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Hauterkrankungen und Atemwegsbeschwerden als Berufskrankheit

Es folgt ein Text von Allergieberaterin Roswitha Stracke.

Wussten Sie schon,

dass Hauterkrankungen aller Art, Atemwegsbeschwerden und chronische Rhinitis eine anerkannte Berufskrankheit sein können? Rechtlich gilt eine Erkrankung nur dann als berufsbedingt, wenn sie in der Liste der Berufskrankheiten aufgeführt ist. Zu den 77 anerkannten Krankheiten gehören auch allergische Rhinitis und allergisches Asthma (BK Nr. 4301), irritativ-toxisches Asthma bronchiale (Nr. 4302) und Isocyanatasthma (Nr. 1315). Zu Nr. 4301 (Kennzahl der Berufsgenossenschaft) ist z.B. zu lesen: Durch allergisierende Stoffe verursachte obstruktive Atemwegserkrankungen einschließlich Rhinopathie, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können. Nr. 4302: Durch chemisch irritativ oder toxisch wirkende Stoffe verursachte obstruktive Atemwegserkrankung, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten zwingen, die für die Entstehung, Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können. Aber auch die Anerkennung einer Hauterkrankung als Berufskrankheit ist reglementiert: Nr. 5101: Schwere oder wiederholt rückfällige Hautkrankheiten, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können.

Um bei vorhandenen Beschwerden die Anerkennung als Berufskrankheit zu erlangen, stellt der Arzt zunächst einen Zusammenhang zwischen Beruf und Beschwerden her und er (oder man selbst) meldet den Fall dann bei der zuständigen Berufsgenossenschaft oder der Unfallkasse. Nach einer solchen Anzeige, der sogenannten §3-BKV-Meldung, beginnt der Unfallversicherungsträger entsprechend zu ermitteln. Im Jahr 2015 wurden so 76.991 Fälle gemeldet, etwa die Hälfte davon sind anerkannt worden. Die Berufskrankheitenverordnung (BKV) listet die anerkannten Berufskrankheiten auf, einzusehen z.B. unter www.baua.de (Bundesanstalt für Arbeitsschutz).

15% aller Asthma- bzw. Atemwegserkrankungen stehen in direktem Zusammenhang mit dem ausgeübten Beruf. 20-78 % der Patienten mit Berufsasthma hatten vorher Rhinitis. 80-90 % der Auslöser sind allergischer Natur, zum Großteil pflanzlichen oder tierischen Ursprungs. Bei 360 anerkannten  Auslösern dominieren mit 50-90 % Mehle, Isocyanate, Latex, Persulafate, Aldehyde, Tierallergene, Holzstaub, Metallsalze und Enzym. 

Hautkrankheiten sind mit Abstand die häufigste bestätigte Berufskrankheit bei Auszubildenden und jungen Erwerbstätigen zwischen 15 und 25 Jahren. Mit jährlich fast 2400 Fällen (von 9.500 anerkannten Fällen/Jahr) bedeutet dies einen Anteil von über 90 % gegenüber anderen Berufskrankheiten in der Altersgruppe. Betroffen sind speziell Friseurinnen und Friseure. Jedes Jahr brechen ca. 3o.ooo Jugendliche ihre Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen ab, davon lt. Zahlen des Arbeitsministeriums der größte Teil wegen Allergien (im Handwerk z.B. jeder 4.). Dies liegt sicherlich mit daran, dass gefährdete Jugendliche vor Beginn einer Ausbildung nicht ausreichend über gewisse Risiken aufgeklärt werden, zum größten Teil aber wohl auch am fehlenden Bewusstsein innerhalb der Familien über die Bedeutung der bestehenden Allergien bzw. Empfindlichkeiten.  

Häufig werden im Vorfeld Tests auf sog. Berufs- Allergene durchgeführt. Das ist aber weitgehend sinnlos, da erst beim sogenannten "Erst-Kontakt" eine Allergisierung eintritt, dann ist man aber schon im Beruf. Zudem ist es immer möglich, auf andere, noch nicht als Berufsallergene bekannte Stoffe zu reagieren. Auch kann ein bisher verträglicher Stoff auch nach jahrelangem problemlosem Gebrauch plötzlich unverträglich werden. 

