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Handekzem

Das Handekzem bezeichnet eine nicht ansteckende, entzündliche Hauterkrankung an den Händen (siehe auch Ekzem-Bilder). Handekzeme sind sehr weit verbreitet und für die Betroffenen oft in vieler Hinsicht ein großes Problem: sie sind nicht nur unschön, sondern gehen oft mit Schmerzen und Juckreiz einher und behindern damit im Beruf wie auch im Privaten mitunter deutlich.

Ein Handekzem lässt sich anhand der Ursache bzw. der Auslöser einordnen, anhand der Symptome sowie anhand des Schweregrads und Verlaufs. Wie die Erkrankung bei einem chronischen Handekzem beim Einzelnen verläuft, lässt sich nicht vorhersagen. Allerdings kann eine frühe Diagnostik und angemessene Therapie dazu beitragen, dass die Haut schneller heilt.

Handekzem – Häufigkeit

Das Handekzem ist eine weit verbreitete, häufige Hauterkrankung. Innerhalb eines Jahres haben bis zu 10% der Allgemeinbevölkerung diese Krankheit. Frauen sind häufiger Betroffen als Männer, vor allem in der Altersklasse bis 30 Jahre.

Nur 50 bis 70% suchen jedoch Schätzungen zufolge auch einen Arzt auf.

Schwer verlaufende, chronische Formen machen ungefähr 5-7% aus, je früher die Ekzeme auftreten, umso ungünstiger die Prognose.

Etwa 2-4% der Patienten sprechen unzureichend auf äußerliche Behandlungsformen (topische Therapien) an.

Das Handekzem ist die häufigste berufsbedingte Hautkrankheit, Betroffene müssen bei chronischem Verlauf ihren Job wechseln. Besonders häufig tritt das Handekzem bei folgenden Berufsgruppen auf:

  • Friseure
  • Maurer und anderer Arbeiter in der Baubranche
  • Medizinisches Personal

Handekzem – Ursachen

Die Ursachen von Handekzemen sind vielfältig, meist treffen wohl mehrere Faktoren zusammen:

  • Veranlagung: anlagebedingte Barriereschädigung der Haut oder Atopie
  • Umwelteinflüsse: Allergene, Reizstoffe, übermäßige Hygiene

Nur in seltenen Fällen ist ein einziger Auslöser für das Ausbrechen der Hautkrankheit verantwortlich.

Nach den Auslösern unterscheidet man mehrere Gruppen von Handekzemen. Hauptursachen sind beim chronischen Handekzem übermäßiger Kontakt mit Wasser und Reizstoffen (kumulativ-toxischer Auslöser), Kontaktallergien und Atopie (atopische Diathese), eine angeborene Neigung zu allergischen Erkrankungen. Je nachdem, welcher Auslösefaktor im Mittelpunkt steht, unterscheidet man demnach in:

  • Kumulativ-toxisches Handekzem
  • Kontaktallergisches Handekzem
  • Atopisches Handekzem

In jedem Fall können hautbelastende Tätigkeiten die Haut schädigen und so anfälliger für Reizstoffe machen, wodurch das Risiko für eine Entzündung steigt. Wer wiederholt übermäßig mit Wasser und reizenden Substanzen in Berührung kommt, sei es beruflich oder im Haushalt oder der Freizeit, schädigt seine Hautschutzfunktion. Auch ein langes Tragen von Schutzhandschuhen hilft nicht immer: bestehen diese nämlich zum Beispiel aus Gummi, so schwitzt man stark darunter, wodurch permanent zu viel Feuchtigkeit auf der Haut ist, was die Infektion mit Krankheitserregern begünstigt, aber auch das Eindringen allergener Stoffe in die Haut und damit die Entstehung von Kontaktallergien.

Menschen mit Allergien, Asthma oder Neurodermitis erkranken deutlich häufiger an der Hauterkrankung der Hand. Bei dieser Risikogruppe spricht man von Atopikern, die genetisch bedingt zu allergischen Erkrankungen neigen. Oft haben diese Menschen außerdem eine angeborene Störung der Hautschutzbarriere, wodurch Feuchtigkeit, Erreger und schädliche Substanzen leichter in die Haut gelangen.

Handekzem – Symptome

Sehr oft geht die Entzündung der Haut beim Handekzem einher mit starkem Juckreiz, Bläschenbildung, teils auch mit schmerzhaften Einrissen (Rhagaden) und übermäßiger Verhornung.

Durch die Beschwerden ist die Lebensqualität schwer vom chronischen Handekzem betroffener oft massiv beeinträchtigt, nicht zuletzt aufgrund des Schamgefühls, dass durch die kosmetisch unschönen Hautveränderungen bedingt sein kann.

