szmtag
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  1. #1
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    erlaubte und beliebte Zutaten der Kosmetikindustrie

    Hallo,
    bin bei wiki auf etwas gestoßen, was ich euch zeigen möchte:
    DMDM-Hydantoin ? Wikipedia
    Ein Konservierungsmittel, das Formaldehyd abgibt, auf der Haut zu verteilen und zu erwarten, dass das keine Folgen hat, ist eine sehr optimistische Einstellung.
    (offizielle GHS-Gefahrstoffkennzeichnung für Formaldehyd: "06 - giftig oder sehr giftig", "08 - gesundheitsgefährdend" und "05 - ätzend")
    Da es als Konservierungsmittel eingesetzt wird, ist davon auszugehen, dass die verwendeten Konzentrationen hoch genug sind, um soviel Formaldehyd freizusetzen, dass es als Biozid wirksam ist. Eine Hautschädigung ist aus meiner Sicht unvermeidlich!

    Interssant ist auch noch, dass die staatliche Stelle, die für die Gefahrenbewertung zuständig ist, diese Aufgabe an einen Ausschuss deligiert hat, dessen Vorsitz von einem Formaldehydproduzenten (Bayer) gestellt wird. Ich erwarte daher keine objektive Bewertung.
    wiki "Formaldehyd":
    "Im Arbeitsprogramm 2009-2012 des Ausschusses für Gefahrstoffe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) steht der rechtsverbindliche Arbeitsplatzgrenzwert der TRGS 900 noch zur Bearbeitung an (Stand: 11. November 2012).[27] Die Bearbeitung erfolgt im Unterausschuss III „Gefahrstoffbewertung“ unter Vorsitz von Dr. med. Gisela Stropp (Bayer Schering Pharma AG, seit 2011 Bayer HealthCare Pharmaceuticals).[28][29]"

    vielleicht finde ich noch mehr solche Brüller.
    lg
    n
    Geändert von scite! (13.04.2014 um 09:52 Uhr)

  2. #2
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    Erschütternd

    Erschütternd

    Ich hab' mal angefangen mir die Zutaten von „Nivea Körperbalsam Sensitiv“, 400ml, für „Empfindliche Haut“ genauer anzusehen:

    "Aqua, Glycerin, Caprylic/Capric Triglyceride, Paraffinum Liquidum, Alcohol Denat., Cetearyl Alcohol, Cyclomethicone, Dimethicone, Glyceryl Stearate Citrate, Octyldodecanol, Cera Microcristallina, Chamomilla Recutita Flower Extract, Phenoxyethanol, Methylparaben, Sodium Carbomer, Ethylparaben, Linalool, Citronellol, Alpha-Isomethyl Ionone, Butylphenyl Methylpropional, Limonene, Benzyl Alcohol, Benzyl Salicylate, Parfum."
    (Nivea Body Lotion Sensitive Feuchtigkeitscreme, 3er Pack (3 x 400 ml): Amazon.de: Parfümerie & Kosmetik)

    Ich finde es erschütternd, wie viele reizende, gesundheitsgefährdende, allergene und giftige Stoffe enthalten sind, obwohl das Produkt für "Empfindliche Haut" angepriesen wird. (Andere Marken/Hersteller sind nix besser!)
    Da die Bezeichnungen nicht der Standardnomenklatur (Bezeichnungsweise) der "klassischen" Chemie folgen (warum eigentlich?), ist es etwas mühsam herauszufinden (wahrscheinlich deshalb!), was das eigentlich für Stoffe sind und wie gefährlich sie sind.

    Beispiele:

    Alpha-Isomethyl Ionone: Duftstoff, der als Allergen eingestuft wird

    Phenoxyethanol, Methylparaben(*), Ethylparaben(*), Butylphenyl Methylpropional, Benzyl Alcohol, Benzyl Salicylate:
    Konservierungsmittel mit mind. einem Benzolring, allesamt nach EU-Gefahrstoffkennzeichnung mind. als "Reizend" wenn nicht als "Giftig" eingestuft. Am Arbeitsplatz z.B. im Labor müssen solche Stoffe mit Handschuhen unter laufendem Abzug gehandhabt werden!
    (*)Ethylparaben: http://de.wikipedia.org/wiki/Ethylparaben :
    "Parabene im Allgemeinen können beim Menschen, vor allem bei Asthmatikern, pseudoallergische Reaktionen hervorrufen, wie z. B. Nesselsucht oder asthmatische Anfälle."

    hautfremde Substanzen:
    Glycerin (vgl. Forum, "Allgemeines zur Neurodermitis ..." Thema "Leserpost: ..."), Paraffinum Liquidum ("Lampenöl"), Alcohol Denat., Cetearyl Alcohol, Cyclomethicone, Dimethicone, Glyceryl Stearate Citrate, Octyldodecanol, Sodium Carbomer (Plastik/Acryl), Cera Microcristallina (Vaseline=dickflüssiges Lampenöl bzw. Schmierstoff aus Erdöl)

