Hautkrankheiten und die Psyche

Um Hautkrankheiten verstehen und heilen zu können, bedarf es oft mehr als dem Einsatz von Cremes, Salben und Tabletten. Haut und Psyche hengen eng zusammen, man spricht daher häufig von einem „dicken Fell“ oder „dünnhäutigen Menschen“.

Der Bedeutung der Psyche für die Haut wird seit einigen Jahren immer mehr Beachtung geschenkt. Krankheiten werden insgesamt zunehmend ganzheitlich betrachtet, anstatt schnell mit einer Standardlösung aus dem Lehrbuch abgehandelt zu werden.

Mit den Zusammenhängen von Haut und Psyche setzt sich die medizinische Disziplin der „Psychodermatologie“ auseinander. In der Psychodermatologie beschäftigen sich Spezialisten mit Hautkrankheiten, die psychisch verursacht werden oder deren Linderung oder Heilung auch von der Psyche des Patienten abhängen. Außerdem befasst sich die Disziplin auch damit, wie Patienten mit ihrer Erkrankung umgehen.

Dass die Psyche und die Haut zusammen hängen, zeigen auch folgende Fakten:

  • Jeder dritte Patient mit Hautkrankheiten leidet auch unter einer psychischen Störung
  • Hautkranke mit psychischen Störungen werden zwei- bis –viermal so häufig wegen ihrer Haut stationär aufgenommen als psychisch gesunde Menschen, auch werden sie signifikant häufiger operiert
  • Menschen mit starken Hauterkrankungen wie Akne haben eine deutlich erhöhte Selbstmordrate

Die Psychodermatologie oder „psychosomatische Dermatologie“ unterteilt sich in drei Fachgebiete:

  • Hautkrankheiten, deren Heilung vor allem von der Genesung der Psyche abhängt (Dermatosen primär psychischer Genese). Hierzu zählen unter anderem die sogenannten Artefakte – Hautkrankheiten, die vorgetäuscht oder hervorgerufen werden zum Beispiel durch übertriebenes Ausquetschen von Pickeln und Mitessern.
  • Hautkrankheiten, deren Auslösung oder Verlauf auch von der psychischen Verfassung des Patienten abhängt (multifaktorielle Dermatosen). Hierzu zählen Akne, Schuppenflechte, Neurodermitis, Nesselsucht und chronischer Juckreiz.
  • Psychische Erkrankungen, die aufgrund schwerer Hautkrankheiten mit entstellendem Aussehen entstanden sind (sekundäre psychische Störungen), allen voran Depressionen, Angststörungen und Anpassungsstörungen.

 

Linktipps:

Wertvolle Infos rund um die Psychotherapie und darüber, wie man eine geeignete Therapie auswählt, findet ihr unter therapiedschungel.ch sowie unter therapiefinder.ch

Quellen:
PD. Dr. med. Wolfang Harth / Prof. Dr. med. Uwe Gieler: Psychosomatische Dermatologie, Springer Medizin Verlag, 2006

 

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