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Fructoseintoleranz – Ursachen und Formen

Fructoseintoleranz unterscheidet sich als Nahrungsmittelintoleranz grundsätzlich von einer Nahrungsmittelallergie, bei der das Immunsystem auf bestimmte Substanzen überreagiert und Antikörper bildet, was sich unter anderem in Juckreiz und Hautveränderungen äußert. Bei der Fructoseintoleranz kann der Körper den Fruchtzucker nicht ausreichend verdauen.

Fructoseintoleranz gibt es in zwei Formen: der intestinalen Fructoseintoleranz (Fructose-Malabsorption) und der hereditären Fructoseintoleranz (vererbe Fructoseintoleranz). Die beiden Arten der Fruchtzuckerunverträglichkeit weichen zum Teil deutlich voneinander ab, wie folgende Übersicht zeigt:


Intestinale Fructoseintoleranz
(Fructose-Malabsorption)
Hereditäre Fructoseintoleranz
Verbreitung 30% aller Europäer Nur 1 von 20.000 Europäern
Erkrankung Nahrungsmittelunverträglichkeit Angeborene Stoffwechselstörung
Ursache Fructose-Transporter GLUT-5 gestört Defektes Enzym Aldolase B
Diät Teilweise Diät notwendig Strenge Diät notwendig

Hinweis: Das jucknix-Special zur Fructoseintoleranz bezieht sich ausschließlich auf die herkömmliche Form der Fructoseintoleranz, die weit verbreitete Fructose-Malabsorption.

Intestinale Fructoseintoleranz

Die intestinale Fructoseintoleranz ist auch als „Fructose-Malabsorption“ bekannt. Bei dieser Form der Fruchtzuckerintoleranz wird die Fructose nur unzureichend im Darm transportiert, weil das Transportsystem „GLUT-5“ nicht richtig funktioniert. Die Fructose-Malabsorption ist weit verbreitet: fast jeder Dritte in Europa leidet unter einer solchen Unverträglichkeit gegenüber dem Fruchtzucker. Die Ausprägung kann leicht bis schwer sein. Wer von Fructoseintoleranz spricht, mein eigentlich immer diese Form.

Was passiert genau?

Der Fruchtzucker bleibt im Verdauungstrakt liegen, anstatt ordnungsgemäß weitertransportiert und in die Blutbahn aufgenommen zu werden. Weil die Fructose nicht im Dünndarm verarbeitet wird, gelangt sie in den Dickdarm und wird dort von den Darmbakterien umgewandelt. Dieser Vorgang wird Fermantation genannt. Als Folge entstehen unter anderem Gase wie Wasserstoff, Methan und Kohlendioxid, die der Körper nur noch über Blähungen loswerden kann.

Das Zuviel an Gasen kann den Druck auf die inneren Organe erhöhen und Beklemmungsgefühle hervorrufen – auch in der Herzgegend. Nach unten drücken die Gase auf Magen und Zwerchfell, was sowohl Übelkeit als auch Völlegefühle auslösen kann.

Weiterhin können Kopfschmerzen und Schwindelgefühle sowie weitere Symptome resultieren.

Neben den Gasen entstehen bei der Fermentation auch Fettsäuren, die den Verdauungsvorgang beschleunigen, also die Darmbewegungen anheizen. Das kann sich dann in Darmgeräuschen, Bauchkrämpfen oder Durchfall zeigen. Weil die Fructose im Dickdarm Wasser bindet, sammeln sich dort mehr Flüssigkeiten als bei gesunden Menschen. Dieser Umstand begünstigt den Durchfall ebenfalls.

Menschen mit dieser üblichen Form der Fruchtzuckerunverträglichkeit vertragen den Fruchtzucker häufig gut, wenn er nicht wie im Obst und Gemüse einzeln auftritt, sondern in Verbindung mit einem anderen Zucker. Dies ist der Fall beim Haushaltszucker, der jeweils hälftig aus Fruchtzucker und Traubenzucker besteht.

Mehr dazu unter Haushaltszucker trotz Fructoseintoleranz?

Hereditäre Fructoseintoleranz

Die hereditäre Fructoseintoleranz ist eine seltene und schwere Form der Fruchtzuckerunverträglichkeit, die vererbt wird. Die hereditäre Fructoseintoleranz ist nicht heilbar.

Ursache der Erkrankung ist ein Enzymmangel an „Aldolase B“. Durch das unzureichende Enzym wird Fructose-1-Phosphat in den inneren Organen angelagert, welche den Aufbau von Glucose aus Fruchtzucker verhindert. Glucose (Traubenzucker) ist ein lebenswichtiger Zucker. Durch die mangelnde Umwandlung im Körper kommt es zu einer Unterzuckerung.

Bereits kleinste Mengen von Obst oder Gemüse können für ein Neugeborenen lebensbedrohlich sein und ein Kind ins Koma fallen lassen. Schwere Schäden an Leber und Niere drohen in Folge.

Typischerweise reagieren betroffene Kinder schon auf kleine Mengen obsthaltiger Nahrung mit Zittern und Erbrechen, also mit den Symptomen einer Unterzuckerung. Meistens wird die Krankheit erst dann erkannt.

Die wichtigsten Symptome der hereditären Fructoseintoleranz im Überblick:

  • Abneigung gegen Obst und Süßigkeiten, gestörtes Essverhalten
  • Benommenheit oder geistige Abwesenheit
  • Besonders kariesfreie Zähne
  • Blutiger Stuhl, häufig
  • Erbrechen
  • Leberwerte verändert
  • Muskelkrämpfe
  • Schwitzen
  • Wachstumsstörungen ab Beginn der Abstill-Phase

Einer diagnostizierten hereditären Fructoseintoleranz muss unbedingt durch eine äußerst strenge Diät Rechnung getragen werden, um schwere Symptome zu verhindern. Fruchtzucker muss also grundsätzlich und konsequent gemieden werden, gleiches gilt für alle Zuckerarten, die zum Teil aus Fructose bestehen, wie der Haushaltszucker. Der Haushaltszucker (Saccharose) besteht nämlich zu einer Hälfte aus Fructose, zur anderen aus Glucose.

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