    Duftstoffe (teils allergen, alle "Reizend"): Linalool, Citronellol, Limonene, "Parfum" am Ende der Liste ist so ungenau wie nur möglich gehalten (warum?)

    unbedenklich:
    Aqua (Wasser), Caprylic/Capric Triglyceride (Fett/Öl)

    Fazit: Wenn man wirklich ein Pflegemittel für empfindliche Haut herstellen wollte, hätte man auf Allergene, Gifte und Reizstoffe verzichtet. Da man das offensichtlich nicht getan hat, bleibt nur die Schlussfolgerung, dass man das nicht wollte. Somit ist die Werbebotschaft für "empfindliche Haut" nicht mehr als das, nämlich nur eine Werbelüge.

    lg
    n
    Geändert von scite! (13.04.2014 um 12:57 Uhr)

  3. #3
    Erfahrener Benutzer
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    Hier nochmal, was an anderer Stelle bereits steht, weil's passt.

    Das grundlegende Problem kommerzieller Kosmetik

    Hallo,
    ich mal wieder.
    Ich denke, dass das Grundproblem kommerzieller Kosmetik darin liegt, dass sie als Emulsionen (Gemische) von Wasser und Ölen verkauft werden. Das bringt zwei Probleme mit sich:

    1. Die Emulsion soll sich auch nach längerer Standzeit im Supermarktregal nicht entmischen. Daher müssen Emulgatoren, Stabilisatoren und Verdickungsmittel zugesetzt werden, die eigentlich auf der Haut nichts verloren haben und somit problematisch sein können.

    2. Mikroorganismen wie Bakterien und Schimmelpilze brauchen für ihr Wachstum zumindest Nahrung und Wasser, was beides in einer Emulsion vorhanden ist. Um ein früzeitiges Verderben nach dem Anbrechen zu verhindern, müssen also entweder die verwendeten Öle und Fette unverdaulich sein (z.B. sind Lampenöl und Vaseline schwerst abbaubare Erdölraffinate) oder es müssen für Mikroorganismen wirksame Gifte (Konservierungsmittel) zugesetzt werden, die ebenfalls (höchst-) problematisch sein können.

    Würden die wasserlöslichen Wirkstoffe (Kochsalz, Harnstoff, Milchsäure) getrennt von den fettlöslichen Wirkstoffen (Öle, Fette, Wachse, Harze, Squalen) in den Handel kommen, könnte dies die an sich unnötigen und potenziell schädlichen Zusatzstoffe überflüssig machen. Solche Kosmetika sind dann aber keine "ready-to-use" "convenience"-Produkte, die aus Bequemlichkeit von den Verbrauchern vorgezogen und deshalb auch hauptsächlich im Handel angeboten werden.
    Wer etwas sucht, findet aber auch diverse Hautöle ohne Erdölprodukte und Konservierungsstoffe, die ja in wasserfreien Produkten auch nicht nötig sind. Die sog. "Wasserphase" lässt sich aus Sauerkrautsaft oder Buttermilchmolke unter Zugabe von Harnstoff aus der Apotheke selber herstellen. Sorgt man bei der Herstellung für eine ausreichende Salz- und Säurekonzentration ist dieses Konzentrat auch nach dem Anbrechen lange haltbar - es muss bloß zur Anwendung mit etwas Wasser verdünnt werden, was z.B durch vorheriges Anfeuchten der Haut ausreichend erreicht werden kann.

    Ebenso kann man separat Düfte im Pumpzerstäuber erwerben, die man dann wesentlich besser auswählen und somit hinsichtlich ihrer Zusammensetzung besser kontrollieren kann.

    Der Wunschtraum eines einzigen Pflegemittels, dass schnell einzieht, gut duftet und selbst nach dem Anbrechen monatelang im feuchtwarmen Badezimmer haltbar ist, hat seinen Preis: Problematische Zusatzstoffe!

    lg
    n

  4. #4
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    emulgatoren/stabilisatoren

    hallo,
    der folgende artikel beschreibt die auswirkungen von gängigen emulgatoren/stabilisatoren, die als lebensmittelzusätze genutzt werden, auf die zusammensetzung des darmmikrobioms. diese und ähnliche stoffe werden auch von der kosmetikindustrie als zusätze zu "pflege"produkten genutzt. ich gehe davon aus, dass man ähnliche auswirkungen auf des hautmikrobiom finden wird, wenn man dementsprechende untersuchungen macht.
    Doch nicht unbedenklich: Üblicher Zusatzstoff in vielen Lebensmitteln schädigt Darmflora - Wissenschaft aktuell
    grüße
    n
    Geändert von scite! (26.02.2015 um 12:49 Uhr)

  5. #5
    Erfahrener Benutzer
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    Stiftung Warentest warnt vor Erdölprodukten in Kosmetika

    Hallo,
    interessanter und relevanter link:
    https://www.test.de/Mineraloele-in-K...ine-4853357-0/
    grüße
    n


 

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