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Dermatitis

Dermatitis ist eine entzündliche Reaktion der Haut, vor allem der Oberhaut (Epidermis) oder Lederhaut (Dermis). Dermatitis wird häufig gleichbedeutend mit dem Begriff Ekzem verwendet, sie ist jedoch breiter gefasst.

Die Bezeichnung leitet sich aus dem Griechischen ab: Derma für Haut und –itis für Entzündung.

Dermatitis – Arten

Zur Dermatitis zählen nach der Klassifikation ICD 10 (Gruppe „Dermatisis und Ekzem“) die folgenden Hauterkrankungen:

  • Allergische Kontaktdermatitis
  • Atopisches Ekzem (Neurodermitis): chronische, nicht ansteckende Hautkrankheit mit entzündlichen, teils schuppenden Ekzemen und starkem Juckreiz
  • Dermatitis aufgrund oral, enteral oder parenteral aufgenommener Substanzen
  • Exfoliative Dermatitis (Schälrötelsucht): größere Teile der Haut entzündet mit Juckreiz, Brennen und Abblättern. Häufig bei Leukämie oder nach der Einnahme von Medikamenten.
  • Lichen simplex chronicus
  • Nicht näher bezeichnete Kontaktdermatitis
  • Prurigo und Pruritus
  • Seborrhoisches Ekzem: weiß-gelbliche, oft fettige Hautschuppen auf der Kopfhaut, im Bartbereich und an den Augenbrauen
  • Toxische Kontaktdermatitis
  • Windeldermatitis: Entzündung der Haut bei Babys oder Menschen mit Inkontinenz durch ständigen Kontakt mit Urin und Stuhl, mit Schwelllungen und nässender Haut, Bläschen und Rötungen an Genitalien, Po, Oberschenkeln. Das feuchte Milieu zieht Bakterien und Pilze an.
  • Sonstige Dermatitis

Nicht aufgrund einer Intoleranzreaktion entstehende Hauterkrankungen vom Typ Dermatitis sind die folgenden Arten:

  • Badedermatitis (Zerkariendermatitis): Infektion durch Zerkarien bestimmter Saugwürmer
  • Dermatitis herpetiformis Duhring: chronisch-rezidivierende Autoimmunerkrankung, Blasenbildung unter der Lederhaut, erinnert an Herpes
  • Dermatitis exfoliativa neonatorum (staphylogenes Lyell-Syndrom): Art Vergiftung der Haut durch Bakterien der Gattung Staphylokokkus, kann tödlich verlaufen, wenn sie nicht behandelt wird. Symptome: verbrennungsartige Hautentzündungen mit Blasenbildung und sich ablösender Haut
  • Dermatitis factitia: hervorgerufen durch selbstschädigende Handlungen wie übertriebenes Kratzen oder „Bearbeiten“ von Pickeln, siehe auch Urticaria factitia
  • Dermatitis ulcerosa: Autoimmunerkrankung mit entzündeten Blutgefäßen und einzelnen Geschwüren
  • Periorale Dermatitis (Mundrose, Stewardessen-Krankheit): entzündete Gesichtshaut durch zu viel Kosmetikprodukte oder Anwendung von Cortison-Salben im Gesicht
  • Stauungsekzem durch Störungen der Zirkulation in den Venen
  • Erkrankungen der Haut durch Einwirkung von Strahlung: Lichtdermatosen durch zu viel Sonnenbestrahlung, photoallergische Reaktionen wie Wiesengräserdermatitis, Buchweizenkrankheit oder Berloque-Dermatitis durch pflanzliche Stoffe in Parfümen, Lebensmitteln oder Medikamenten, die die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen) und Strahlendermatitis (Radiodermatitis). Zeigen sich durch Hautrötungen, Schwellungen und Blasenbildung.
  • Xerodermie

Dermatitis – Ursachen

Die Ursachen einer entzündlichen Hauterkrankung sind genauso vielfältig wie die Formen und Symptome. Meist spielen genetische Faktoren und / oder Umwelteinflüsse wie Schadstoffe oder Allergene sowie Stress eine wichtige Rolle.

Weiterhin können die Erkrankungen infolge einer Bettlägerigkeit auftreten oder weil die Haut anderweitig mechanisch stark strapaziert wird., etwa durch Reibung oder ständigen Kontakt mit Wasser.

