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Flohstich

Der Flohstich tritt meist an einer einzigen Körperstelle auf oder gruppiert in Reihen oder Flächen. Sowohl weibliche als auch männliche Flöhe sind Blutsauger. Flohstiche zielen zu 94% auf Säugetiere und zu 6% auf Vögel ab.

Flohstiche bei Menschen

Häufig treten Flohstiche mehrfach auf der Haut auf, da Flöhe mit Probestichen herausfinden, ob eine Körperstelle zur Blutentnahme geeignet ist. Beim Stechen kommt zu punktförmigen Einblutungen in die Haut, weitere Symptome, die teils erst nach 24 Stunden auftreten, sind:

  • Quaddeln
  • Hautrötungen
  • Juckreiz
  • Papel (Verdickung der Haut, etwa erbsengroß), kann bis zu 14 Tage bestehen bleiben

Ein neuer Flohstich aktiviert die bereits vorhanden wieder, die dann erneut jucken – man spricht vom „Repetieren“. Obwohl man womöglich nur von einem einzigen Floh angegriffen wurde, kann es sich dadurch schnell so anfühlen, als sei man von einer halben Armee gestochen worden.

Schlimmer als die akuten Beschwerden ist jedoch die Tatsache, dass Flöhe Krankheitserreger übertragen können. Früher spielten die Flöhe eine wichtige Rolle bei Pestepidemien. Noch heute wird in (sub)tropischen Gebieten zum Beispiel das murine Fleckfieber durch die Flöhe übertragen, die jedoch meist mild verläuft und zu Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, Atemwegsbeschwerden und Störungen des Kreislaufsystems sowie Hautausschlag führen kann. Die Erkrankung kann mittels Antibiotika behandelt werden.

Da die Stiche zu Juckreiz führen und wir uns reflexhaft mittels Kratzen dagegen wehren, entstehen winzige Hautverletzungen, durch die Krankheitserreger leicht in den Organismus gelangen können.

Woran erkennt man einen Flohstich (beim Menschen)?

In Deutschland werden Menschen zu einem Großen von Stichen durch Katzenflöhe und Hundeflöhe geplagt, die Menschenflöhe sind dagegen eher selten.

Erkennbar ist ein Flohstich an den folgenden Symptomen:

  • An Taille, Oberkörper und Beinen kleine, stark rote Flecken
  • Die Flecken sind umgeben von einem mehrere Zentimeter großen, leicht rötlichen Hof
  • Die Hautveränderungen jucken stark
  • Die Hautveränderungen sind zick-zack-artig angeordnet („Flohstraße“)

Den Stich selbst bemerkt man hingegen nicht – der Speichel der Flöhe enthält ein Betäubungsmittel, das die kleinen Lebewesen in Ruhe Blut saugen lässt, ohne dass der Wirt zuschlägt.

Ebenso sieht man die Flöhe kaum, da sie erstens recht klein sind und zweitens bevorzugt nachts angreifen und nach dem Blutsaugen wieder wegspringen.

Sie können nach einer größeren Mahlzeit mehrere Monate ohne erneute Ernährung überleben. Oft verstecken sie sich unter Teppichkanten, in Ritzen, im Bett oder im Hundekorb bzw. Katzenkorb.

Auf den Menschen übertragen werden die meisten Flöhe durch Haustiere. Aber auch Menschen können ihre Flöhe auf Hund, Katze, Vogel oder Nager übertragen.

Was tun bei einem Flohstich?

Wenn die typischen Symptome eines solchen Stichs auftreten (siehe oben), sollte man einen Hausarzt oder Dermatologen aufsuchen, der die betroffenen Hautstellen untersucht und den Patienten befragt (zum Beispiel nach Haustieren).

Behandelt werden können die Hautveränderungen und der Juckreiz mit:

  • Kühlenden Cremes und Salben
  • Cortison-Präparaten
  • Antibiotikum (wenn eine bakterielle Infektion etwa durch das Kratzen aufgetreten ist)
  • Sogenannte „Repellentien“ schützen vor neuen Stichen, indem sie die Flöhe abhalten. Vorsicht damit allerdings bei Säuglingen und Kleinkindern
  • Quelle des Flohbefalls finden und ausmerzen: ggfs. Haustiere untersuchen lassen, Hundekorb und Katzenkorb gründlich reinigen, Teppiche und Polstermöbel ebenso. Staubsaugerbeutel anschließend luftdicht verschließen und schnell entsorgen.

Flohstiche bei Hunden und Katzen

Hundeflöhe und Katzenflöhe können Bandwürmer auf die Haustiere übertragen. Dabei nehmen die Flohlarven die Eier der Bandwürmer mit der Nahrung auf, aus diesen entwickeln sich in der Flohlarve sowie später im Floh infektiöse Bandwürmer.

Verschluckt das Tier beim Putzen einen infizierten Floh, dann können sich in seinem Darm Bandwürmer festsetzen. Aus diesem Grund sollten Katzen und Hunde regelmäßig entwurmt werden.

Auch Nagetiere und Vögel können von Flöhen gestochen werden.

Flohstich oder Wanzenstich?

Wanzenstiche ähneln den Flohstichen zum Teil stark. Hierzulande werden Menschen und Haustiere insbesondere durch Bettwanzen gestört, die nur nachts aktiv sind und aus den unbedeckten Hautstellen Blut saugen. Da Bettwanzen sonst keine Sinneswahrnehmung haben, spüren sie Mensch oder Haustier erst ab einem Abstand von höchstens 10 Zentimetern anhand der abgestrahlten Körperwärme.

Wanzen können das Siebenfache ihres Eigengewichts an Blut aufnehmen, sie saugen dazu bis zu 10 Minuten ab Stück. Auch hier treten – wie beim Flohstich – Stiche häufig in Reihen oder Gruppen auf. Zu starkem Juckreiz und Quaddeln kommt es meist erst bei vermehrten Wanzenstichen.

Durch den Wanzenstich selbst können keine Krankheiten übertragen werden. Allerdings gibt es Wanzen, die beim Absetzen ihres Kots (häufig am Ort des Einstichs) Erreger übertragen. Die Bettwanzen übertragen auf diese Weise (selten) Kala-Azar und Rückenfallfieber, die Raubwanzen in den Tropfen weitere Krankheiten. Der Kot der Wanzen kann zum Beispiel durch das Kratzen an der Einstichstelle in den Körper gelangen.
 


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