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Dermatoskopie

Dermatoskopie (auch: Auflichtmikroskopie oder Epilumineszenzmikroskopie) ist ein einfaches Diagnoseverfahren in der Dermatologie. Es ist nichtinvasiv und wird unter anderem zur Früherkennung von bösartigen Hauttumoren (Melanomen) verwendet. Dabei wird die Haut unter einem Mikroskop bis in die tieferen Schichten betrachtet, wobei auch Öl und polarisiertes Licht eingesetzt werden können.

Wie funktioniert die Dermatoskopie? 

Bei der Dermatoskopie macht man sich eine Eigenschaft der Haut zunutze: die mehrschichtige Oberhaut (Epidermis) reflektiert normalerweise den größten Teil des auf die Haut treffenden Lichts. Mittels Immersionsöl wird der sogenannte Brechungsindex, der in der Luft 1,0 beträgt, auf 1,5-1,8 abgehoben – dadurch reflektiert die Haut weniger Licht. Bei einer mikroskopischen Vergrößerung kann man damit bis in die obere Lederhaut (Dermis) schauen. Noch genauere Einblicke erhält man unter Zuhilfenahme von polarisiertem Licht. 

Wo wird die Dermatoskopie eingesetzt?

Wichtige Einsatzgebiete der Untersuchung sind:

  • Erkennung früher Melanome
  • Unterscheidung von Pigmenttumoren in melanzytäre und nicht-melanozytäre
  • Beurteilung von Fremdkörpern
  • Beurteilung von Einblutungen in die Haut
  • Untersuchung auf Parasiten, zum Beispiel bei der Krätze

Wer übernimmt die Kosten?

Um die Kostenübernahme der Dermatoskopie gab es intensive Streitigkeiten zwischen Krankenkassen und Hautärzten.

Deutschland weit wird bei 195.000 Menschen jährlich Hautkrebs festgestellt, was den Hautkrebs zur häufigsten Krebsart macht. Seit 2008 können sich gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren (manche Kassen auch schon in jüngerem Alter) alle zwei Jahre vom Hautarzt mittels Hautkrebsscreenings checken lassen. Dabei wird die gesamte Körperoberfläche untersucht, einschließlich der Kopfhaut. Der Arzt benötigt dafür nichts als eine helle Lampe, ein geschultes Auge und ggfs. eine Lupe.

Viele Hautärzte bieten die Dermatoskopie ergänzend zur Betrachtung mit der Lupe im Rahmen des Hautkrebsscreenings an, und zwar als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Das heißt: Patienten müssen die Dermatoskopie aus eigener Tasche zahlen.

Dies sei unnötig, sagen die Krankenkassen: verdächtige Hautstellen wird der Arzt ohnehin mit einem Dermatoskop betrachten – dieser Schritt ist demnach nötig und keine vorbeugende Maßnahme mehr und wird durch die Kassen gezahlt.

Den aktuellen Stand zu den Streitigkeiten hinsichtlich der Kostenübernahme könnt ihr bei den Krankenkassen in Erfahrung bringen.

 

Quellen:
http://www.test.de/Hautkrebsvorsorge-Dermatoskopie-Streit-um-Kostenuebernahme-4418370-0/
 


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