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Erholsamer Schlaf trotz Hausstauballergie: Dank Allergikerbettwäsche wieder richtig durchatmen

Eine Hausstauballergie gehört zu den häufigsten Allergien überhaupt. Rund 25 Prozent aller Allergien sind auf die Hausstaubmilbe beziehungsweise die von ihr ausgeschiedenen Exkremente als Erreger zurückzuführen. Da Hausstaubmilben das ganze Jahr über anzutreffen sind, haben Hausstauballergiker es häufig besonders schwer und finden kaum Ruhe vor den Symptomen. Zu den häufigsten Begleiterscheinungen gehören tränende Augen, geschwollene Nasenschleimhäute, die zu Atemschwierigkeiten führen, verstärktes Niesen und eine laufende Nase, aber auch Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Vor allem in der Nacht können diese Symptome sich unangenehm auswirken, wenn der erholsame Schlaf durch eine verstopfte Nase oder ständiges Niesen gestört wird.


 
Da hilft nur, die Wohnung möglichst frei von Staub zu halten. Da sich Hausstaubmilben besonders gern in Textilien einnisten, sind Teppiche für Hausstauballergiker nur bedingt zu empfehlen. Auch Vorhänge und Rollos sind mit Vorsicht zu genießen.

Unglücklicherweise ziehen Hausstaubmilben auch mit Vorliebe in der Matratze und der Bettwäsche ein, was es zunehmend schwierig macht in der Nacht frei durchzuatmen. Spezielle Allergikerbettwäsche kann hier Erleichterung bringen und in der Nacht wieder für einen erholsamen Schlaf sorgen. Sie bestehen aus einer speziellen Oberfläche, auf der sich Hausstaubmilben nicht gut einnisten können. Allergikerbettwäsche gibt es sowohl für Matratzen als auch für Kopfkissen und Bettdecke. Mit der richtigen Pflege können diese Bezüge Allergikern wieder ruhigere Nächte bescheren und damit auch tagsüber die Nebenwirkungen einer Hausstauballergie abmildern.

Im Folgenden sind die wichtigsten Fragen rund um das Thema Allergikerbezüge zusammengestellt:

1.    Was ist unter Allergikerbettwäsche zu verstehen?

Allergikerbettwäsche, auch Encasing genannt, ist ein spezieller Überzug, der über die Matratze, das Kopfkissen und die Bettdecke gezogen werden kann, genau wie handelsübliche Bettwäsche. Der Stoff der Bettwäsche ist besonders fein gewebt, sodass er auch für kleinste Partikel wie zum Beispiel für den Kot der Hausstaubmilben undurchlässig ist. So wird verhindert, dass die allergieauslösenden Partikel an die Oberfläche der Bettwäsche gelangen und dort durch nächtliche Bewegungen aufgewirbelt werden und in die Atemwege gelangen.

Über die Allergikerbettwäsche kann dann die normale Bettwäsche gezogen werden, sodass das gewohnte Schlafgefühl entsteht.

2.    Wo ist Allergikerbettwäsche erhältlich?

Allergikerbettwäsche in verschiedenen Ausführungen gibt es im Sanitätshaus. Auch gut sortierte Bettenfachgeschäfte bieten inzwischen Allergikerbettwäsche an. Es ist allerdings wichtig, vor dem Kauf mit der Krankenkasse zu klären, ob die Kosten für die Bettwäsche übernommen werden und ob es Vorgaben gibt, wo die Allergikerbettwäsche bevorzugt zu erstehen ist.

3.    Welche Teile des Bettes sollten mit Allergikerbettwäsche überzogen werden?

Um einen möglichst großen Effekt zu erzielen, ist es am besten, sowohl die Matratze als auch Kopfkissen und Bettdecke mit der Allergikerbettwäsche zu überziehen. Zwar ist die Matratze für die Hausstaubmilben der beliebteste Einnistungsort, aber auch in der Bettdecke und dem Kopfkissen vermehren sie sich. Außerdem können die allergieauslösenden Partikel durch nächtliche Bewegungen aufgewirbelt werden und so auch unabhängig von der Matratze in die Atemwege gelangen. Werden alle Bestandteile der Bettwäsche mit einem Allergikerüberzug versehen, kann dieses Risiko deutlich minimiert werden.

4.    Was ist beim Kauf von Allergikerbettwäsche zu beachten?

Wer sich für Allergikerbettwäsche entscheidet, sollte auf Qualität achten. Je feinmaschiger der Stoff gewebt ist, desto besser ist der Schutz, den die Bettwäsche Hausstauballergikern bietet. Ein hochwertiger Allergikerüberzug sollte Partikel zurückhalten, die 0,5 Mikrometer und kleiner sind. Da so feine Stoffe allerdings auch Luft und Feuchtigkeit schwerer durchlassen, ist darauf zu achten, dass sie mit dem Hinweis „luftdurchlässig“ oder „atmungsaktiv“ versehen sind. Nur so ist optimaler Schlafkomfort gewährleistet. Außerdem sollte die Bettwäsche besser einen Reißverschluss statt Knöpfen besitzen. Dies erleichtert nicht nur das Beziehen, ein Reißverschluss kann die Öffnung des Bezugs auch viel sicherer vor Mikropartikeln verschließen. Besonders gut eignet sich Allergikerbettwäsche übrigens als Überzug von Daunenbettwäsche. Eine Federfüllung ist dagegen nicht besonders gut geeignet, da die Federn ein besonders beliebter Nistplatz für Hausstaubmilben sind.

