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Das Organ Haut

Die Haut ist das größte Organ bzw. Sinnesorgan des menschlichen Körpers. Sie umfasst etwa eineinhalb bis zwei Quadratmeter und zwei Milliarden Hautzellen. Die Haut ist ein wichtiger funktioneller Bestandteil des Körpers und spielt nicht nur eine wichtige Rolle bei Schutzmechanismen sondern auch bei Signalübertragen. Obwohl grundsätzlich immer die gleichen Hautschichten beim Menschen vorliegen, kann man verschiedene Hauttypen (z.B. trockene Haut) unterscheiden.

Aufbau der Haut

Grundsätzlich ist zwischen der äußeren Haut, die man direkt sehen kann, und den Schleimhäuten, die sich meist an Körperöffnungen befindet), zu unterscheiden. Spricht man von der Haut ist jedoch meist die äußere Haut gemeint. Das Organ besteht aus drei Schichten – der Epidermis, Dermis und Subcutis.

Bildquelle: 121doc

Epdidermis

Die Epidermis, auch Oberhaut genannt, bildet die oberste Schicht. Es handelt sich dabei um Epithelgewebe, dass mehrschichtig verhornt ausgeprägt ist und etwa 0.03 bis 0.05 Millimeter dick. Hautpartien, die häufig einer Berührung ausgesetzt sind, wie die Handinnenflächen und Fußsohlen weise als Schutzfunktion eine dickere Hornschicht (Hornhaut) auf. Die Epidermis besteht aus den folgenden Schichten:

  • Hornschicht
  • Glanzschicht
  • Körnerzellenschicht
  • Stachelzellschicht
  • Basalschicht

Die Stachezell- und Basalschicht bilden die Keimschicht. Die Oberhaut dient vor allem als schützende Barriere vor Bakterien und Krankheitserregern. Sie erneuert sich monatlich.

Dermis

Die Dermis wird auch Lederhaut oder Corium genannt. Sie besteht aus Bindegewebsfasern und ist daher wesentlich dicker als die Oberhaut und entsprechend robust. Sie dient der Epidermis als Verankerung und liefert ihr wichtige Nährstoffe. Gleichzeitig sind in ihr Blut- und Lymphgefäße, Nervenzellen und Talgdrüsen verankert. Dabei reguliert sie durch die Blutgefäße die Körpertemperatur und überträgt durch die Nervenenden wichtige Signale, wie Berührung oder Druck. Die Dermis setzt sich aus den folgenden Schichten zusammen:

  • Papillenschicht oder Zapfenschicht
  • Neztschicht

Subcutis

Subcutis, oder Unterhaut, ist unterste Hautschicht und besteht vorrangig aus Fettgewebe. Sie stellt damit den Energie- und Wärmespeicher dar. Auch hier finden sich Blutgefäße und Nerven sowie die Lamellenkörperchen, die starke Druckreize wahrnehmen. Weitere Talgdrüsen und Schweißdrüsen sind wiederum für den Schutzfilm der Oberhaut und den Temperaturausgleich des Körpers zuständig.

Weitere Hautschichten

Es gibt sogenannte Hautanhangsgebilde, die als im erweiterten Sinne als Fortsatz der Haut betrachtet werden. Hierzu zählen vor allem bestimmte Drüsen, wie Schweißdrüsen, Talgdrüsen und sogar die Milchdrüsen. Aber auch Haare, Nägel sowie Hörner bei Tieren können zu den Gebilden gehören.

Funktionen der Haut

Jede Schicht oder Bestandteil der Haut übernimmt eine bestimmte Funktion. Grundlegenden wird die Haut als Grenzorgan, Sinnesorgan, Stoff- und Wärmeregulator, natürlicher UV-Schutz und Stammzellspeicher gesehen.

