Cortison

Cortison (Kortison) gilt seit vier Jahrzehnten als eines der wichtigsten, aber auch als das am heftigsten umstrittene Medikament in der Behandlung von Hautkrankheiten. Cortison ist eigentlich ein Steroidhormon der Gruppe „ Glucocorticoide“ aus der Nebennierenrinde des Menschen. Es übernimmt viele Aufgaben im menschlichen Körper, unter anderem wehrt es fremde Einflüsse ab. Ein an das Cortison angelehnter Wirkstoff wird synthetisch hergestellt und trägt den Namen Cortisonacetat. Umgangssprachlich hat sich Begriff „Cortison“ aber für alle Medikamente mit Cortisolwirkung durchgesetzt.

Cortison wird vorwiegend bei akuten und sehr starken Entzündungen verschrieben. Cortison wandert in Zellen, die für die Entzündung verantwortlich sind und stoppt deren Aktivität – die Zellen können keine weiteren entzündendlichen Stoffe ausschütten. Gleichzeitig vergengt Cortison die Blutgefäße, reduziert damit die Durchblutung und schwächt die Entzündungsreaktion weiter ab. Die Ursache der Entzündung, zum Beispiel eine allergische Reaktion, wird dabei jedoch nicht behandelt.

Cortison kann dabei sowohl äußerlich in Form von Cremes und Salben als auch innerlich (systemisch) als Tabletten angewendet werden. Bei der oralen Einnahme von Cortison sind die Wirkung und die Gefahr von Nebenwirkungen deutlich größer.

Die Wirkstärke von Cortison-Cremes und -Salben, also Präparaten zur äußerlichen Anwendung, wird nach ihrer Gefäß-verengenden Wirkung in vier Klassen aufgeteilt. Alle Medikamente aus Klasse 1 bis 4 sind verschreibungspflichtig. Daneben gibt es noch einige freiverkäufliche Produkte, die oft das sogenannte „Hydrocortison“ enthalten, ein verwässertes Cortison mit geringerer Wirkung und reduzierten Nebenwirkungen. Ein Beispiel für eine Hydrocortison-Salbe ist Ebenol (mehr zum Thema rezeptfreie Cortisonsalbe).

Es folgen beispielhaft einige Medikamente aus den Cortison-Klassen I bis IV:

Klasse I: schwach wirksam

Hydrocortison

Dexamethason

Hydrocord mild, Hydrogalen

Prednisolon

Prednisoloncreme LAW

Triamcinolonacetonid

Volonimat Spray N

Klasse II: mittelstark wirksam

Betamethasonbenzoat

Betamethasonvalerat

Clobetasonbutyrat

Cortidexan

Dermatop

Dexamethason

Emovate

Euvaderm

Hydrocortisonaceponat

Locacorten

Prednicarbat

Retef

Klasse III: stark wirksam

Betagalen

Betameathasonvalerat

Celestan V

Cordes Beta

Diflorasondiacetat

Ecural

Fluticasonpropionat

Flutivate

Florone

Halcinonid

Halog

Mometasonfuroat

Klasse IV: sehr stark wirksam

Clobetasolpropionat (siehe Clobetasol)

Dermoxin

Diflucortolonvalerat

Karison

Eine sehr gute und vollständigere Übersicht findet ihr auf psoriasis-netz.de.

Bis heute gibt es keine Medikamente gegen entzündliche Hautkrankheiten, die ebenso gut wirken wie Cortison. Vor einigen Jahren kamen die Präparate Douglan, Elidel und Protopic auf den Markt, die zunächst als nebenwirkungsarm aber genauso wirksam wie Cortison gefeiert wurden, inzwischen aber verdächtigt werden, Hautkrebs zu begünstigen.

Bei der Anwendung von Cortison, sowohl als Creme oder in Tabletten- und Spritzenform, sollte unbedingt mit dem Arzt Rücksprache gehalten werden. Von einer verantwortungslosen Cortisonbehandlung als Allheilmittel raten wir aufgrund der Nebenwirkungen ab.

Wenn mildere Medikamente jedoch keine ausreichende Wirkung zeigen, ist die Cortisonbehandlung jedoch zurecht eine der Standard-Therapien bei schwerer Neurodermitis, Nesselsucht und Schuppenflechte sowie bei schwerem Asthma oder Heuschnupfen.

Die meisten Cortisonpräparate sind verschreibungspflichtig, es gibt aber auch einige rezeptfreie Cortisonsalben.

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Cortison gegen Heuschnupfen
Cortison gegen Asthma
Cortison bei Nesselsucht
Cortison gegen Neurodermitis
Cortison gegen Schuppenflechte


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