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Frostbeulen

Frostbeulen (Perniones) ist ein irreführender Begriff, da die Frostbeulen weder etwas mit einer echten Erfrierung zu tun haben, noch eine richtige Beule gebildet wird. Frostbeulen treten vor allem bei feuchtkaltem Wetter auf, insbesondere im Frühjahr und im Herbst, hervorgerufen durch wiederholte Einwirkung von Nässe und Kälte auf die Haut. Sie zeigen sich als dunkelrote Flecken und weiche Verdichtungen des Gewebes und treten am häufigsten auf an Nase, Fingern und Zehen, Ohren und an den Außenrändern von Händen und Fußsohlen. Frostbeulen können jucken oder schmerzhaft sein, sind aber medizinisch meist ungefährlich. Am häufigsten Betroffen sind junge Frauen.

Ursachen 

Bei Frostbeulen handelt es sich gewissermaßen um eine Form der Durchblutungs-störungen. Wie auch bei Erfrierungen sind die am wenigsten durchbluteten Körperstellen am stärksten gefährdet. Ursache der Frostbeulen sind massive Engstellungen oder Verschlüsse periphere Arterien und Arteriolen, bedingt durch starke Kälteeinwirkung in Kombination mit der unzureichenden Durchblutung. Dabei wird auch das Gewebe geschädigt.

Zu enge Kleidung (etwa Strümpfe oder Schuhe) sind ein Risikofaktor, da sie die Blutzufuhr behindern. Dadurch wird das Gewebe mangelhaft ernährt, es verliert an Widerstandskraft und wird anfälliger für Reize wie Kälte und Nässe.

Frostbeulen-Symptome

Frostbeulen-Symptome sind klar begrenzte Hautveränderungen. Sie sind rund, teigig und fahl bläulich. Sie treten meist an Zehen und Fingern, Ohren und Nase und Rändern von Händen und Füßen auf – an den Körperstellen, die außen liegen und am weitesten vom Herz entfernt sind. Es kann zur Bildung von Blasen sowie von Geschwüren (Ulzeration) auf der Haut kommen. Bei Erwärmung der Hautstellen jucken und brennen sie. Frostbeulen gehen außerdem mit Empfindungsstörungen: die betroffenen Körperpartien sind vermindert druckempfindlich (Hypästhie) oder verstärkt druckempfindlich mit Kribbeln und einem pelzig-geschwollenem Gefühl (Parästhie).

Von Frostbeulen betroffene Haut neigt zu vermehrtem Schwitzen.

Behandlung

Die Frostbeulen heilen zwar meist innerhalb von etwa drei Wochen ab ohne Behandlung, doch sie sind sehr unangenehm: die Haut um die Frostbeule ist unnatürlich unempfindlich, fühlt sich an wie ein dumpfer Druck, wenn man sie berührt. Betreten Betroffene plötzlich einen warmen Raum, kann die Frostbeule stark jucken und brennen.

Treten wiederholt Frostbeulen auf, kann es außerdem zur Vernarbung oder zu Gewebsschwund (Atrophie) kommen und damit zu dauerhaften, kosmetisch unschönen Gewebeschäden.

Daher ist eine Therapie durchaus zu empfehlen, zumindest bei schweren Verlaufsformen. Dann kann Nifedipin verabreicht werden, ein Calciumantagonist, der die glatte Muskulatur der Gefäße erweitert und somit den Blutdruck senkt.

Frostbeulen vorbeugen

Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von Frostbeulen ist es, den Kreislauf anzukurbeln, etwa mit regelmäßiger Bewegung, gesunder Ernährung und Wechselduschen. Damit ist dem gesamten Organismus geholfen, nicht nur bei Frostbeulen. Zunächst duscht man mit abwechselnd mit geringen Temperaturunterschieden, bevor man diese erweitert und von einzelnen Körperstellen auf den gesamten Körper ausbreitet.
Wichtig ist außerdem, die Blutzirkulation nicht durch zu enge Strümpfe oder Schuhe, Gürtel, Hosenbunde, Handschuhe oder einschneidende Ringe oder Uhren zu behindern. Mehrere Socken übereinander zu tragen oder solche Socken, die nicht an die Fußform angepasst sind, steigert das Risiko ebenfalls.
Auch sollte man die Haut vor Kälte und Nässe schützen.
 


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