Eine häufige Atemwegserkrankung ist neben dem klassischen Asthma ist die berufsbedingte exogen-allergische (durch Einatmen ausgelöste) Alveolitis (BK-Nummer 4201), eine Lungenerkrankung, die durch Schimmelpilze vielfältiger Art ausgelöst wird. Dazu gehört u.a. die Farmerlunge, ausgelöst durch thermophile Aktinomezyeten und Aspergillus sp. Diese Schimmelpilze kommen hauptsächlich im Heustaub vor. Die sogenannte Befeuchterlunge wird durch verschiedene Schimmelpilze und Bakterien ausgelöst, die sich vornehmlich in kontaminierten Klimaanlagen und Luftbefeuchtern finden. Die Müllarbeiterlunge wird durch Aspergillus sp., Penicillium sp. und andere Schimmelpilze ausgelöst, vorkommend im Müll. Des Weiteren: Malzarbeiterlunge (Auslöser: Aspergillus clavatus, Mucor mucedo, Vorkommen: schimmelige Gerste), Käsewäscherlunge (Auslöser: Penicillium casei, P. glaucum, Vorkommen: Schimmel auf Käselaiben), Obstbauerlunge (Auslöser: Aspergillus sp., Penicillium sp., Vorkommen: Schimmel in Lagerhallen), Spätleselunge (Auslöser: Botrytis cinerea, Vorkommen: Schimmel auf Weinstock und Reben), Suberose (Auslöser: Penicillium frequentans, Vorkommen: schimmeliger Korkstaub), Holz-, Papierarbeiterlunge (Auslöser: Schimmelpilze, Vorkommen: schimmeliges Sägemehl, Papierstaub), Ahornrindenschälerkrankheit (Auslöser: Cryptostroma corticale, Vorkommen: verschimmelte Baumrinde, Papierstaub) sowie die Vogelhalterlunge (Auslöser: Vogelproteine, Vorkommen: Federn, Vogelkot).

Berufsallergien (Haut, Atemwege) können auch durch den beruflichen Kontakt mit der Natur entstehen. Gerade Gärtner und Floristen sowie Gewächshausmitarbeiter sind einer Vielzahl an „natürlichen“ Allergenen ausgesetzt. Dazu gehören z.B. Primeln, Tulpen, Chrysanthemen und Löwenzahn. Die Chrysanthemen- sowie die Löwenzahnallergie ist in Deutschland als Berufskrankheit anerkannt. Kreuzallergene zu Chrysanthemen sind Astern, Mutterkraut, Rainfarn, Schafgarbe, Sonnenblume, Lorbeer. In den Niederlanden ist die Tulpe (Tulipa spec. Familie: Liliaceae) bzw. die Tulpenallergie unter Gärtnern und Züchtern eine anerkannte Berufskrankheit, sogenannter „Tulpenfinger“. Auslöser ist das Kontaktallergen „Tulipan A“ (Laktonglucosid), das auch in Inkalilien (Alstromeriaceae) vorkommt. Tulpenpollen sind nicht weit verbreitet, der Pollenflug ist nur gering. Bei direktem Kontakt (Riechen) kann eine inhalative Reaktion möglich sein, ansonsten auf berufliche Kontaktreaktionen beschränkt.

Für Hobby und Beruf gelten: Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Handschuhen können Reaktionen vermeiden.

Löwenzahn (Korbblütler): die Pollen sind sehr klebrig und vermehren sich kaum über die Luft. Reaktionen können als Kreuzreaktion auf Beifußpollen auftreten, aber auch eine eigenständige Allergie auslösen. Das betrifft besonders Landwirte, deshalb wurde die Löwenzahnallergie als Berufsallergie anerkannt.

Mitarbeiter von Gewächshäusern sind neben der üblichen Pflanzenallergien aber auch einer Reihe von exotischen Allergenen ausgesetzt. Der Kontakt mit diversen Schimmelpilzen, Milben, Insekten usw. löst u.a.  Atemwegsallergien aus. Besonders Schimmelpilze (siehe exogen-allergische Alveolitis) finden sich in großer Anzahl, die in dem feucht-warmen Treibhausklima gut gedeihen. Gewächshausmitarbeiter werden zudem häufiger von Bienen und Wespen oder Hummeln gestochen und haben dementsprechend häufiger eine Insektenstichallergie. Besonders Hummeln werden in Gewächshäusern zur Bestäubung bzw. Befruchtung der Pflanzen eingesetzt, was die eher friedlichen Insekten dann aggressiv und stechfreudig werden lässt.

