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Hautalterung

Die Hautalterung ist ein komplexer biologischer Vorgang jener Veränderung der Haut, die mit dem zunehmenden Alter einhergeht.

Einen Einfluss auf die Hautalterung haben zwei Gruppen von Faktoren:

  • Intrinsische Hautalterung („Zeitaltern“): von innen, genetisch gesteuert, nicht beeinflussbar. Die großen Veränderungen passieren dabei in der Lederhaut. Mit jeder Zellteilung verkürzen sich die Endkappen der Chromosomen, daher ist die Zellteilung endlich. Wie schnell die biologische Uhr tickt, hängt von der Spezies und vom Individuum ab. Außerdem sammeln sich über die Zeit immer mehr Sauerstoffradikale, die hormonellen Defizite nehmen zu, die Talgproduktion verringert sich, die Blutgefäße und Fasern werden fragiler, Entzündungen treten vermehrt auf, das Immunsystem schwächt sich ab. Statt alle 27 Tage teilen sich die Zellen der Oberhaut im Alter nur noch alle 50 Tage, dadurch wird die Haut und das Unterhautfettgewebe immer dünner, zudem wird die Haut trockener, da der Fettgehalt abnimmt.
  • extrinsisches Hautalterung („Umweltaltern): von außen, beeinflussbar, zum Beispiel: UV-Licht, Rauchen, Ernährung, Hitze, Kälte, Stress, Alkohol

Zwar unterscheiden sich die Menschen hier deutlich, die meisten Forscher gehen aber davon aus, dass die Hautalterung meist mit dem 25. Lebensjahr beginnt. Sichtbar sind die ersten Veränderungen jedoch oft erst ab Mitte 30 mit dem bloßen Auge.

Die Folgen:

  • Die Haut wird schlaff und weniger elastisch
  • Es bilden sich Fältchen und Linien

Extrinsische Hautalterung

Die extrinsische Hautalterung ist Folge verschiedener Einflussfaktoren.

Ganz oben auf der Liste jener Faktoren, die die Haut schneller altern lassen, stehen UV-Strahlen. Experten schätzen, dass Sonne und Solarium etwa für 80 Prozent aller sichtbaren Hautalterungsprozesse im Gesicht verantwortlich sind, also für fahle Hautfarbe, Altersflecken und frühzeitige Bildung von Falten.

Dabei sind die Schäden unterschiedlich, je nach Hauttyp, Intensität und Dauer der Bestrahlung und Strahlenlänge (UV-A oder UV-B). Vor allem ist hier jedoch die längerwellige UV-A-Strahlung Schuld, sie dringt tiefer in die Haut ein als UV-B-Licht, lässt freie Radikale bilden und aktiviert damit Enzyme, die das Kollagen sowie bestimmte Fasern in der Dermis zerstören, wodurch sich Falten bilden und die Struktur der Haut negativ verändert wird. Im Bindegewebe entstehen dabei Narben. Die Haut verliert also an Struktur und Funktionstüchtigkeit – sie wird weniger elastisch, weniger straff immer trockener und anfälliger für Hautkrebs, auch heilt sie schlechter. Zudem lässt gleichzeitig die Muskelspannkraft nach, das verstärkt die sichtbaren Falten.
Zwar treten solche Alterserscheinungen bei allen Organen auf, nur sind sie auf der Haut eben offensichtlich.

Auch Zigarettenrauch lässt die besagten Enzyme, die die Hautzellen zerstören, vermehrt entstehen.

Was gegen vorzeitige Hautalterung wirklich hilft

Während sich die intrinsisch bedingte Hautalterung nicht beeinflussen lässt, können wir sehr wohl viel dafür tun, das unsere Haut nicht vorzeitig faltig, runzlig, trocken, fleckig und anfällig wird.

Dazu gehören:

  • Übermäßiges Sonnenbaden vermeiden, Solarien grundsätzlich
  • Immer ausreichend Sonnenschutz auf der Haut tragen, wenn man sich in der Sonne bewegt (der LSF sollte sich nach dem Hauttyp richten)
  • Rauchen vermeiden
  • Übergewicht kann ebenfalls die Alterung beschleunigen, also auf ein passendes Körpergewicht achten
  • Viel Obst und Gemüse essen, es enthält Antioxidantien, das die schädlichen freuen Radikale außer Gefecht setzt
  • Kontrovers: ein Wachstumshormon, das überwiegend nachts ausgeschüttet wird und die Zellerneuerung fördert, wird durch einen hohen Glukosespiegel im Blut (wie nach reichhaltigen abendlichen Nahrungen) gehemmt – manche Experten empfehlen daher, nach 17 Uhr keine Kalorien mehr aufzunehmen
  • Ein niedriger Konsum von Zucker und raffinierten Kohlehydraten scheint der Faltenbildung im Gesicht ebenfalls entgegen zu wirken
  • Tägliche Hautpflege mit Präparaten, die den Säureschutzmantel der Haut nicht angreifen und die Haut mit allem versorgt, was sie – je nach Hauttyp – benötigt (Nährstoffe, Feuchtigkeit, Fett)

Für die meisten in Kosmetika enthaltenen, als Verjünger beworbenen Wirkstoffe gilt: keine wissenschaftlichen Nachweise vorhanden, zum Beispiel, weil sie viel zu gering konzentriert sind, gar nicht durch die Hornschicht der Haut dringen können oder instabil sind, sodass sie in der Cremegrundlage zerfallen.
Die Gesellschaft für Dermopharmazie hat in ihrer Leitlinie über Dermokosmetika gegen Hautalterung verschiedene Anti-Aging-Substanzen geprüft.

Als uneingeschränkt empfehlenswert, da entsprechend placebokontrollierter Doppelblindstudien an menschlicher Haut getestet, sind nur fünf Wirkstoffe (Kategorie 1a):

  • Vitamin A
  • Vitamin-A-Derivate (Retinol, Retinaldehyd): Retinol wird von den Keratinozyten der Haut in Retinolsäure überführt und regt dadurch die Kollagenproduktion der Haut an, dadurch treten weniger Falten auf, Altersflecken können zugleich zurückgehen
  • Vitamin C: stimuliert ebenfalls die Produktion von Kollagen und schützt zum Teil vor UV-Strahlen. Vitamin C reduziert so nachweislich die Faltenbildung.
  • Alpha-Liponsäure: wirkt antioxidativ, mildert Unebenheiten Falten
  • Aminosäureketten wie Pentapeptide: beschleunigen die Kollagensynthese

Objektivierbar gemessen, wenn auch nicht in placebokontrollierten Doppelblindstudien nachgewiesen, wurde die Wirksamkeit der folgenden Substanzen (Kategorie 1b):

  • Vitamin E und dessen Derivate: könnte die Faltentiefe und Rauigkeit der Haut reduzieren
  • Vitamin B3
  • Dimethylaminoethanol (DMAE): könnte Lidschwellungen und Hautfestigkeit positiv beeinflussen
  • Phytohormone (Isoflavone, Lignane): reduzieren die Falten ebenfalls, nachgewiesen an Frauen jenseits der Menopause
  • Hyaluronsäure

Selbst bei den nachweislich wirksamen Substanzen kommt es auf die Stabilität in der Cremegrundlage sowie auf die Konzentration an, ob die Mittel wirksam sind oder nicht.

Gute Hautpflegeprodukte sind arm an Reizstoffen und Allergenen.

 

Quellen: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=33790
 


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