5.    Wie teuer ist Allergikerbettwäsche?

Aufgrund der feinen Webung und der speziellen Fertigung ist Allergikerbettwäsche merklich teurer als herkömmliche Bettwäsche. Eine komplette Garnitur mit Matratzenüberzug, Kopfkissen und Bettdecke kostete in der Regel über einhundert Euro. Sondermaße sind erhältlich, kosten aber entsprechend mehr. Es empfiehlt sich, zumindest zwei vollständige Garnituren zur Verfügung zu haben, damit die Bettwäsche auch regelmäßig gewechselt werden kann.

Wer übrigens in einem Doppelbett schläft, sollte unbedingt beide Betthälften mit der Allergikerbettwäsche ausstatten, auch wenn der Partner selbst keine Hausstauballergie hat. Nur so kann das Schlafzimmer möglichst frei von allergieauslösenden Partikeln gehalten werden.

6.    Wird Allergikerbettwäsche von der Krankenkasse bezahlt?

Allergikerbettwäsche wird nicht in jedem Fall von der Krankenkasse bezahlt, hat der Hausarzt allerdings eine Hausstauballergie zweifelsfrei bescheinigt, stehen die Chancen gut, dass die An-schaffung einer speziellen Bettwäsche von der Krankenkasse bezuschusst oder sogar ganz übernommen wird. Die AOK bietet ihren Kunden beispielsweise an, gegen ein ärztliches Attest die Kosten für die Allergikerbettwäsche vollständig zu übernehmen. Hier können sogar die genauen Maße des Bettes und der Bettwäsche angegeben werden, sodass die Allergikerbettwäsche in optimaler Größe gekauft werden kann.

Dies sollte allerdings unbedingt im Vorfeld mit der Krankenkasse geklärt werden. Es gibt Versicherer, die nur mit bestimmten Herstellern zusammenarbeiten und dem Versicherten ein Produkt vorschlagen oder die Bezuschussung sogar an die Bedingung knüpfen, dass die Allergikerbettwäsche ausschließlich von einem bestimmten Hersteller oder aus einem Sanitätshaus bezogen wird. Ein klärendes Gespräch vorab hilft, Probleme zu vermeiden und die bestmögliche Lösung für beide Seiten zu finden.

7.    Wie sollte Allergikerbettwäsche gewaschen werden?

Die Wäschepflege ist für Allergiker grundsätzlich ein wichtiges Thema. Auch bei der Pflege von Allergikerbettwäsche sollten einige grundlegende Dinge berücksichtigt werden. So sollte die Bett-wäsche zwar regelmäßig aber nicht zu oft gewaschen werden, da sonst das Gewebe dünner werden und mit der Zeit wieder mehr Mikroben durchlassen kann. Experten raten sogar, die Bettwäsche nicht öfter als viermal im Jahr zu waschen. Die darüber aufgezogene Bettwäsche darf selbstverständlich ganz nach den üblichen Gewohnheiten gewaschen werden.

Üblicherweise sollte Allergikerbettwäsche bei 60 Grad in der Maschine gewaschen werden. Dazu kann jedes herkömmliche Waschmittel verwendet werden.

8.    Sollte Allergikerbettwäsche auch vor dem ersten Gebrauch bereits gewaschen werden?

Es empfiehlt sich immer, Textilien vor dem ersten Gebrauch zu waschen, da Verarbeitungsrückstände in den Fasern zurückbleiben können. Das gilt auch für Allergikerbettwäsche. Frisch gewaschen können die Bezüge dann sofort genutzt werden. Es empfiehlt sich allerdings, die Matratze vorher noch einmal gründlich abzusaugen und auch frische Bettwäsche über die Bezüge zu ziehen.

9.    Darf Allergikerbettwäsche in den Trockner?

Trockner bieten für Allergiker grundsätzlich einen großen Vorteil. Wenn Wäsche an der Luft getrocknet wird, können sich in dem feuchten Gewebe sehr schnell wieder neue Hausstaubmilben ansiedeln. Diese Gefahr besteht im Wäschetrockner nicht. Darüber hinaus trocknet ein Wäsche-trockner mit hohen Temperaturen, die schädlich für Hausstaubmilben sind. Besonders gut geeignet sind Kondenstrockner oder Wärmepumpentrockner. Hier erhalten Allergiker eine Übersicht über aktuelle Trocknermodelle und ihre jeweiligen Vor- und Nachteile. Gerade bei der Trocknung im Trockner ist allerdings darauf zu achten, dass die Allergikerbettwäsche nicht allzu oft gewaschen wird, da bei jeder Trocknung im Trockner ein gewisser Abrieb erfolgt, der die Wäsche auf Dauer durchlässiger für allergieauslösende Partikel machen kann.

Bei der Wahl eines Trockners ist es allerdings sinnvoll, auf Energieeffizienz zu achten, da insbesondere in einem Allergikerhaushalt regelmäßig gewaschen und getrocknet werden sollte. Hilfreiche Tipps zum Thema Energieeffizienz im Haushalt hat Quelle zusammengestellt.

10.    Darf Allergikerbettwäsche gebügelt werden?

Grundsätzlich darf Allergikerbettwäsche gebügelt werden. Dies sollte allerdings auf der niedrigsten Temperaturstufe geschehen, damit die Fasern nicht beschädigt werden.
 

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