Seltener entwickeln sich Sensibilisierungen gegen chlorophyllfressende Milben wie Tetranychus urticae  sowie gegen verschiedene Raubmilben, die zur natürlichen Bekämpfung von Tetranychus urticae eingesetzt werden. Kreuzallergien zwischen normalen Hausstaubmilben und der Gewächshausmilbe sind aber selten.  

Die Kranzschlinge (Stephanotis floribunda) ist eine weißblühende kräftige Schlingpflanze aus Madagaskar, die auch bei uns eine beliebte Zimmerpflanze ist. Vereinzelt treten Allergien gegen Proteine aus dem Pflanzensaft auf, meist beschränkt auf Gewächshausmitarbeiter. Durch den geänderten Wasserzulauf über im Boden liegende Bewässerungssysteme statt der von oben bewässerten Pflanzen gelangen Allergene aus eventuell verletzten Pflanzenteilen nicht mehr direkt in den Boden. Im Gegenteil bleibt der getrocknete Pflanzensaft nun auf den Blättern und Stängeln, wird mit dem Staub aufgewirbelt und gelangt in die Lungen und auf die Haut der Mitarbeiter. Eine niederländische Studie konnte eine Prävalenz von 19 % unter Gewächshausmitarbeitern nachweisen, 30 % davon hatten Haut- oder Atemwegsprobleme.

Auch Biopestizide wie verschiedene Pilze oder das zur Schmetterlingsbekämpfung eingesetzte Bakterium Bacilus thuringiensis können Sensibilisierungen hervorrufen. Die Therapie ist nur über Antihistaminika möglich, eine Hyposensibilisierung  mit diesen seltenen Allergenen wird bisher nicht durchgeführt.  

Die Labor-Fruchtfliege Drosophila melanogaster kann IgE-vermittelte Reaktionen auslösen wie Konjunktivitis, Rhinitis, allergisches Asthma, Lidödeme. Zu den Entzündungsmechanismen gehören auch die Inhalation von Staubpartikeln, die mit Drosophila m. kontaminiert sind sowie das Einatmen von inhalierbaren Drosophila-Partikeln. Besonders exponiert sind Labormitarbeiter und Biologen. Berufs-Allergien sind auch möglich bei: Eintagsfliegen (Gattung Emphemoptera), Köcherfliegen (Gattung Trichoptera), Hausfliegen (Gattung Musca domestica) sowie Gliedertierarten wie Heuschrecke, Krebse, Spinnentiere, Milben).

Aber auch andere Labor- und Nutztiere lösen Berufskrankheiten aus. Betroffen sind Beschäftigte, die beruflichen Umgang mit Tieren (Ratten, Mäuse) haben, z.B. in medizinischen und pharmazeutischen Forschungslaboratorien. 1977 wurde erstmalig Urin von Ratten (rat n 1) und Mäusen (mus n 1) als Allergenquelle für die Labortierallergie entdeckt. In der Landwirtschaft spielen eher Rinderhaare eine allergisierende Rolle.

Stumme Sensibilisierung: Trotz positiver Testung keine Beschwerden. Dieser Begriff ist aus der Begutachtung von berufsbedingten Hauterkrankungen bekannt. Bei einer berufsbedingten stummen Sensibilisierung kann diese im Zusammenhang mit der als Berufskrankheit anzuerkennenden Hauterkrankung stehen und wird unter Umständen beim Ausmaß der Minderung der Erwerbsfähigkeit berücksichtigt. Ansonsten sind bei einer Sensibilisierung ohne Beschwerden keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Diese diagnostische Sonderreaktion kann von der individuellen Empfindlichkeit abhängen, sodass die Konzentration des Allergenauslösers in einem Testprodukt keine Reaktion auslöst. Manchmal ist die Ursache eine falsch positive Reaktion auf irritative Stoffe im Test oder eine individuelle Empfindlichkeit des Patienten. 