Zudem können unter anderem die Hormone, andere Erkrankungen oder eine unzureichende Durchblutung Dermatitis verursachen.

Dermatitis – Symptome und Diagnose

Die Diagnose einer Dermatitis basiert vor allem auf dem Patientengespräch (Welche Beschwerden hat er? Wann? Seit wann? Gibt es Vorbelastungen in der Familie?) und der Untersuchung der Hautveränderungen (Effloreszenzen) durch den Dermatologen.

Die häufigsten Hautveränderungen sind:

  • Flecken (Macula) und Rötungen
  • Blasen (Bulla) und Bläschen (Vesicula): erhabenes Hautniveau durch mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume
  • Papeln (Papula): durch Verdickung der Epidermis hervorgerufene Erhebung über dem Hautniveau
  • Quaddeln (Urtica): Plasmaaustritt aus den Gefäßen führt zu einem akuten Ödem in der Lederhaut
  • Hautschuppen (Squama): kleine, flache Lamellen aus Hornzellen, die von der Haut abschilfern
  • Rhagaden und Fissuren: spaltenförmige Einrisse in die Haut
  • Zysten: von Häutchen abgeschlossene Hohlräume im Gewebe, bestehen mitunter aus mehreren Kammern und können Flüssigkeit enthalten
  • Geschwüre (Ulcus)

Neben den sichtbaren Hautveränderungen tritt häufig Juckreiz auf, der die Patienten zu massivem Kratzen verführen kann, wodurch die Haut allerdings weiter geschädigt wird und sich die Erkrankung verschlechtert.

Fieber und andere den ganzen Körper betreffende Symptome sind ebenfalls möglich. 

Zur Diagnose stehen zahlreiche weitere Verfahren bereit, zum Beispiel Allergietests (Hauttests und Bluttests) oder Gewebeentnahmen mit anschließender Untersuchung im Labor. Die Auslöser und Einflussfaktoren sollten für eine bestmögliche Behandlung so klar wie möglich identifiziert werden.

Dermatitis – Behandlung

Die Therapie erfolgt anhand von Lokaltherapeutika – also Mittel zum äußeren Auftragen auf die Haut – sowie durch systemische Behandlungen – also die Gabe von Medikamenten zur Einnahme oder Spritzen.

Zu den Lokaltherapeutika zählen im Wesentlichen:

  • Cremes und Salben, Gele, Lotionen sowie Schüttelmixturen zum Auftragen auf die Haut
  • Verband
  • Feuchte Umschläge
  • Bäder

Vorteil dieser Mittel: geringere Nebenwirkungen als bei der systemischen Anwendung, zudem höhere Konzentration des Arzneimittels und direktere Wirkung am Krankheitsherd.

Die systemischen Gaben von Arzneimitteln umfassen vor allem die folgenden Gruppen:

  • Antibiotika gegen bakterielle Infektionen auf der Haut
  • Antimykotika gegen Pilzinfektionen auf der Haut, häufig mit Hefepilzen der Gattung Candida
  • Anthistaminika gegen entzündliche Reaktionen wie Juckreiz. Blockieren die Wirkung des Botenstoffs Histamin, der die Entzündungsprozesse auslöst.
  • Glukokortikoide (Cortison-Präparate), vor allem bei schweren Hautkrankheiten oder starkem Juckreiz wie bei Neurodermitis oder Schuppenflechte. Oft auch in Kombinationen mit anderen Wirkstoffen wie Salizylsäure. Glukokortikoide unterdrücken den Juckreiz, verlangsamen die bei Schuppenflechte übertriebene Neubildung von Haut und lassen Entzündungen abklingen.
  • Immunsuppressiva zur Unterdrückung der Immunreaktion von Autoimmunerkrankungen oder Schuppenflechte, dadurch Abschwächung der entzündlichen Hautreaktionen
  • Retinoide vor allem bei Akne, Schuppenflechte und Rosazea

Neben den klassischen Medikamenten werden in der Therapie von Dermatitis häufig eingesetzt:

  • Lichttherapie
  • Reizklima-Aufenthalte
  • Homöopathie und andere Anwendungen aus dem Bereich Naturheilkunde
  • Psychologische Begleitung
     

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