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Hafer: Gluten enthalten?

Enthält Hafer Gluten? Eine an sich einfache Frage, wichtig vor allem für Menschen mit Zöliakie. Die Antwort ist leider weniger einfach.

Hafer bzw. die darin enthaltenen Eiweißbestandteile scheinen für Zöliakie-Patienten weniger schädlich zu sein als andere glutenhaltige Getreidesorten. Der übliche Gluten-Nachweis basiert auf den typischen Eiweißbestandteilen, daher lässt sich das Gluten im Hafer nur bedingt nachweisen. Hafer enthält schätzungsweise nur 25% des Glutens von Weizen. 

Statt mit den üblichen Gluten-Tests versuchten Wissenschaftler, Gluten im Hafer nachzuweisen, indem sie die Schädlichkeit des Hafers für Zöliakie-Betroffene untersuchten, dazu wurde Patienten in etwa 15 verschiedenen Studien ein Placebo oder eine Haferprobe verabreicht, anschließend wurden die körperlichen Reaktionen der Gruppen analysiert. Die Studien gehen in ihren Ergebnissen auseinander: jeweils etwa die Hälfte der Studien kamen zum Nachweis, dass Hafer bei einer Glutenunverträglichkeit gefährlich bzw. ungefährlich ist. Warum die Studien zu verschiedenen Ergebnissen kamen, ist nicht ganz klar. Einen Grund sehen die Forscher in der hohen Abbruchrate der Studienteilnehmer. Einen weiteren in den unterschiedlichen Gebieten, in denen die Studien durchgeführt wurden (im Norden gibt es eher Studien, die Hafer als ungefährlich ausweisen, im Süden umgekehrt).

Einschätzung der Deutschen Zöliakie Gesellschaft (DZG)

Die Deutsche Zöliakie Gesellschaft rät in einer Stellungnahme vom 16.02.2011 Betroffenen davon ab, Hafer zu konsumieren. Wollen sie es dennoch tun, dann sollten sie nicht mehr als 50 Gramm davon am Tag essen – idealerweise nur unter ärztlicher Aufsicht. Der verzehrte Hafer muss darüber hinaus unbedingt speziell angebaut und verarbeitet wurden sein, damit er nicht mit dem Gluten anderer Getreide kontaminiert ist. Dafür sind deutlich abgetrennte Felder nötig, außerdem spezielle Maschinen zur Ernte, zum Mühlen und zum Verpacken.

„Glutenfreie“ Haferprodukte im Handel

Auch Produkte mit Hafer dürfen als glutenfrei gekennzeichnet werden, wenn sie den Grenzwert von 20ppm Gluten nicht überschreiten (dies muss nachgewiesen werden). Allerdings gibt es ein Problem, was den Verkauf von Haferprodukten als glutenfrei angeht: neben Hafer dürfen andere Zutaten enthalten sein – und nur auf diese Bestandteile reagiert der Gluten-Test, nicht jedoch auf die Hafer-Gluten-Menge. Da Hafer die nachweisbaren glutenhaltigen Eiweißbestandteile nur zu 25% von Weizen enthält, kann der Test schnell einwandfrei sein, das Produkt aber trotzdem gefährlich für Zöliakie-Patienten.

Zusammenfassung

Wir können Zöliakie-Patienten weder klar ab- noch zuraten, was den Hafer und Haferprodukte anbelangt. Die bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen liefern unklare Ergebnisse. Allerdings: normal hergestellter Hafer sollte nicht gegessen werden, da er im Herstellungsprozess sehr oft von glutenreichem Getreide kontaminiert wurde.
 


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