Durch berufliche Exposition mit Holzstaub verursachte gesundheitliche Probleme wurden bereits 1949 beschreiben. Die aktuelle Berufskrankheitendokumentation der gewerblichen Berufsgenossenschaften weist 11 % der Berufskrankheiten-Verdachtsanzeigen bzw. 3 % der anerkannten Berufskrankheiten in der Holz verarbeitenden Industrie als obstruktive Atemwegserkrankungen (BK 4301, 4302) aus. Allergische Atemwegserkrankungen treten hier doppelt so häufig auf als chemisch-irritative. Umfangreiche Untersuchungen in Nordamerika, Schweden und Kanada zeigten, dass bis zu 13,5 % der gegenüber Holzstaub Exponierten über Atemwegserkrankungen klagten. Die ursächlichen Pflanzenstoffe sind noch nicht alle identifiziert. Als atemwegssensibilisierend wurde bisher nur das Lignan Plikatsäure aus der Rotzeder identifiziert (Thuja plicata). Immunologische Prozesse können auch eine toxisch-irritative Schädigung der Bronchialschleimhaut hervorrufen, dieser toxische Effekt ist für die Abientinsäure aus Nadelhölzern bereits nachgewiesen. Weitere allergologisch relevante Hölzer sind Kiefer (Pinus sylvestris), Esche (Fraxinus excelsior) sowie die tropischen Hölzer Abachi (Triplochiton skleroxylon), Antiaris (Antiaris toxicaria), Makore´ (Tieghemella heckelii), Iroko (Milicia excelsa). Kreuzreaktivitäten wurden in klinischen Studien beschrieben für Abachi und Ramin, Abachi und Eiche, Buche, Makore´, Kambala, sowie für Abachi und Limba.

Abachi-Holz nimmt den größten Teil ein in deutscher und internationaler Literatur über Holzstaub-Allergien. Die besondere Bedeutung von Abachi-Holz liegt in der häufigen Verwendung. Abachi ist ein preiswertes, ebenmäßig strukturiertes Laubholz, das aufgrund seiner guten Resistenz gegen Feuchtigkeit und Hitze vornehmlich im Saunabereich eingesetzt wurde bzw. immer noch wird. Das Holz findet auch weitere Verwendung in Spanplatten, Leisten, Türen- und Fensterrahmen oder im Modellbau. Bei Verdacht auf Holzstauballergie sollte immer auch eine mögliche Kreuzreaktivität zu Naturlatex bzw. Naturlatex-Frucht-Syndrom (chitinase- und heveinhaltige Allergenquellen) beachtet werden. Dazu gehören vor allem Naturlatex, Kiwi, Avocado, Banane, Esskastanie und Pfirsich.  

Macht eine Nickelallergie die Ausübung des Berufs unmöglich, so liegt die Beweislast in der Regel beim Betroffenen. Die Anerkennung als Berufskrankheit kann nur gewährt werden, wenn die Sensibilisierung tatsächlich berufsbedingt eingetreten ist. Die versicherungsrechtliche Beurteilung, ob eine Sensibilisierung privat oder beruflich erworben wurde, ist bei Nickel (Nickel-II-sulfat) schwierig bzw. nahezu unmöglich, da unzählige Nickelkontakte auch im Privatbereich möglich und krankheitsauslösend sind. Die Anerkennung nach BK 5101ist somit immer eine Einzelfallentscheidung.

Allergien auf Rinderhaar sind recht häufig und betreffen Berufsgruppen wie Landwirte, Tierärzte, Laboranten, Fleischer, Kosmetikbranche, Lebensmittelhändler und Bäcker. Rhinokonjunktivitis wird z.B. ausgelöst durch Epithelien und Haare (betroffene Berufsgruppen sind vor allem Landwirte und Ärzte), Urin sowie kristallisiertes Serum und Rinder-IgE (Laboranten). Asthma wird ausgelöst durch Epithelien und Haare, auch hier sind Landwirte und Ärzte hauptsächlich betroffen, dazu Urin (Landwirte), Knochenstaub (Fleischer) und kristallisiertes Serum (Laboranten). Eine Protein-Kontaktdermatitis entwickeln Landwirte und Tierärzte (Epithelien und Haare), Landwirte und Käser durch Milchproteine, Landwirte durch Speichel, Tierärzte auch durch Fruchtwasser, Kosmetikerinnen durch Plazenta, Fleischer und Tierärzte durch Proteine in Blut und Fleisch (hier sind auch Köche betroffen) sowie durch Därme und Leber (Fleischer). Eine Kontakturtikaria entwickeln Landwirte und Tierärzte durch Epithelien, Tierärzte des Weiteren durch Fruchtwasser, Plazenta und Serumblut, Fleischer durch Blut sowie Lebensmittelhändler und Bäcker generell durch Fleisch.

