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Gut schlafen trotz Neurodermitis

Es ist später Abend, man legt sich ins Bett, starker Juckreiz bricht aus, das Einschlafen fällt schwer, das Durchschlafen auch. Leider ist das die nächtliche Realität vieler Neurodermitiker. Mit ein paar Tipps könnt ihr den Schlaf aber trotz Neurodermitis erleichtern.

Während man am Tag zumindest manchmal abgelenkt ist oder sich das Kratzen verkneift, um keine seltsamen Blicke von Mitmenschen zu ernten, wirft einen die Nacht zurück auf den eigenen Körper und die strapazierte Haut. „Bloß nicht kratzen!“ soll man sich, aber das ist so verdammt schwer. Und mit jedem mal, das man über die Haut fährt und reibt, kommt der Juckreiz danach umso stärker zurück. Der vielbesagte Teufelskreis zieht immer heftigere Kreise.

Und der Morgen danach? Erschöpfung, Müdigkeit, das Gefühl, gar nicht so richtig wach zu sein. Das wiederum erzeugt Stress, der Stress zusätzlichen Juckreiz.

Gibt es da nicht irgendetwas, das man tun kann, um den eigenen Schlaf zu fördern?

Abends entspannen

An alle Berufstätigen – macht das Handy und den Computer aus, lasst die Mails Mails sein, sofern das möglich ist und gönnt euch den echten Feierabend.

Wer angespannt ins Bett geht, wem die Gedanken über den vergangenen und den nächsten Tag im Kopf schwirren, wer also noch nicht abgeschalten hat, tut sich grundsätzlich sehr viel schwerer, ein- und durchzuschlafen. Die Stunden vor dem Zubettgehen entscheiden mit über die Menge und Qualität des Schlafs, der einen in der Nacht erwartet. Rituale helfen dabei, sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Die abendliche kühle Dusche oder ein warmes Bad, ein kleiner Spaziergang, Meditation … die Möglichkeiten sind vielfältig. 

Sport hingegen ist eher ungeeignet, da er wach macht. Gleiches gilt natürlich für Kaffee und andere koffeinhalte Getränke wie Cola oder schwarzer / grüner Tee. Auch schwere Mahlzeiten sowie Alkohol am Abend sind ungeeignet – beides kann zwar kurzfristig müde machen, stört den Schlaf aber unter Umständen gewaltig. Der Körper ist dann nämlich mit Verdauung oder Giftverarbeitung beschäftigt anstatt mit der Regeneration.

Gut geeignet sind Gute-Nacht-Tees. Kräuter wie Kamille, Johanniskraut oder Melisse können den Körper ein wenig zur Ruhe bringen.

Grelles Licht vermeiden

Auch grelles Licht macht wach. Der Körper hält die Helligkeit für ein Zeichen des beginnenden Tages und schüttet Hormone aus, die das Einschlafen für mehrere Stunden erschweren können. Daher sollte am Abend eher gedämmtes, gemütliches Licht vorherrschen.

Das perfekte Neurodermitis-Schlafzimmer

Das perfekte Schlafzimmer für Neurodermitiker ist kühl: empfohlen werden 18°C. Mit einem Hygrometer lässt sich auch die Luftfeuchtigkeit messen, als ideal gelten 40-60%.

Das perfekte Schlafzimmer ist außerdem allergenfrei – ohne allergene Pflanzen, ohne Schimmelpilz, ohne Teppich und milbenfangende Vorhänge an den Fenstern, eventuell auch mit Milben-Schutzbezügen.  

Farbpsychologen empfehlen Blautöne im Schlafzimmer, da diese kühlend wirken. Ein aufgeräumtes Zimmer vermittelt zudem wesentlich mehr Ruhe als ein unordentliches.

Die Gewohnheit macht den Schlaf

Feste Schlafzeiten bringen den Körper in einen stabilen Rhythmus, der sich auch auf die Qualität des Schlafes auswirkt. Das heißt aber nicht, dass man von Tag 1 an zur selben Uhrzeit ins Bett gehen sollte. Am besten stabilisiert man seinen Schlafrhythmus, indem man jeden Tag zur selben Zeit aufsteht – auch am Wochenende. Ins Bett geht man einfach dann, wenn man müde ist. So pendelt sich der Körper innerhalb von ein bis zwei Wochen selbst ein und holt sich genau die Menge an Schlaf, die er braucht.

Tipp: den Wecker so hinstellen, dass man, wenn man nachts aufwacht, nicht sofort draufschaut. Sonst fangen die Rechnereien an: wie lange kann ich noch schlafen? Das stresst, verhindert das Wiedereinschlafen und begünstigt Juckreiz-Attacken.

„Mit diesen Tipps kann nichts mehr schief gehen“, heißt es unter Ratgeber-Beiträgen immer. Das stimmt aber nicht. Doch auch wenn die nächste Nacht nicht ideal wird: ihr werdet den Tag durchstehen. Und vielleicht klappt es in der nächsten Nacht schon etwas besser. So lange ihr nicht alles ausprobiert habt, können die Nächte angenehmer und der Schlaf besser werden.
 


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