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Erythrasma

Das Erythrasma (Baerensprungsche Krankheit) ist eine oberflächliche Hauterkrankung, ausgelöst durch eine bakterielle Infektion mit dem Corynebacterium minutissimum. Die Infektion ist relativ weit verbreitet, etwa fünf bis zehn Prozent aller Deutschen sind davon betroffen. Unter Männern tritt das chronische Erythrasma deutlich häufiger auf.

Erkennbar ist die Hauterkrankung an glatten, scharf begrenzten, rötlichen Hautverfärbungen, die innerhalb von mehreren Wochen anwachsen und sich vereinigen können. Auf den Rötungen können feine Schuppungen entstehen, die befallene Haut kann sich zudem gelblich-braun entwickeln. Betroffen sind Hauteinfaltungen wie Achseln, Leisten und Brustfalten, da dort vermehrt Schweiß gebildet wird, der den Säurehaushalt verändert und den Bakterien ideale Lebensbedingungen ermöglicht. Auch an den Oberschenkeln tritt das Erythrasma oft auf. Meistens geht kein Juckreiz mit der Hauterkrankung einher.

Erythrasma – Ursachen

Ursache des Erythrasma ist eine bakterielle Infektion mit Erregern der Art Corynebacterium minutissimum. Neben Dermatophyten und Candida albicans sind diese Bakterien Bestandteil der natürlichen Hautflora, können sich jedoch übermäßig vermehren und Infektionen hervorrufen. Dies geschieht vor allem dort, wo die Haut stark schwitzt. Dann befallen die Bakterien die Hautzellen sowie die oberste Epidermisschicht (Stratum corneum). Dort lösen sie eine Auflösung des Keratins auf, dem wichtigsten Bestandteil der Epidermis, es folgen die typischen Symptome.

Risikofaktoren für eine Erkrankung sind:

  • Diabetes mellitus
  • Adipositas
  • HIV-Infektionen und immunsuppressive Medikamente
  • Hyperhidrose (übermäßiges Schwitzen)
  • Eng anliegende Kleidung

Erythrasma – Symptome

Symptome der Hauterkrankung sind scharf begrenzte, großflächige Rötungen der Haut, die erst glatt sind, aber im Verlauf schuppig und gelblich-braun werden können. Die Hautveränderungen können ineinander überfließen, sich also „vereinigen“.
Typischerweise sind betroffen: Achseln, Genitalbereich, Brustfalten, Oberschenkel.
Juckreiz tritt gewöhnlich nicht auf.
Beim Erythrasma handelt es sich um eine harmlose Infektionserkrankung, die jedoch bei Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus oder Hyperhidrose oft chronisch verläuft.

Erythrasma – Diagnose

Ein Arzt erkennt das Erythrasma meist anhand des typischen Erscheinungsbildes der Hautveränderungen. Mittels Wood-Lampe können Pigmentveränderungen und Erregerherde auf der Haut sichtbar gemacht werden – das UV-Licht stellt bestimmte Substanzen, die die Erreger herstellen, leuchtend rot oder korallenfarben dar.

Möglich ist auch eine mikroskopische Untersuchung auf gram-positive Erreger, wobei die Bakterien blaugefärbt werden. Unterschieden werden muss das Erythrasma von:

  • Candidose
  • Kontaktekzem
  • Schuppenflechte
  • Seborrhoische Dermatitis
  • Tinea

Erythrasma – Behandlung

Im Mittelpunkt der Therapie eines Erythrasmas steht die lokale Behandlung der betroffenen Hautstellen mit wirkstoffhaltigen Cremes, Salben und Lösungen. Präparate mit Imidazol, Miconazol oder Fusidinsäure wirken antimikrobakteriell und trocknen die behandelten Hautareale aus. Auch eine Kombination von Acetylsalicylsäure und Benzoesäure kann eingesetzt werden.

Schwere oder hartnäckige Erkrankungen können mit Tabletten mit Erythromycin therapiert werden, auch eine einmalige Gabe von Clarithromycin kann sinnvoll sein.

Alternativ oder ergänzend zu den lokalen Therapien können Lichttherapien helfen.

Wichtig ist in jedem Fall eine gründliche, aber hautgerechte Körperhygiene:

  • Gut: Saure Seifen und Syndets, um die Hautflora zu unterstützen
  • Schlecht: fettende und zu viel Feuchtigkeit spendende Mittel

Die vom Erythrasma befallenen Hautbereichen sollten möglichst trocken gehalten werden.

Bei Patienten mit Adipositas können Mullkompressen oder feuchtigkeitsabweisende Puder die Haut vor zu viel Feuchtigkeit schützen.

Erythrasma – Vorbeugung

Patienten, die zu wiederkehrenden Erythrasmen neigen, können einmal bis zweimal monatlich ein antimikrobiell wirkendes Arzneimittel lokal als Creme oder Salbe auftragen. Die bevorzugt befallenen Körperstellen sollten trocken gehalten werden. Zu enge und nicht atmungsaktive Kleidung sollte vermieden werden. Ebenso Übergewicht.
 


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