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Enzymtherapie

Die Enzymtherapie ist ein Behandlungsverfahren aus dem Kreis der Naturheilkunde. Bei der Enzymtherapie werden Enzympräparate verabreicht. Bei Enzymen handelt es sich um bestimmte Eiweiße (Proteine), die sowohl bei Pflanzen als auch bei Tieren und Menschen zahlreiche wichtige Funktionen im Stoffwechsel bei vielen anderen Prozessen im Organismus übernehmen.

Eine kurze Geschichte der Enzymtherapie

Die Enzymtherapie wurde schon vor tausenden von Jahren in Südamerika praktiziert. Dazu wurden Heilpflanzen wie Ananas (Enzym Bromelain) und Papaya (Papain) genutzt, um mittels traditioneller Medizin etwa die Wundheilung zu fördern.

Wissenschaftliche Nachweise der Wirkungskraft von Enzymen konnten im 19. Jahrhundert gefunden werden: dort stellte man fest, dass die Enzyme chemische Reaktionen beschleunigen können, ohne selbst daran beteiligt zu sein. 1939 begründete Max Wolf die moderne Enzymtherapie: als Erster setzte er die Behandlung der Krebstherapie ein, wobei er verschiedene tierische und pflanzliche, eiweißspaltende Enzyme einsetzte. 

Damit sollte die Aktivität jenes Serums im Körper wiederhergestellt werden, das gegen den Tumor kämpft, während der Krebserkrankung aber inaktiv wird. Auf die Idee kam man, weil bereits feststand, dass Ältere ein höheres Risiko für Krebserkrankungen und weniger eiweißspaltende Enzyme im Organismus haben.

Wie wirken Enzyme und die Enzymtherapie?

Enzyme wirken als Biokatalysatoren, sie beeinflussen biochemische Prozesse im Körper, verlangsamen oder beschleunigen sie zum Beispiel Im menschlichen Körper bildet jede Zelle Enzyme, die unterschiedliche Funktionen haben können. Unterteilt werden Enzyme anhand ihres Wirkungsgebiets in sechs Klassen.

Die Bedeutung der Biokatalysatoren zeigt sich bei Menschen mit Enzymdefekten, die unter anderem zu folgenden Erkrankungen führen können:

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Fruktoseintoleranz siehe zum Beispiel Fructosin, Laktoseintoleranz, …)
  • Stoffwechselstörungen (Phenylketonurie, Lesch-Nyhan-Syndrom)
  • Kretinismus
  • Immunmangelsyndrom

Bei der Enzymtherapie werden pflanzliche sowie tierische Enzympräparate eingesetzt, um:

  • Schmerzen zu lindern
  • Verletzungen, Wunden und Entzündungen schneller abheilen zu lassen
  • die Selbstheilungskräfte des Patienten zu stärken
  • Krebstherapien (Strahlentherapie, Chemotherapie) zu unterstützen

Wie wirkt die Enzymtherapie nun also? Schauen wir uns dazu Entzündungen an. Entzündungen sind in der Regel Immunreaktionen unter Beteiligung von Enzymen. Die Enzymtherapie geht davon aus, dass die eingenommenen Enzympräparate überschießende oder zu geringe Reaktionen des Immunsystems ins Gleichgewicht bringen können. Bei Krebs können, so die Idee dieser Therapieform, Enzyme die Aktivität weißer Blutzellen erhöhen und damit das Wachstum des Tumors hemmen.

Wie läuft die Enzymtherapie ab?

Die unzähligen verschiedenen pflanzlichen und tierischen Enzyme werden bei einer Enzymtherapie nach Anwendungsgebiet ausgewählt und in folgender Weise verabreicht:

  • Oral zur Einnahme als Tabletten, Dragees, Kapseln
  • Über eine Spritze

Die Enzyme sind typischerweise sehr hoch dosiert. Die Auswahl und Dosierung bestimmt der Arzt individuell.

Dabei können sowohl Monopräparate mit nur einem eiweißspaltenden Enzym eingesetzt werden, als auch Kombinationspräparate mit mehreren pflanzlichen und tierischen Enzymen.

Oft wird die Enzymtherapie ergänzend zu anderen schulmedizinischen und alternativmedizinischen Verfahren eingesetzt, bei Krebs zum Beispiel unterstützend zur Chemotherapie oder Strahlentherapie.

Wann wird die Enzymtherapie eingesetzt?

Die Einsatzgebiete der Enzymtherapie sind vielfältig. Enzyme wirken unter anderem gegen Blutgerinnsel und Ödeme, beeinflussen das Immunsystem und das Wachstum von Tumoren.

Klassische Anwendungsgebiete sind:

  • Entzündungen wie bei Arthrose, Rheuma, sowie von Venen, Harnwegen, Nasennebenhöhlen
  • Schmerzen wie bei Gewebsschwellungen und Nervenschmerzen
  • Wundheilungsstörungen
  • Verstopfung
  • Linderung unerwünschter Nebenwirkungen der Krebstherapie
  • Vorbeugung von Metastasen

Welche Nebenwirkungen hat eine Enzymtherapie?

Es gibt durchaus Nebenwirkungen bei dieser naturheilkundlichen Therapieform.

Am häufigsten treten auf:

  • Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Allergische Reaktionen
     

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