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Endomysium

Endomysium bezeichnet eine Schicht aus Bindegewebe, die die einzelnen Muskelfasern eines Skelettmuskels oder oder die einzelnen Fasern einer glatten Muskulatur umgibt.

Der Wort Endomysium leitet sich aus dem griechischen „endo“ für innen und dem lateinischen „mus“ für Muskel ab.

Alle Muskelfasern sind also von Endomysium umgeben, das Endomysium wiederum ist von einer Basallamina umgeben. Mehre Muskelfasern bilden ein im Durchmesser etwa 1 Millimeter großes Primärbündel, das ebenfalls von Bindegewebe umgeben ist, in dem Fall vom Perimysium. Mehrere Primärbündel ergeben ein Sekundärbündel. Der gesamte Muskel ist dann nochmals von einer Faszie umgeben, an deren Innenseite ebenfalls Bindegewebe sitzt, das Epimysium.

Vorwiegend besteht das Endomysium aus retikulären Fasern. Diese tragen gemeinsam mit den anderen Muskelhäuten (Faszie, Permysium) dazu bei, dass die Muskeln reißfest sind.

Antikörper gegen das Endomysium

Das Endomysium kann indirekt auch zur Diagnostik verschiedener Erkrankungen dienen, denn: bei manchen Krankheiten bilden sich Antikörper gegen die Bindegewebsschicht. Die Antikörper lassen sich im Labor nachweisen. Die Tests kommen unter anderem zum Einsatz bei:

  • Zöliakie
  • Dermatitis herpetiformis Duhring

Bei den Antikörpern handelt es sich um Autoantikörper, die gegen bestimmte Strukturen in den Muskelzellen gerichtet sind – gegen das Endomysium. Normalerweise dienen Antikörper, spezielle Eiweißstoffe im Blut und in den Körperflüssigkeiten, der Abwehr fremder Erreger und Schadstoffe. Bei Autoimmunerkrankungen können sich Antikörper gegen körpereigene Substanzen richten, die genauen Ursachen dafür sind weitgehend ungeklärt. Durch die Antikörper kommt es zu Entzündungen, in diesem Fall gegen Bestandteile des Endomysiums.

Können solche Antikörper nachgewiesen werden, sogenannte IgA-Antikörper gegen Gewebs-Transglutaminase, ist dies ein Hinweis auf Zöliakie (Sprue).
Bei Zöliakie können die folgenden Antikörper nachweisbar sein:

  • Gliadin-Antikörper vom Typ IgG und IgA
  • Antikörper gegen das Endomysium vom Typ IgE und IgA

Als alleinige Nachweise taugen sie jedoch nichts, vielmehr muss eine weitere Diagnostik erfolgen, um das Ergebnis zu sichern.

Menschen mit Zöliakie müssen ihr Leben lang auf Nahrungsmittel mit Gluten verzichten, da dieses zur Zerstörung der Dünndarmwände führt und den Verdauungsapparat damit langfristig schädigt. Kurzfristig können zahlreiche Symptome von verschiedensten Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu unspezifischen Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Depression führen.
 

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