Grenzorgan/Schutzschild

Die Haut ist vor allem ein Schutzschild gegenüber Krankheitserregern und fremden Substanzen. Sie hält Bakterien oder Viren vor dem Eindringen in den Körper ab. Wobei auch die Schleimhäute eine große Rolle spielen. Gleichzeitig schützt sie vor Verletzungen, Dehydration, Verbrennungen oder Strahlenschäden. Durch Abnutzung wird die oberste Hautschicht jedoch abgetragen, sodass sie sich immer wieder erneuert. Bei starker Beanspruchung bestimmter Hautpartien wird zum stärkeren Schutz vor Fremdkörpern eine Hornschicht gebildet. Die Hornschicht sowie die Pigmentierung stellen zudem den natürlichen Schutz vor UV-Strahlen dar. Etwa 10 Prozent der UVB- und 50 Prozent der UVA-Strahlung werden durch die Haut gefiltert und reflektiert.

Sinnesorgan

In der Haut befinden sich zahlreiche Nervenenden und Rezeptoren. Daher spielt sie eine entscheidende Rolle bei der Kommunikation und Signalübertragung. Nicht umsonst wird die Haut als größtes Sinnesorgan bezeichnet. Sie reagiert auf Berührung, Druck, Feuchtigkeit oder Wärme. Tast-, Thermo- und Schmerzrezeptoren sorgen für die korrekte Signalübertragung zum Gehirn. Zudem lassen sogenannte psychogalvanische Reaktionen (z.B. Schwitzen, Gänsehaut) Rückschlüsse auf Emotionen und Gefühle zu.

Stoffübertragung und Wärmeregulierung

Über die Haut wird ein gewisser Anteil an gasförmigen oder flüssigen Stoffen aufgenommen. Bei der Aufnahme von Sauerstoff und Abgabe von Kohlendioxid spricht man von der Hautatmung. Ebenso nimmt sie Wasser auf und gibt dieses ab, wodurch die Körpertemperatur reguliert wird (z.B. Schwitzen zur Abkühlung). Gleichzeitig kann die Wasseraufnahme einer Dehydration entgegenwirken und dem Körper Nährstoffe oder Salze zuführen. Bei Kälte reagiert die Haut ebenfalls entsprechend und drosselt die Durchblutung im Unterhautfettgewebe, welches dann als Isolator dient.

Stammzellspeicher

Die Haut enthält bestimmte Stammzellen aus denen mit Hilfe retroviraler Gene sogenannte pluripotente Stammzellen erzeugt werden können. Diese sind ein wichtiger Bestandteil regenerativer Behandlungen.

Hautschäden und Hauterkrankungen

Gefahr besteht für die Gesundheit der Haut vor allem aus der Umwelt. Feinstaub, Hitze, Sonne oder Stress können das Organ belasten. Aber auch die falsche Ernährung, wie fettige Speisen, Zucker oder Alkohol können der Haut schaden. Sie verursachen vor allem Hautunreinheiten, wie Pickel. Hautschäden, wie Hautflecken oder Falten, entstehen vor allem durch UV-Strahlung. Reizende Stoffe, wie Chemikalien aber auch starke Pflegeprodukte, können die Haut reizen und deren wichtige Talg-Schutzschicht abtragen.

Eine dauerhafte Schädigung der Haut kann zu einer chronischen Hautkrankheit führen. Diese können aber auch durch andere organische oder hormonelle Vorerkrankungen entstehen. Mögliche Erkrankungen sind z.B. Schuppenflechte, Akne oder Pilzinfektionen.

Um die Gesundheit der Haut aufrecht zu erhalten, ist die richtige Pflege nötig. Jeder Hauttyp bedarf jedoch einer speziellen Pflege. Unabhängig vom Hauttyp sollte immer auf Feuchtigkeit geachtet werden. Die tägliche Reinigung sollte möglichst mit milden Pflegeprodukten erfolgen. Zu häufiges Reinigen kann die Talgschicht allerdings zerstören. Zusätzliche Pflege durch Cremes sollte immer auf den Hauttyp abgestimmt sein.

 

 

Quellen:

Apotheken Umschau

onmeda


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