Wird auf  arbeitsplatzbezogene Allergene getestet, sollte immer auch das Hobby bzw. der eventuelle Nebenerwerb berücksichtigt werden. In einem Fall reagierte der Patient mit Asthma und Rhinitis, aber nicht wie erwartet auf Lötdämpfe oder Plastikarbeitsmaterial, sondern auf Rinderhaar. Er war im Nebenerwerb Landwirt. Eine gründliche Anamnese verhindert so u.U. eine frühzeitige Erwerbs- bzw. Berufsunfähigkeit.

Neben den Maßnahmen zur Anerkennung als Berufskrankheit ist aber auch eine möglichst konsequente und gründliche Karenz des auslösenden Allergens wichtig, um die drohende Berufskrankheit zu verhindern oder hinauszuzögern (in einem andren Beitrag dazu mehr). Dazu gehört auch die medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR), d.h. bei gravierenden krankheitsbedingten Veränderungen im Beruf können Maßnahmen der Rentenversicherungsträger zur medizinischen Rehabilitation (Kur) in Anspruch genommen werden, das Motto lautet: „Reha vor Rente“.  Die Reha bietet in einem geschlossenen Rahmen gleichzeitig Diagnostik, Therapie, Beraterische Hilfe, Angebote zur Verbesserung der Grunderkrankung und deren Symptomen, Minimierung der vielfach ausgeprägten Krankheitsfolgen (Beruf, Alltag) und Erlernen eines besseren Umgangs mit der Erkrankung.

 

Unkraut nennt man die Pflanzen, deren Vorzüge noch nicht erkannt wurden – Ralph Waldo Emerson


Soweit möglich, hatte S. im Vorfeld alles richtig gemacht und sich unter Beratung des behandelnden Allergologen sowie unter Berücksichtigung seiner Allergien (u.a. Heuschnupfen, Neurodermitis) über Risikoberufe informiert und danach sein Berufsziel ausgesucht. Nach dem Abitur begann er ein Maschinenbau-Studium in der leisen Hoffnung, überwiegend im Planungsbüro zu arbeiten. Schon bei den ersten Praktika in entsprechenden Betrieben stellte sich Dauerschnupfen, Niesen und heftiger Juckreiz an den Händen ein, aber noch im erträglichen Rahmen. Mit jedem Werkseinsatz wurden die Beschwerden schlimmer, so dass im Prinzip die Praktika-Zeit der einer Krankmeldung weichen musste. Schließlich wurde das Maschinenbaustudium gegen ein Lehramtsstudium getauscht, als Gymnasiallehrer für Mathe und Physik ist er nun beschwerdefrei tätig. Ganz anders T. Er machte trotz seiner Asthma- und Neurodermitis-Erkrankung eine Ausbildung zum Fleischer (ohne allergierelevante Probleme), denn der behandelnde Allergologe bestärkte ihn in seiner Wahl. Laut seiner Aussage kann es keine allergiegerechten Berufe geben, denn im Prinzip kann man auf alles irgendwann reagieren. So hat der Arzt schon erlebt, dass die Berufsgenossenschaften sogar von einer Bürokaufmann-Ausbildung abgeraten haben. Allerdings entschied sich T. dann aber aus verschiedenen Gründen nach der Ausbildung für ein Studium in einem ganz anderen Bereich und ist mittlerweile für eine Behindertenorganisation tätig. Nicht immer ist die Orientierung nach den gängigen Maßstäben einer vorausschauenden Berufsplanung auch wirklich erfolgreich, manchmal entstehen aus der Erfahrung ganz eigene Wege.

 

Text von und herzlichen Dank an:

Roswitha Stracke – Allergieberaterin
www.allergieberatung-stracke.de


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