Beim Erscheinungsbild unterscheidet man mehrere Formen des Handekzems:

  • dyshidrosiformes Handekzem: mit stark juckenden Hautbläschen
  • hyperkeratorisch-rhagadiformes Handekzem: mit starker Verhornung und Hautrissen

Für die Auswahl geeigneter Therapien ist eine weitere Unterscheidung von Bedeutung – die Unterteilung des Handekzems nach Schweregrad und Verlauf:

  • leichte Handekzeme verheilen oft schnell
  • mittelschwere können mehrere Wochen bestehen bleiben
  • schwere führen zu beständigen oder immer wiederkehrenden Entzündungen
  • vom chronischen Handekzem spricht man, wenn die Erkrankung trotz ärztlicher Behandlung mindestens 3 Monate lang besteht oder innerhalb von 12 Monaten zweimal erneut auftritt (rezidiviert)

Handekzem – Diagnose

Die Diagnose erfolgt beim Dermatologen mittels ausführlichem Patientengespräch, körperlicher Untersuchung und Differentialdiagnostik, also dem Ausschließen anderer ähnlicher Erkrankungen wie Pilzinfektionen oder Schuppenflechte.

Wichtig ist es, herauszufinden, ob eine Atopie vorliegt und welche Ursachen und Auslöser sonst beim einzelnen Patienten eine Rolle spielen.

Handekzem – Behandlung

Die Therapie richtet sich nach der Art des Handekzems. Oft ist sie jedoch recht aufwändig und langwierig, die chronischen und schweren Verläufe sind besonders hartnäckig und erfordern nicht eine, sondern mehrere Behandlungsmaßnahmen.

Als wichtigste Komponenten der Behandlung gelten:

  • Vermeidung der Auslöser (notfalls sogar mit sofortigem Wechsel des Arbeitsplatzes): Kontaktallergene, ständige Feuchtigkeit, …
  • Topische (örtliche) Behandlung mit wirkstoffhaltigen Cremes, Salben und Lösungen
  • Innerliche (systemische) Behandlung mit Medikamenten
  • Lichttherapie

Wer seine Haut schützen möchte, sollte statt Gummihandschuhen solche aus Baumwolle oder spezielle allergenarme Kunststoffhandschuhe nutzen.

Sämtliche Therapiemaßnahmen sollten auch dann noch fortgeführt werden, wenn das Handekzem bereits abgeheilt ist. Sonst droht das schnelle Wiederaufkommen der Beschwerden.

Cremes und Salben bei Handekzemen

Mittels Cremes und Salben sowie fettfeuchter Umschläge sollen der Juckreiz und die Entzündungen gelindert werden.

Nässende oder bläschenbildende Formen werden zum Beispiel mit gerbstoffhaltigen Präparaten behandelt, Verhornungsstörungen mit Harnstoff oder Salicylsäure, stark entzündete Handekzeme mit Cortison-Salben oder (da Cortison nicht langfristig angewendet werden sollte) mit Pimecrolimus / Tacrolimus, sogenannten kortisonfreien Celcineurinhemmern.

Innerliche Behandlung

Zur innerlichen Behandlung können verschiedene Wirkstoffe in Abhängigkeit der vorliegenden Beschwerden eingesetzt werden. Vor allem schwere sowie chronische Verläufe erfordern eine innerliche – systemische – Therapie.

Folgende Wirkstoffe sind üblich in der Handekzem-Therapie:

  • Bei akuten schweren Schüben mit Bläschen: Cortison, Antibiotika
  • Bei schweren atopischen Ekzemen: Ciclosporin

Daneben wurden in Einzelfällen weitere Wirkstoffe eingesetzt, teils aber waren die Medikamente nicht für Handekzeme zugelassen.

Lichttherapie

Zuletzt die Lichttherapie oder Phototherapie. Wie bei vielen anderen Krankheiten spielt diese auch beim chronischen Handekzem eine wichtige Rolle, auch wenn sie recht zeitaufwändig ist: über vier bis sechs Wochen sollten jede Woche 3-4 Sitzungen erfolgen. Und längst nicht jede Hautklinik oder Hautarztpraxis verfügt über die entsprechenden Geräte.

Am häufigsten eingesetzt wird die PUVA, bei der die Hände zunächst mit einer Creme vorbehandelt werden, die die Haut lichtempfindlicher macht. Anschließend erfolgt die Bestrahlung mit UV-A-Licht. Nach zwei Tagen mit Behandlung folgt einer ohne. Die Lichttherapie ist für eine Langzeitbehandlung nicht geeignet, da sie mit Risiken wie vorzeitiger Hautalterung oder chronischer Schädigung der Haut einhergeht.

Sehr langfristig kann hingegen gepulstetes blaues Licht eingesetzt werden, vor allem bei atopischen und beruflich bedingten Handekzemen. Dabei nehmen die Lymphozyten und Langerhanszellen in der Haut nicht ab (wie bei UV-Therapien), sondern zu. Die Behandlung wirkt gegen die Entzündung, ohne direkte Immunsuppression der Haut.
 


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