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Diabetes und Hautkrankheiten

Diabetes mellitus, die „Zuckerkrankheit“ ist eine Stoffwechselerkrankung mit einem chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie). Isst ein Mensch eine Mahlzeit mit Kohlenhydraten, dann steigt der Blutzuckerspiegel kurzfristig an, bis das Hormon Insulin die Traubenzucker-Konzentration im Blut wieder absenkt, zum Beispiel dadurch, dass es die Glukose aus dem Blut in die Zellen leitet. Wenn dies ausbleibt, tritt ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel mit weitreichenden Folgen für den Körper auf. Oxidativer Stress fördert entzündliche Reaktionen und beeinträchtigt die Funktionen der Körperzellen.

So verändern sich:

  • der Blutfluss (die Durchblutung ist gestört)
  • die Elastizität und Durchlässigkeit der Blutgefäße
  • die Ausschüttung von entzündungs-fördernden Botenstoffen
  • die Zusammensetzung des Bindegewebes und die Bildung von Proteinen des Bindegewebes
  • Funktionen des Immunsystems, die Immunabwehr wird herabgesetzt, Infektionen häufen sich

Ursache der Zuckerkrankheit kann ein Mangel an Insulin und eine Unempfindlichkeit körpereigener Zellen gegenüber dem Insulin sein.

Langfristig können auch die Gefäße und Nervenzellen durch Diabetes geschädigt werden, Folgeerkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Nierenschäden, Beeinträchtigungen der Sehfähigkeit und das diabetische Fußsyndrom sind möglich.

Sieben von zehn Diabetes-mellitus-Patienten erleben außerdem aufgrund der erkrankten Gefäße und Nervenzellen Hautveränderungen Hauterkrankungen. Manche dieser Hautveränderungen treten bei Diabetikern deutlich häufiger auf.

Neben trockener Haut, die zu Juckreiz neigt und weniger Schutz gegen Krankheitserreger aufweist als gesunde Haut, treten bei Diabetes oft auch Empfindungsstörungen oder Durchblutungsstörungen auf, die das Verletzungsrisiko erhöhen.

Auch Gelbfärbungen oder Rötungen im Gesicht gehen häufiger mit Diabetes einher. Die Gelbfärbungen treten vor allem bei langjährigen Diabetes-mellitus-Patienten auf, begründet ist dies in der herabgesetzten Leberfunktion beim Abbau von Caratinoiden, die sich somit in der Haut einlagern und sie verfärben. Das gerötete Gesicht (Rubeosis faciei diabeticorum) intensiviert sich, wenn der Betroffene Koffein oder Alkohol zu sich nimmt sowie bei warmen Temperaturen.

Darüber hinaus zeigen sich manchmal runde, rötlich-braune Verfärbungen mit einer verdünnten Haut (Atrophie) an den Streckseiten der Unterschenkel – die sogennante diabetische Dermopathie.

Mehr zu weiteren Hauterkrankungen bzw. –veränderungen bei Diabetes findet ihr unter:

  • Trockene Haut bei Diabetes
  • Juckreiz durch Diabetes
  • Hautinfektionen bei Diabetes
  • Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) und Diabetes
  • Akanthosis nigricans und Diabetes
  • Blasen durch Diabetes (Bullosis diabeticorum)
  • Verdickte Haut durch Diabetes (Scleroderma diabeticorum)

Für eine gesunde Haut trotz Diabetes ist ein ideal eingestellter Blutzuckerspiegel wichtig, ebenso spielt die Hautpflege mit fettreichen und harnstoffhaltigen Cremes und Salben eine große Rolle, um die Barrierefunktion der Haut zu unterstützen.

 

Mehr dazu unter:

Juckreiz durch Diabetes
Trockene Haut bei Diabetes
Blasen durch Diabetes (Bullosis diabeticorum)
Verdickte Haut durch Diabetes (Scleroderma diabeticorum)
Akanthosis nigricans und Diabetes
Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) und Diabetes
Hautinfektionen bei Diabetes
 

Quelle:
Wohlrab J, Wohlrab D, Meiss F. Hauterkrankungen bei Diabetes mellitus. JDDG 2007; 1 (5): S. 37-52


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