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Fructoseintoleranz Test und Diagnose

Bei Verdacht auf Fructoseintoleranz, zum Beispiel dann, wenn Du oder Dein Kind unter den entsprechenden Symptomen leiden, sollte der Arzt aufgesucht werden. In Frage kommen Allgemeinmediziner, Internisten oder Gastroenterologen. Diese können mit verschiedenen Tests feststellen, ob tatsächlich eine Unverträglichkeit gegenüber dem Fruchtzucker vorliegt. Zu Beginn der Fructoseintoleranz-Diagnose steht allerdings immer die Anamnese, also das Patientengespräch.

Patientengespräch und Krankheitsgeschichte

Der Arzt führt zunächst ein ausführliches und möglichst sorgfältiges Gespräch mit dem Patienten durch, wenn dieser die Praxis mit Verdauungsbeschwerden oder anderen Nahrungsmittelintoleranz-Symptomen betritt.

Folgende Fragen gehören bei Verdacht auf Fructoseintoleranz zum Fragenkatalog:

  • Welche Beschwerden gibt es?
  • Wie lange hat der Patient die Beschwerden bereits, wann traten sie erstmalig auf?
  • Nach welchen Nahrungsmitteln treten Probleme auf?
  • Wie viel Zeit vergeht zwischen dem Verzehr bestimmter Lebensmittel und den Beschwerden?
  • Wie ernährt sich der Patient generell? Macht er derzeit eine Diät, ist er Vegetarier?
  • Bestehen andere Nahrungsmittelintoleranzen, gegen Histamin oder Laktose?
  • Welche weiteren chronischen Krankheiten bestehen? Welche Medikamente werden eingenommen?
  • Gibt es nahe Verwandte mit Nahrungsmittelintoleranzen oder anderen chronischen Erkrankungen?
  • Leidet der Patient unter einem hohen Stresslevel oder Sorgen?

Magen-Darm-Beschwerden oder unspezifische Beschwerden wie Kopfschmerzen, die sich nach dem Verzehr von fructosehaltigen Nahrungsmitteln wie Obst oder Fruchtsäften einstellen, dienen dem Arzt als Hinweise für eine bestehende Fruchtzucker-Unverträglichkeit.

H2-Atemtest

Dem Patientengespräch folgt meist ein H2-Atemtest, sofern der Verdacht auf eine Fructoseintoleranz gefallen ist. Der Atemtest gilt bei richtiger Anwendung als zuverlässiges und unkompliziertes Diagnoseverfahren. Wir beziehen uns dabei auf die herkömmliche Form der Fructoseintoleranz, die intestinale Fructoseintoleranz.

Der H2-Atemtest zur Diagnose der Fructoseintoleranz läuft ungefähr so ab: der Patient kommt morgens, mit nüchternem Magen und nicht geputzten Zähnen (Mundwasser auch verboten!) in die Praxis, pustet in ein Atemtestgerät und lässt dadurch den sogenannten „Nüchternwert“ bestimmen, die Menge an Wasserstoff in der Atemluft, die bei nüchternem Magen vorherrscht.

Liegt dieser erste Wert unter 10 ppm (parts per million), kann das Diagnoseverfahren fortgesetzt werden. Andernfalls muss die Messung an einem anderen Morgen wiederholt werden, weil die anschließenden Testergebnisse sonst nicht mehr zuverlässig ausgewertet werden können.

Anschließend trinkt der Patient eine Fructoselösung aus 250 ml Wasser und 25 Gramm Fruchtzucker.

In den folgenden zwei Stunden wird der H2-Atemwert des Patienten erneut gemessen, und zwar alle 30 Minuten.

Steigt der H2-Anteil der Atemluft nach dem Verzehr der Fructoselösung deutlich an (>20 ppm über dem Nüchternwert), kann man von einer Fructoseintoleranz ausgehen. Typisch sind dann Endwerte von 20 bis 200 ppm.

Steigt der Wert nicht deutlich an, liegt meist – aber nicht immer – keine Fructoseintoleranz vor. Zu 100 % kann man die Unverträglichkeit also auch bei einem negativen Testergebnis nicht ausschließen.

Das Ausbleiben des H2-Anstiegs trotz Fructoseintoleranz kann verschiedene Ursachen haben. Zum Beispiel könnten die wasserstoffproduzierenden Bakterien im Darm aufgrund einer vorhergehenden Antibiotika-Behandlung fehlen (Non-Producer-Status). Weiterhin könnten andere Bakterien im Darm angesiedelt sein, die den ganzen Wasserstoff bei der Produktion von Methan aufbrauchen.

Bestehen Zweifel am negativen Testergebnis, kann ein Lactulose-Test aufschlussreich sein. – zumindest im Falle eines Non-Producer-Status. Der Test läuft ähnlich ab wie der H2-Test, verzehrt wird allerdings eine Lactulose-Lösung. Lactulose ist ein nicht verwertbarer Zucker, der bei einem Darm mit den entsprechenden Bakterien immer positiv ausschlägt. Tut er das nicht, fehlt es dem Darm an den Bakterien, die den H2-Gehalt der Atemluft ansteigen lassen würden.

Das gesamte Prozedere dauert etwa 2,5 Stunden.

Hinweis: der H2-Atemtest darf NIEMALS durchgeführt werden, wenn auch nur der geringste Verdacht auf eine hereditäre Fructoseintoleranz besteht, da in diesem Fall lebensbedrohliche Folgen drohen! Stattdessen wird bei der hereditären Fructoseintoleranz mit einem Gentest gearbeitet, bei dem das Gen untersucht wird, das mit der Aldolase-B-Bildung und der Fruchtzucker-Verarbeitung zusammenhängt.

Weitere Tests zur Fructoseintoleranz-Diagnose

Neben dem H2-Test können eine Messung von Fructosespiegel, Blutzuckerspiegel sowie von Folsäure, Zink und Tryptophan zur Diagnose einer Fructoseintoleranz eingesetzt werden.

Bei der Messung des Fructospiegels im Blut wird untersucht, wie viel Fruchtzucker den Darm passiert und im Blut landet – bei gesunden Menschen ist diese Menge höher als bei Menschen mit Unverträglichkeit. Dieses Verfahren gilt als sehr aufwändig und wird daher nur selten eingesetzt.

Während der Blutzuckerspiegel bei gesunden Menschen nach dem Fruchtzuckerverzehr ansteigt, ist dies bei Menschen mit der Unverträglichkeit weniger der Fall. Ein gewaltiges Messproblem gibt es dabei aber: die Umwandlung von Fructose in Glucose geschieht so langsam, dass der Blutzuckerspiegelanstieg kaum auffällt. Damit ist auch die Blutzuckerspiegel-Messung zur Diagnose von Fructoseintoleranz wenig geeignet.

Da eine Fructoseintoleranz häufig mit Folsäuremangel und Zinkmangel einhergeht, misst der Arzt bei Verdacht auf Unverträglichkeit manchmal die Mengen an Folsäure und Zinkmangel im Blut. Sind diese gering, könnte das auf eine Fructoseinterolanz hinweisen – oder auf unzählige andere Erkrankungen, die sich in Folsäure- und Zinkmangel äußern können.
 

 

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