann eine systemische Antimykotika-Therapie mittels Einnahme von Tabletten infrage kommen, diese ist deutlich wirksamer, geht aber auch potenziell mit mehr Nebenwirkungen einher. Auf jeden Fall eingesetzt werden systemisch verabreichte Antipilzmittel, wenn die Pilzinfektion sich ins Blut auszuweiten droht (systemische Mykose).

Neben diesen Medikamenten können (unterstützend) auch pflanzliche Wirkstoffe gewählt werden. Gegen die Pilze soll zum Beispiel Lavendelöl helfen, nach bisherigem Kenntnisstand jedoch deutlich weniger gut als die synthetisch hergestellten Medikamente.

Hautpilz-Behandlung mit Antimykotika

Unterschieden werden die fungistatischen, das Wachstum des Pilzes hemmenden, Mittel und die fungiziden Mittel, die den Erreger abtäten. Weiterhin unterscheid man, wie beschrieben, zwischen oral (systemisch) und lokal (als Cremes, Salben, Nagellack, Spray) verabreichten Antimykotika und nach dem Erreger, gegen den das Mittel wirkt.

Zuletzt unterscheidet man die Medikamente nach verschiedenen Wirkstoff-Klassen:

  • Allylamine: hemmen die Herstellung eines für die Zellwand des Pilzes benötigten Stoffs (Ergosterol) und töten so Dermatophyten ab. Geeignet zur lokalen Hautpilz-Behandlung bei oberflächlichen Infektionen, systemisch auch mittels Terbinafin.
  • Amorolfin: wie Allylamine, wirken aber nicht nur gegen Dermatophyten, sondern auch gegen Candida. Eingesetzt insbesondere in der Nagelpilz-Behandlung.
  • Azol-Antimykotika: hemmen ebenfalls die Herstellung eines Bestandteils (Ergosterin) der Zellwand des Pilzes. Das macht den Wirkstoff gegen viele Erregerarten einsetzbar. Gegen Hefepilzinfektionen und Dermatophyten (Fadenpilze) aller Art können lokal eingesetzt werden zum Beispiel: Clotrimazol, Econazol, Isoconazol, Rutrimazol. Für die systemische Hautpilz-Behandlung sind zum Beispiel Itroconazol oder Miconazol geeignet.
  • Hydroxypyridone: tötet die Pilze durch für diese toxische Sauerstoffverbindungen. Lokal angewendet bei Hautpilz und Scheidenpilz.
  • Griseofulvin: gegen Dermatophyten, systemisch eingesetzt.
  • Polyen-Antimykotika: Hautpilz-Behandlung bei Hefepilz-Infektionen. Lokaltherapie mit Nystatin, systemische Therapie mit Amphotericin B.

Bei der lokalen Anwendung von Antimykotika ist es wichtig, die Hautpilz-Behandlung auch noch (je nach Erreger und Medikament) etwa 6 Wochen nach dem Verschwinden der Symptome fortzuführen, weil erst dann die sich noch in der Haut befindenden Pilzsporen eliminiert sind.

Hat der Pilz die behaarte Kopfhaut befallen, können flüssige Mittel wie Bifonazol verwendet werden. Auch Bäder in Salz oder Essig töten manchmal erstaunlich effektiv Pilze ab.

Die mit der infizierten Haut in Berührung gekommenen Kleidungsstücke und Textilien sollten bei mindestens 60°C gewaschen werden – sonst überleben die Pilzsporen, die dann eine Neuinfektion entfachen können. Schuhe können mittels Clotrimazol-Spray oder Formaldehyd desinfiziert werden.


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