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Gerbstoff-Präparate bei Neurodermitis

Gerbstoffe sind ein beliebtes Mittel gegen Neurodermitis. Wie auf Gerbstoff-Präparate der kranken Haut helfen gegen Entzündungen und Juckreiz helfen können, und welche Risiken bestehen: jucknix klärt auf.

Gerbstoff

Gerbstoff verbindet sich mit Eiweiß, sobald er damit in Berührung kommt. Sind Gerbstoff und Eiweiß miteinander verbunden, dann werden sie dadurch verändert – die Gerbung findet statt. Kollagene, Eweiße auf der Haut, werden in ihren Strukturen stärker vernetzt und das Gewebe verdichtet. Es bildet sich eine schützende Membram aus.

Sie hemmen Entzündungen und die Wundsekretion, wirken austrocknend, zusammenziehend sowie gegen Gifte, Keime, Pilze, Bakterien und Viren, da sie diesen den Nährboden entziehen. Gerbstoffe färdern außerdem die Wundheilung.

Natürliche Gerbstoffe gibt es in pflanzlicher Form sowie als Fettgerbstoffe (Tranen). Bei Pflanzen kommen sie in Blättern, Früchten, Rinden, im Holz und in den Wurzeln vor, zum Beispiel bei der Eiche, Fichte, Kastanie sowie in Weintrauben, Heidelbeeren, Brombeerblättern, Tee – vor allem in schwarzem Tee – und in Kaffee. Gerbstoffe gehören zu den

wichtigsten Gruppen von Heilpflanzen und Phytotherapie. Künstlich hergestellte Gerbstoffe finden sich als Mineralgerbstoffe, Aldehyde, Harzgerbstoffe und synthetische, auf Phenol basierende Gerbstoffe. Die synthetisch hergestellten Gerbstoffe werden in Lösungen, Cremes und Salben eingesetzt.

Neurodermitis-Behandlung mit Gerbstoffen

Gerbstoff-Präparate werden bei Neurodermitis – vor allem bei leichteren Formen – lokal auf den betroffenen Hautregionen und Ekzemen aufgetragen. Sie können aber auch andere Behandlungen unterstützen bei schwereren Ausprägungen des atopischen Ekzems. Weiterhin werden Gerbstoffe zum Ausschleichen einer Cortison-Therapie an den kortisonfreien Tagen angewendet.

Leichte Ekzeme können durch kalte Gerbstoff-Umschläge schneller abheilen und der Juckreiz wird vermindert. Das sich die Haut zusammenzieht, wird sie etwas unempfindlicher, Blut und Wasser treten weniger aus und  Bakterien und Viren verlieren ihre Nahrungsgrundlage. Auch Entzündungen werden gehemmt. Zusätzlich regeln die Gerbstoffe den Wasserstoffhaushalt der Haut.

Da Gerbstoffe sehr gut vertragen werden, setzt man sie häufig auch bei Kindern mit Neurodermitis ein.

Nebenwirkungen

Wer Gerbstoffe zu lange anwendet, riskiert Leberschäden. Bei hohen Dosen können sich auch die Magenschleimhäute entzünden und Brechreiz entstehen. Mineralstoffe, Eisen und andere basische Arzneimittel wirken weniger stark während einer Gerbstoff-Therapie. Bei trockenen Schleimhäuten und Verstopfung rät man ab davon, Gerbstoffe zu verwenden.
 

 


Quellen:
Otto Th. Schmidt, Walter Mayer: Natürliche Gerbstoffe. In: Angewandte Chemie. 68, Nr. 3, 1956
H. Wagner: Arzneidrogen und ihre Inhaltsstoffe.

 

Linktipps:

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